Handball
TS Rodalben gegen TV Dahn: „Zauberei“ zu Samba-Rhythmen
In der Anfangsphase taten sich beide Teams zunächst in der Offensive schwer. Doch schon hier war die TSR schneller auf Linie als ihre Gäste. Der extrem gut aufgelegte Hendrik Matheis erzielte die 3:1-Führung nach sechs Minuten. Dann nutzte Dahn die Rodalber Fehler. Lars Stahlhofen per Siebenmeter und Louis Farbacher glichen zum 3:3 aus. Die mögliche Gästeführung machten zwei kapitale Fehlpässe von Felix Pavlitzek zunichte. Nicht nur ihm fehlte die nötige Ruhe. „Wir haben gleich im ersten Angriff einen völlig unvorbereiteten Wurf genommen. Dabei war etwas ganz anderes besprochen“, zeigte sich TVD-Trainer Michael Blank abermals ratlos. Seine Schützlinge bekamen in der Folge zu spüren, dass zwischen den Mannschaften eigentlich ein Klassenunterschied besteht.
Brödel kaum zu überwinden
Die Dahner Abschlüsse wurden immer mehr eine Beute vom fast unüberwindbaren Frederik Brödel im TSR-Tor. Und vorne traf die Turnerschaft jetzt alles. Nach 40 Minuten hatten die Dahner Torleute gerade mal einen Ball abgewehrt. „Und der Rodalber Torwart hatte einen blauen Bauch“, merkte Blank sarkastisch zur Abschlussqualität der Seinen an.
Dahn hatte noch Glück, dass Sebastian Fischer für seine Attacke gegen den Dahner im TSR-Trikot, Jonas Goll, nur eine Zeitstrafe quittierte (16.), während auf der Gegenseite Timm Hubele für eine ähnliche Aktion – ein Eisbein gegen Lukas Schwarz – später glatt Rot sah. Bei Fischers Foul ging die TSR-Bank synchron aus dem Sattel, Goll verletzte sich bei dem Bodycheck glücklicherweise nicht.
Früh entschieden
Nach 20 Minuten stand es 10:3. Fünf Minuten später war die Begegnung de facto entschieden: 15:7. Die TSR begann, angetrieben vom eigenen Anhang, der wieder einmal für eine fantastische Atmosphäre mit Samba-Rhythmen in der Halle sorgte, Spaß an dem Spiel zu bekommen. „Wie er den ablegt, das ist Zauberei“, kommentierte Hallensprecher Claus Schäfer das 27:14 von Timm Hubele, der von Jonas Baumgart herrlich am Kreis angespielt wurde. „Ein Kempa-Trick!“, jubelte Schäfer nach dem 29:15 von Lukas Baumgart (43.).
Ob man solche Tricks gegen einen so unterlegenen Gegner machen soll? „Ich sehe darin keine Respektlosigkeit dem Gegner gegenüber, sondern den Spaß am Spiel, der das Wichtigste an der Sache ist. Die Jungs machen das auch im Training. Und ich habe das früher auch selbst immer gerne gemacht, ein Pass hinter dem Rücken oder durch die Beine“, sagte TSR-Coach Mirko Pesic dazu. Er war zufrieden mit dem Gebotenen.
Stahlhofens 18 Würfe
Auf der Gegenseite waren die Waffen stumpf: Lars Stahlhofen mühte sich, biss aber bei der TSR-Defensive – insbesondere bei Torwart Brödel – auf Granit: Er benötigte am Ende 18 (oft unvorbereitete) Wurfversuche für fünf Treffer, davon einen per Siebenmeter. Die Höchststrafe: Brödel wehrte erst einen Schuss von Stahlhofen ab und fing dann den Nachwurf von Elias Buttell (55.) sicher.
Erst als die TSR am Ende in den Regenerationsmodus schaltete, gelang Dahn etwas Ergebniskosmetik. „Ich glaube, dass meine Mannschaft mit dem Druck in den wichtigen Situationen nicht klarkommt. Der Wille ist da, aber wir schaffen es nicht, das umzusetzen, was wir uns vornehmen“, zog Blank ein Fazit: „Auch unsere Routiniers konnten heute nicht helfen.“ Während Blank sein Team wieder aufbauen muss, freut sich Pesic „auf eine Trainingswoche voller Euphorie“.
SO SPIELTEN SIE
TS Rodalben: Brödel - Lukas Baumgart (3), Goll (5), Matheis (6) - Haury (5), Schäfer (7) - Saradeth (3); Hubele (2), Jonas Baumgart (3/1), Dully (1), Potrony (1), Kölsch (1/1)
TV Dahn: Helfrich, 26.-30. und ab 45. Grundel - Stahlhofen (5/1), Link (1/1), Schwarz (5) - Eckelmann (5), Felix Pavlitzek - Farbacher (1); Fischer (2), Kriebel (1), Axel Kuntz, Bold, Buttell
Spielfilm: 3:1 (7.), 3:3 (11.), 10:3 (20.), 19:10 (Halbzeit), 36:17 (54.), 37:21 (Ende) - Siebenmeter: 3/2 - 4/2 - Zeitstrafen: 4 - 4 - Rote Karten: Hubele (40., Foulspiel) - Eckelmann (60., 3. Zeitstrafe) - Beste Spieler: Brödel, Matheis, Goll - Schwarz - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Kischko/Kuntz (Wörth/Lingenfeld-Schwegenheim).