Tore, Träume, Temperamente
Kurioses von den Fußballern aus Ruppertsweiler, Hinterweidenthal und Bundenthal
Nur der Chef trifft
Es gibt sie, und sie sind noch nicht einmal eine Rarität: die Vorsitzenden eines Fußballvereins, die selbst noch bei den Herren mitspielen. Florian Eder (37) ist einer davon und Matthias Schäfer (46) auch. Eder führt den SV Hinterweidenthal, Schäfer ist der Chef des FC Ruppertsweiler. Beide haben eine Mannschaft, die in der B-Klasse Ost am Ball ist. Beide waren am Sonntag im Einsatz, allerdings mit sehr unterschiedlichem Erfolg.
Eder, der in dieser Saison auch schon zwei Mal in Hinterweidenthals Landesligamannschaft zum Einsatz kam und gelegentlich in der zweiten Mannschaft aushilft, markierte am Sonntag im B-Klasse-Match gegen den TuS Leimen das einzige Tor der Partie. „Der Ball kam in die Mitte des Strafraums. Ich habe einen Gegner ausgespielt und den Ball dann in die Ecke geschoben“, erzählt Eder die Geschichte seines unspektakulären Treffers. Dieser brachte der abstiegsgefährdeten SG Hinterweidenthal II/Dahn die Punkte 12, 13 und 14 ein.
Wenn er als Vorsitzender mitkicke, sei er nicht der Vereinschef, „sondern nur einer von elf“, betont Eder. Allerdings versuche er, „Vorbild zu sein“. Und: „Ich mache das für meine Jungs.“ Übrigens spielte am Sonntag mit Daniel Müller ein weiterer Vorsitzender des SVH mit.
Ganz anders die Vorzeichen bei Schäfer und seinem FCR. Nur noch zehn Spieler standen dem auch als Interimstrainer fungierenden Schäfer vor der Partie beim FC Merzalben zur Verfügung. „Ich wollte und konnte daher meine Mannschaft nicht im Stich lassen und spielte mit. Aber nicht als Torwart, der ich ja nun mal bin, sondern als Feldspieler“, berichtet Schäfer. Im Tor stand zunächst einmal Mykola Petrov, ein junger Ukrainer, der mit Fußball lange nichts am Hut hatte, allerdings als Jugendlicher mal im Tor gestanden habe. Es war übrigens Ruppertsweilers zehnter (!) Torwart in dieser verflixten Saison.
Als in der Halbzeit Koffi Oppong erklärte, dass er nicht weiter im Feld spielen könne, allenfalls im Tor zur Verfügung stehen könne, wurde gewechselt: Petrov raus, Oppong (als elfter Keeper im 16. Rundenspiel) rein. Petrov kassierte beim 0:16 elf, Oppong fünf Gegentreffer. Mit im Team: Der 56-jährige Torsten Zäh und Markus Käfer, der nach Schäfers Worten „auch schon weit über 40“ ist.
Einziges Ziel der Ruppertsweilerer sei es, „die Runde zu Ende zu spielen“ und in der nächsten Saison mit Spielern einen Neuanfang zu bewerkstelligen, denen „der dritte Geburtstag ihrer Katze nicht wichtiger als ein Training oder gar ein Meisterschaftsspiel“ ist, wie Schäfer anmerkt. Die Vorbereitungen für eine ordentliche nächste Saison würden gut laufen.
Landesligist in Nöten
Probleme mit dem Torwart hat indes nicht nur der FC Ruppertsweiler, sondern auch Landesligist Sportfreunde Bundenthal. Weil sich Stammkeeper Nicolas Röhrig vorigen Freitag eine Rippenprellung zugezogen hatte und Zweitmannschaftstorwart Tim Leidner beruflich verhindert war, musste erneut ein Feldspieler zwischen die Pfosten rücken. Und wie am 19. November beim Auswärtsspiel in Rodenbach traf es Co-Spielertrainer Lukas Hoffmann, eigentlich ein Stürmer.
„Das ist nicht so meins. Ich bin da leicht überfordert“, gestand der Ex-Fehrbacher. „Wir suchen nach einem Ersatz, was aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr schwierig ist“, sagt „Ho-Lu“, der kommende Saison weiter mit Sebastian Reinert das Trainerduo bildet. Letztlich sprang im Heimspiel gegen Ramstein ein 2:2 heraus. Bundenthal verbleibt damit in der Abstiegszone.