Pirmasens
Spenden-Radeln für schwer kranke Kinder
Oliver Trelenberg weiß, wie es ist, wenn man schwer krank ist. Er war alkoholabhängig, bis er 2003 beschloss, sein Leben zu ändern. Auch eine Krebserkrankung hat der 56-Jährige überstanden. Was ihm geholfen hat: Er hat das Radfahren für sich als Therapie entdeckt. „Dann habe ich mir überlegt, ob ich das Radeln mit einem guten Zweck verbinden kann“, erzählt Trelenberg, dem schnell klar war: „Ich möchte Menschen Mut machen und gemeinsam mit ihnen krebs- und schwerst kranken Kindern helfen.“ Mit seiner ersten Aktion unterstützte er den Deutschen Kinderhospizverein, dann wiederholt den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Ins Gespräch mit den Spendern kommt er meist über den Aufdruck auf seinem Trikot. Wer sich für seine Aktion interessiert und spenden will, bekommt einen Flyer, der wie eine Visitenkarte samt Lebenslauf funktioniert. Die hat er immer im Gepäck.
Aktuelle Tour für den Verein „Strahlemännchen“
Aktuell fährt er für den Verein „Strahlemännchen – Herzenswünsche für krebskranke Kinder“. In Attendorn unterhält der Verein an der Listalsperre fünf Wohnblockhäuser, das sogenannte Rabaukenland, in denen krebskranke Kinder aus ganz Deutschland mit ihrer Familie Urlaub machen können. „Wenn die Kinder aufgrund ihrer Erkrankung nicht selbst anreisen können, kommt das Traummobil“, erzählt der Radler. Das sei ein umgebauter Krankenwagen, mit dem die Fahrgäste zum Urlaubsort gebracht werden.
Außerdem erfülle der Verein kranken Kindern Wunschfahrten. Ein Kind, erzählt er, hat sich gewünscht, ans Meer zu fahren. Das „Strahlemännchen“ ermöglichte eine Reise auf die Nordseeinsel Fehmarn. Ein Junge, der aufgrund eines Tumors ein Bein verloren hat, zog es unbedingt wegen einer Veranstaltung ins Sauerland. Auch das organisierte der Verein. Unterstützt werden alle kranken Kinder bundesweit. Für manche Kinder rufen die Eltern an, manche kommen über Fördervereine und Kliniken.
Ein Halt in Städten, die ihn unterstützen
Seine Touren plant Trelenberg mit Radtourenbüchern, die ihm ein Verlag zur Verfügung stellt. Stets sind es touristische Radwege, immer startet er von Hagen aus. „Täglich fahr’ ich 40 bis 90 Kilometer“, erzählt Trelenberg. Und Halt macht er in den Städten, die ihn unterstützen. So plant er die Etappen, meist zu Weihnachten, denn eine Familie hat er nicht.
Am Freitag führte ihn sein Weg nach Pirmasens – über den Pirminius-Radweg von Homburg über Zweibrücken. Die Stadtverwaltung unterstützte ihn mit einer Übernachtung in der Jugendherberge und 50 Euro für den guten Zweck. Oberbürgermeister Markus Zwick, der aktuell wegen der Stadtradel-Kampagne selbst begeisterter Radfahrer ist, lud Trelenberg auf eine Apfelschorle in den Strecktal-Biergarten ein – zum Plausch von Radler zu Radler.
Wie eine Radtour verläuft, ergebe sich oft noch auf dem Weg, denn nicht alle Kommunen würden dem Spendensammler sofort antworten, berichtet er. „Das ergibt dann auch mal ein Zickzack auf der Karte“, erzählt er amüsiert.
Apropos: Wo Trelenberg sich aktuell befindet, kann auf facebook.com/oliradelt mitverfolgt werden. Von Pirmasens ging es erst einmal weiter nach Landau, Speyer und Heidelberg, dann will er über Bayern und dann über Berlin an die Ostseeküste. Seit 2019 ist der engagierte Spendenradler mit dem E-Bike unterwegs, eine Spende von Shimano, so wie alles, was mit dem Rad zusammenhängt.
Die Gelder, die Trelenberg für den guten Zweck erradelt, verwaltet die Stadt Hagen. Bargeld nimmt er niemals an. „Das hat immer so ein Geschmäckle“, findet er. Wer möchte, kann auf ein Spendenkonto seinen Beitrag überweisen.
Spendenkonto und Website
Sparkasse Hagen Herdecke, IBAN DE23 4505 0001 0100 0004 44 , Verwendungszweck: Oli radelt für das Strahlemännchen, Kassenzeichen 800900009638. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt. Weitere Infos gibt es auch auf dieser Website.