Pirmasens Leistungsgerecht

Hermersberg. Das Sickingerhöh-Derby in der Fußball-Landesliga West zwischen dem SV Hermersberg und Aufsteiger SV Herschberg brachte nach 90 überaus unterhaltsamen Minuten ein leistungsgerechtes 3:3 (1:1)-Unentschieden. Alle drei Treffer der Gäste fielen nach Standards. Hermersberg avanciert zum 3:3-Spezialist der Liga.

Trotz des schwülen Wetters entwickelte sich ein laufintensives, sehr faires Derby, bei dem sich keine Mannschaft Vorteile herausarbeiten konnte. Die Gastgeber setzten auf ihre Viererkette, während der Aufsteiger aus Herschberg mit einer variablen Dreierkette überraschte und dadurch gar nicht so tief stand, wie das von einem Neuling in der Klasse erwartet werden darf. Dafür verstärkten die Gäste ihr Mittelfeld, wo Marius Müller die Fäden zog. Was Herschberg nicht gelang – die Elf von Spielertrainer Markus Lechner spielte sich nicht eine einzige Torchance heraus. Alle Herschberger Tore fielen nach Standardsituationen. Hermersbergs Sturmspitze Kai Schacker tat sich lange schwer, stellte sich ihm doch stets mit Markus Lechner ein äußerst erfahrener Zweikämpfer in den Weg. Kaum einmal hinter der Spitze agierend war Schacker auch schon gefährlich. Er lenkte ein Anspiel sofort auf den völlig frei stehenden Sener Serif Oglu und der ließ Herschbergs Keeper Tim Schiefer keine Chance – 1:0 (25.). Jannick Rinner wuchtete seinen Einwurf auf den Strafstoßpunkt, wo Jens Schüngel über den zu weit vorm Tor stehenden Andre Zott verlängerte – 1:1 (32.). Noch spannender verliefen die zweiten 45 Minuten. Daniel Lenhard brachte Schacker im Strafraum zu Fall. Den Elfmeter schießt Philipp Weishaar gut und platziert – findet aber im parierenden Schiefer seinen Meister (53.). Klasse das 2:1 (62.): Kaan Akten leitet im Fallen an Schacker weiter, der den Ball ansatzlos neben den Pfosten in die Maschen setzt. Herschberg antwortet prompt. Sebastian Donauer bringt einen Freistoß auf den langen Pfosten, wo Marius Müller seine gute Leistung mit dem 2:2 (66.) krönt. Das 3:2 (68.) für Hermersberg – eine Kopie des 2:1. Doch dieses Mal ist Luigi Canizzo, der nach seiner Einwechslung für viel Betrieb sorgte, der Torschütze. Mit dem Rücken zum Tor aus der Drehung versenkt er genau da, wo vorhin Schacker die Kugel reingemacht hatte. Stadionsprecher Martin Lelle erinnerte die Zuschauer an das 1994 in der Bezirksliga schon einmal ausgetragene Derby zwischen den beiden Vereinen, das die Heimmannschaft mit 3:2 gewonnen hatte. Aber daraus wurde nichts. Herschberg erhielt drei Minuten vor Spielende einen Freistoß, über den sich Hermersbergs Trainer Fritz Fuchs mächtig aufregte. „Der Schiri hätte eigentlich für uns Freistoß pfeifen müssen!“, fand er. Und Herschberg ließ sich die Chance nicht entgehen. Rinner setzte den Freistoß aus 25 Metern so, dass er vor der Torlinie aufsprang und unter dem fliegenden Hermersberger Keeper Zott ins Netz rutschte – 3:3 (87.). „Wir verteilen zu viele Geschenke. Wie in Eppenbrunn (auch 3:3) haben wir heute auch zwei Punkte verschenkt“, sagte Fuchs der mit der Defensivleistung seiner Elf haderte. „Das war gute Unterhaltung für die Zuschauer garniert mit viel Spannung. Das Unentschieden war leistungsgerecht“, freute sich Herschbergs Spielertrainer Lechner.

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