Fußball
SV Hermersberg: Tag der Ausraster
Einmal mehr in dieser Saison hat Fußball-Verbandsligist SV Hermersberg durch einen Treffer in der Nachspielzeit verloren. Am Sonntag setzte es gegen den Drittletzten, den ASV Fußgönheim, eine bittere 2:3 (1:1)-Heimniederlage. Der SVH fiel damit auf einen Abstiegsplatz zurück.
Es lief die zweite Minute der Extrazeit. Martin Amoako, umtriebiger Außenspieler des ASV, nahm Maß und donnerte den Ball vom Strafraumeck knapp unters Tordreieck. Die Hermersberger Spieler sanken zu Boden. „Es ist immer wieder das Gleiche. Wir bekommen in der letzten Minute den Gegentreffer. Ich kann mir das nicht erklären“, sagte der geknickte Lukas Bißbort, der beim SVH hinter den Spitzen agierte.
Zuvor hatten die Gelb-Schwarzen vor 130 Zuschauern die starken Auftritte der vergangenen Wochen nicht bestätigen können. „Vielleicht haben wir das Spiel auf die leichte Schulter genommen“, merkte SVH-Kapitän Pascal Masch nach der Partie an. Zuvor hatte seine Mannschaft wenig Druck im Pressing entwickeln können, gab zudem (wie auch der Gegner) nach Ballgewinn schnell wieder die Kugel ab.
Wächter im Tor
Schon beim 0:1 durch Nico Najda (23.) war die SVH-Abwehr nicht gedankenschnell, ließ sich vom Fußgönheimer Offensivakteur übertölpeln. Najda war plötzlich allein vor Torhüter Noah Wächter, der für die verletzten Luca Layes und Sven Deppert eingesprungen, und schoss halbhoch von der Strafraumgrenze ein. Das 1:1 von Bißbort, nach einer flachen Hereingabe von Masch (32.) kam aus dem Nichts.
Immer wieder waren die Gäste aus der Vorderpfalz in Überzahl, ohne aber den letzten Pass punktgenau platzieren zu können. Auch beim 1:2 durch Amoako (49.) wirkte die Abwehr – wie auch der herausstürmende Torhüter Wächter – unglücklich.
Einen Bärendienst erwies Patrick Freyer seinem Team. Nach einem Foul am pfeilschnellen Marvin Takpara lief Hermersbergs Co-Spielertrainer nah an dem Fußgönheimer vorbei und ließ sich dazu hinreißen, zumindest in dessen Richtung zu spucken. Schiedsrichter Felix Zirbel zog wegen dieser Unsportlichkeit die Rote Karte (61.).
Dausmann als Stürmer
In der Folge war es Wächter, der die Hermersberger mit einigen starken Paraden im Spiel hielt. Als SVH-Trainer Jens Mayer, der sich nach dem Abpfiff nicht zu der Partie äußern wollte, auf eine Dreierkette umstellte und Innenverteidiger Marius Dausmann in den Angriff beorderte, kam es zu mehr Strafraumszenen. Eine Kopfballverlängerung von Dausmann auf Florian Weber nutzte dieser mit feinem Fuß und viel Körpereinsatz zum 2:2-Ausgleich (79.).
Als im Anschluss auch noch ASV-Torhüter Marvin Gebhard nach einem Kopfstoß gegen Weber, der zu einer Rudelbildung führte, die Rote Karte sah (85.), versuchte Hermersberg alles. Doch das nun von Abwehrspieler Danilo Radonjic gehütete Gehäuse des ASV brachten sie nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Schlimmer noch: Statt den Siegtreffer zu erzielen, kassierten die Hermersberger mal wieder ein spätes Gegentor und fielen damit auf einen Abstiegsplatz zurück.
SO SPIELTEN SIE
SV Hermersberg: Wächter - Metzger, Simon, Dausmann, Masch - Freiler, Dudek - Lelle, Bißbort (71. Gries), Freyer - Weber.