HAUENSTEIN / BIELEFELD RHEINPFALZ Plus Artikel Was macht eigentlich ...: Fußballer Manuel Hornig startete von Hauenstein aus eine Profi-Karriere

2020: Gymnasiallehrer und U19-Bundesliga-Co-Trainer Manuel Hornig in seinem Garten in Bielefeld.
2020: Gymnasiallehrer und U19-Bundesliga-Co-Trainer Manuel Hornig in seinem Garten in Bielefeld.

Als Jugendlicher kam Manuel Hornig zum SC Hauenstein und blieb fünf Jahre. Vom SCH aus schaffte er dann den Sprung in den Profifußball. Der heute 37-Jährige spielte in Saarbrücken, Offenbach, beim 1. FC Kaiserslautern, mit dem er gar den Aufstieg in die Bundesliga schaffte, und bis 2017 in Bielefeld. Was kam nach dem Karriereende?

Manuel Hornig (37) war bis 2017 für den Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld aktiv. In der Südwestpfalz ist der 1,90 Meter große Fußballer aus seiner Zeit beim SC Hauenstein bekannt. Heute unterrichtet der aus Rheinzabern stammende Lehrer am Helmholtz-Gymnasium in Bielefeld die Fächer Sport und Geografie.

Von der U15 bis zur U 17 spielte Hornig beim Karlsruher SC. Im ersten A-Jugend-Jahr ging Hornig dann überaus erfolgreich, damals noch als Angreifer, für seinen Heimatverein Olympia Rheinzabern auf Torejagd. In dieser Runde gelangen ihm 36 Treffer, dazu vier Tore in einem Freundschaftsspiel gegen die A-Jugend des SC Hauenstein. Deren damaliger Coach Klaus Wagenblatt lotste den Torjäger in die Regionalliga-A-Jugend des SCH. „Dafür bin ich ihm dankbar. Wenn er mich nicht nach Hauenstein geholt hätte, wäre es nie in diese Richtung gegangen. Dann wäre ich bei unserem Dorfverein geblieben“, blickt Hornig zurück.

Bundesliga-Aufstieg mit dem FCK

Viel zu verdanken habe er auch Robert Jung und Fritz Fuchs, die ihm beim Einstieg ins Profigeschäft geholfen hätten. Jung habe ihn schon beim SCH ab und an als Verteidiger spielen lassen, Fuchs habe mit ihm dann als Innenverteidiger beim 1. FC Saarbrücken geplant. „Ich hatte viele Trainer. Da waren tolle Typen dabei. Allein in Saarbrücken hatte ich im ersten Jahr fünf Trainer“, erinnert sich Hornig. Fünf Jahre blieb Hornig beim Sportclub, für den er nach der A-Jugend in der Oberliga spielte, bevor er den Sprung ins Profigeschäft vollzog. „Ich habe nie gedacht, dass ich Profi werde. Ich war doch stolz, für den SCH in der Oberliga zu spielen. Es ist schön, dass sich der Aufwand am Ende gelohnt hat“, bilanziert Hornig. Über den 1. FC Saarbrücken und Kickers Offenbach ging es zum 1. FC Kaiserslautern, wo er zunächst für das zweite Team vorgesehen war.

Dort schaffte der in Kandel geborene Hornig als Innenverteidiger nicht nur den Sprung ins Profiteam, sondern mit dem FCK auch den Aufstieg in die Bundesliga. „Ich habe in meiner Laufbahn einige verletzungsbedingte Tiefen, aber auch sehr viele Höhen erlebt. Ich habe drei Aufstiege miterlebt. Der Aufstieg mit dem FCK in die Bundesliga war etwas ganz Besonderes“, schwärmt Hornig.

Studium und Trainer-A-Lizenz geschafft

Dabei behielt Hornig immer die Zeit nach der Karriere im Auge. Seit 2002 studierte er an der Universität in Mainz. Von dort aus fuhr er auch zum Training. „Hauenstein, Saarbrücken, Offenbach, Kaiserslautern und später Koblenz – das waren alles fahrbare Strecken“, berichtet Hornig. Unter Hauensteins Trainer Robert Jung durfte Hornig, wie auch die in Köln studierenden Mannschaftskollegen Jürgen Eismann und Jochen Ellermann, erst donnerstags zum Training anreisen. „Als Sportstudent habe ich genug für die Fitness gemacht. Und zu Wochenbeginn durfte ich bei den Amateuren von Mainz 05 mittrainieren. Das war ein Riesenaufwand, der sich aber ausgezahlt hat“, so Hornig. Die meisten Scheine habe er in seiner Zeit beim SCH abgelegt. Nach zwölf Jahren Studium legte Hornig 2014 seine Prüfung ab.

Da spielte Hornig bereits für die Arminia, für die er von 2011 bis 2017 in der Zweiten und Dritten Liga aktiv war. Mittlerweile ist der Inhaber der Trainer-A-Lizenz auch Co-Trainer der in der Bundesliga-U19-Auswahl der Bielefelder. „Ich passe hier gut hin. Ich erfahre eine tolle Wertschätzung im Verein, bei dem ich ja vor meinem ersten Kreuzbandriss auch Kapitän war“, erzählt Hornig.

Berufliches Paket ist super

So blieb er auch nach seinem Karriereende 2017 in Ostwestfalen. Er trat am Helmholtz-Gymnasium in Bielefeld sein Referendariat an, das er am 6. Februar 2019, elf Tage vor der Geburt seiner Tochter Romy, erfolgreich beendete. „Ich habe Glück gehabt. Ich konnte an der Schule bleiben und wurde zügig verbeamtet. Das Gymnasium trägt den Titel ,Eliteschule des Fußballs’ und ist Kooperationspartner von Arminia Bielefeld. Es passt alles“, freut sich Hornig.

Seine aus Mutterstadt kommende Frau Sarah, mit der er noch die Kinder Emil (6) und Pepe (5) hat, ging mit nach Bielefeld. Die Diplombiologin bewältigte den Seiteneinstieg als Lehrerin und unterrichtet an einem anderen Bielefelder Gymnasium die Fächer Biologie und Chemie. „Das berufliche Paket ist super. Wir fühlen uns auch sehr wohl hier“, bestätigt Manuel Hornig, der mit seiner Familie ein eigenes Haus bewohnt.

Ständiger Kontakt in die Heimat

Trotzdem denken die Eheleute oft an ihre pfälzische Heimat. „Wir vermissen die Pfalz schon, diese besondere Lebensqualität. Es wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem i, mal hierher zurückzukehren. Aber die Kinder sind ja hier in Schule und Kindergarten. Da wird das immer schwieriger“, sagt Hornig. So beschränkt sich die Familie auf Heimatbesuche während der Ferien. Nahezu täglich telefoniere er mit seiner Mutter. Über Geschwister, Stiefgeschwister und Freunde gebe es viel Kontakt in die Heimat, auch zu ehemaligen Fußballkollegen. Mit Ex-Trainer Jung, Jürgen Eismann, Michael Hunsicker und Rudi Benkler treffe man sich einmal im Jahr, meist vor Weihnachten. „Im vergangenen Sommer habe ich bei einem Freiluftkonzert in Hauenstein zufällig Wolfgang Flick getroffen. Das war auch sehr schön“, berichtet Hornig.

Er selbst kann im Moment nicht Fußball spielen. Während seiner Trainerausbildung riss 2018 zum zweiten Mal sein Kreuzband im linken Knie. „Im Moment ist an Sport nicht zu denken. Das Knie ist total instabil“, bedauert Hornig, der als Klassenlehrer für eine fünfte Klasse zuständig ist.

Mehr Zeit für Familie und Grundstück

In Zeiten von Corona habe er mehr Zeit für die Familie und Grundstückspflege, da auch kein Trainingsbetrieb stattfinde. „Uns geht es gut. Wir sind wirtschaftlich nicht von der Krise betroffen. Dafür sind wir dankbar. Und es tut mir Leid, dass es vielen anderen im Moment nicht so gut geht“, erklärt Hornig.

Das war im Jahr 2010: Manuel Hornig bejubelt als Profi des 1. FC Kaiserslautern sein Tor zum 3:0-Endstand gegen den SC Paderborn
Das war im Jahr 2010: Manuel Hornig bejubelt als Profi des 1. FC Kaiserslautern sein Tor zum 3:0-Endstand gegen den SC Paderborn.
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