Handball
Schongang reicht Rodalben zu klarem Derbysieg in Dahn
Die Bezeichnung Derby wollte am Samstagabend nicht so recht zu dem passen, was da in der Dahner Schulsporthalle stattfand. Der mit dem letzten Aufgebot agierende TV Dahn hatte gegen die TS Rodalben von Beginn an keine Chance, unterlag dem bisherigen Tabellendritten mit 15:26 (7:19). Und die Gäste hatten sogar noch den Schongang gewählt.
Zwar lockte das „Derby“ immerhin 150 Zuschauer an, darunter die zuvor siegreichen Pfalzliga-Frauen der FSG Hauenstein/Rodalben, doch echte Stimmung kam auf den Rängen gar nicht erst auf. Dahn hatte quasi schon vor dem Spiel die Waffen gestreckt.
Ohne fünf Stammkräfte
Mit Torwart Stephan Helfrich, Kreisläufer Lars Stahlhofen (beide beruflich verhindert) und den Rückraumspielern Lukas Schwaz (privat verhindert), Fabian Schwarz und Moritz Pavlitzek (beide verletzt) fehlte bis auf die Außenspieler die komplette Stammbesetzung. Der 45-jährige Jens Rutschmann musste von Beginn an im Rückraum auflaufen, auf der Bank saßen nur zwei Auswechselspieler. „Ziel war lediglich, dass das Publikum merkt, dass die Mannschaft alles gibt. Das ist auch gelungen, deshalb bin ich schon zufrieden“, sagte später TVD-Trainer Michael Blank, der das Spiel gerne verlegt hätte, was aber nicht geklappt hatte. Blank: „Rodalben wollte am Freitag spielen, aber da wäre unsere Situation kein bisschen anders gewesen.“
So ergriff Rodalben sofort die Initiative. Gestützt auf eine anfänglich solide Abwehr und einen druckvollen Angriff wurde eine 9:1-Führung (15.) herausgeschossen, wobei hier schon das Tempospiel zu kurz kam. Danach plätscherte das Spiel eben so vor sich hin, wie auch Rodalbens spielender Interimstrainer Jonas Baumgart zugab: „Ich bin nicht wirklich zufrieden. Wir haben zu viele Fehler gemacht, Dahn hat noch mehr Fehler gemacht. Mir tun die Zuschauer leid, weil das alles so langsam war.“ Es sei schwer gewesen, weil man sich habe einschläfern lassen. Zur Stimmung in der Halle meinte er: „Es ist eben schwer, wenn man mit 20 Toren führt, da noch Stimmung reinzubringen, weil dann auch auf der Bank keiner mehr aufsteht, wenn man ein Tor wirft.“
Goll muss raus
Bitter für die TSR: Im ersten Angriff verletzte sich der Ex-Dahner Jonas Goll. Baumgart: „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes, denn er ist anfällig für Muskelfaserrisse. Wir brauchen ihn aber gegen Edigheim.“ Goll musste sofort ausgetauscht werden und kam auch nicht mehr ins Spiel zurück.
Dahn fand lange kein Mittel, um den Ball ins gegnerische Tor zu bringen. Als bei Rodalben die Konzentration nachließ, gelangen sporadische Erfolge. Doch 30 Fehlwürfe und 21 Ballverluste im Aufbauspiel (TSR: 11/16) zeigen klar, wie hilflos die Dahner offensiv agierten. Die oft schlecht vorbereiteten Würfe unter Zeitnot waren meist leichte Beute der TSR-Keeper oder flogen am Tor vorbei.
Eher Freundschaftsspiel
So verkam der Vergleich für beide auch von der Intensität her eher zum Freundschaftsspiel, in dem die Schiedsrichter phasenweise auch sehr kleinlich Zeitstrafen verhängen. Härte war in diesem Spiel ebenso wenig zu finden wie das sonst übliche Feuer in Derbys, das dann auf die Ränge überspringt – oder von dort auf die Teams. Blank erlebte nach eigenem Bekunden einen stressfreien Abend auf der Trainerbank und begründete dies: „Es war von Beginn an klar, dass wir in der Konstellation gar nichts verlieren können. Die Mannschaft hat so noch nie zusammengespielt. Und sie hat sich nicht blamiert, sondern das in die Waagschale geworfen, was ihr unter diesen Umständen möglich war.“
SO SPIELTEN SIE
TV Dahn: Grundel - Rutschmann (2), Link (2), Farbacher (1) - Eckelmann (5), Felix Pavlitzek (1) - Fischer (1); Buttell (1), Brinkmann (2/2)
TS Rodalben: Brödel, ab 31. Müller - Schäfer (3), Goll, Matheis (10) - Haury (8), Heß (6) - Hubele; Jonas Baumgart (1/1), Blank (3), Dully (5/1)
Spielfilm: 0:3 (7.), 1:9 (15.), 4:12 (22.), 7:19 (Halbzeit), 10:22 (44.), 13:30 (53.), 15:36 (Ende) - Siebenmeter: 4/2 - 3/2 - Zeitstrafen: 3:4 - Beste Spieler: Eckelmann - Matheis, Brödel - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Baum/Ballat (HSG Kaiserslautern).