Pirmasens Rekord: Jobcenter verhilft 941 Leuten zu Arbeitsplatz

Aktuell beziehen 2983 Familien mit 5672 Personen eine Leistung des Jobcenters Pirmasens.
Aktuell beziehen 2983 Familien mit 5672 Personen eine Leistung des Jobcenters Pirmasens.

Die gute Wirtschaftslage hat auch in Pirmasens für zusätzliche Beschäftigung gesorgt. Das Jobcenter integrierte im vergangenen Jahr 941 Menschen in Arbeit und Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt, „so viele wie noch nie in einem Jahr“, sagte Bürgermeister Markus Zwick gestern im Hauptausschuss des Stadtrats. Zur Debatte stand die Bilanz des Jobcenters Pirmasens.

Zwick erinnerte daran, dass es in Pirmasens einen hohen Bedarf an Fachkräften gebe, „wir stehen mit den Firmen in engem Kontakt“, sagte er. Erneut betonte er die Wichtigkeit eines dritten Arbeitsmarkts für Pirmasens. Wenn mehr Menschen, insbesondere Langzeitarbeitslose, in eine Beschäftigung kämen, wirke sich das positiv auf die Betroffenen, aber auch auf deren Familien aus. Der negative Einfluss langzeitarbeitsloser Eltern auf ihre Kinder sei oft stärker als der positive Einfluss von Kindergärten und Schulen. „Deshalb müssen wir diese Eltern mitnehmen“, sagte Zwick. Die Stadt hat nach Angaben des Bürgermeisters bei der Landesregierung in Mainz einen Vorstoß unternommen, um in Pirmasens ein größeres Projekt für einen dritten Arbeitsmarkt umzusetzen. Zwicks Vorstellung: Mindestens 150 Menschen sollen für mindestens fünf Jahre in dem Projekt eine Beschäftigung finden. Aktuell beziehen 2983 Familien mit 5672 Personen eine Leistung des Jobcenters Pirmasens. Darunter befinden sich 4039 erwerbsfähige Menschen, wie der Leiter des Jobcenters, Peter Schwarz, gestern im Hauptausschuss mitteilte. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sei im Vorjahresvergleich um 208 (5,5 Prozent) gestiegen. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Zuzugs im Bereich Flucht und Asyl rechnet das Jobcenter mittelfristig mit einem deutlichen Zuwachs an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Zu schaffen machen dem Jobcenter die Flüchtlinge. „Wir wissen nicht, wie viele Zuzüge von Flüchtlingen es geben wird. Das erschwert unsere Arbeit“, sagte Schwarz. Die Zahl der Personen mit Fluchthintergrund, die Leistungen des Jobcenters erhalten, habe sich im Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat von 318 auf 972 Personen erhöht (305 Prozent). Darunter seien 631 erwerbsfähige und 341 nichterwerbsfähige Menschen. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei Flüchtlingen beträgt 411, so Schwarz. Im Vorjahresmonat waren es noch 176 (233 Prozent). Weil in Pirmasens die Wohnungen vergleichsweise billig sind und wegen des bevorstehenden Familiennachzugs rechnet das Jobcenter mit weiterhin steigenden Flüchtlingszugängen. Von den Kunden in der Betreuung des Jobcenters Pirmasens verfügen nach Angaben von Schwarz 3,2 Prozent über eine marktnahe und 62,1 Prozent über eine marktferne Integrationsprognose. Aktuell werden 201 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren betreut. Von diesen Jugendlichen verfügen 94,3 Prozent über keinen Berufsabschluss. Darunter befinden sind 68 jugendliche Flüchtlinge (99,4 Prozent ohne Berufsabschluss). Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Stadt Pirmasens ist im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen. Im Oktober 2017 lag die Zahl der gemeldeten Stellen bei 361 und damit um 13,2 Prozent über dem Vorjahreswert. „In den folgenden Jahren ist nicht davon auszugehen, dass sich die Marktbedingungen in Pirmasens grundlegend ändern werden“, so das Jobcenter. Konkret zeichneten sich 2018 und 2019 Integrationsmöglichkeiten und Qualifizierungsbedarf bei der geplanten Eröffnung von Einkaufsmärkten und der Jugendherberge in Pirmasens ab. Weiteres Potenzial, Kunden in Arbeit zu bringen, sieht das Jobcenter in der kunststoffverarbeitenden Industrie – Profine beispielsweise hat Bedarf angemeldet – und im Dienstleistungssektor, speziell in den Bereichen Zeitarbeit und Call-Center, sowie im Bereich Heime und Sozialwesen.

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