Pirmasens
Hugo-Ball-Gymnasium: Stadt investiert kräftig in Sanierung
1958 wurde die Immobilie in idyllischer Lage am Stadtrand gebaut und seitdem etwas vernachlässigt. Zentnerschwere Fassadenteile drohten abzustürzen. Das Dach ist an einigen Stellen undicht. Durch die Fenster zieht es und einige davon sind schon blind. Und die kaum gedämmten Gebäude verschlingen jedes Jahr mehr als eine Viertelmillion Euro an Energie. 50.000 Euro für Strom und 220.000 Euro für Fernwärme.
Mit der seit 2014 laufenden Fassadensanierung will Bürgermeister Michael Maas im kommenden Jahr fertig sein. Bisher wurden dafür 750.000 Euro investiert. Die dortige Wärmedämmung ist mit einer Dicke von bis zu acht Zentimetern nicht allzu fett und die Schulgebäude damit noch weit entfernt von einem Passivhausstandard. Es sei aber auf jeden Fall schon besser als vorher, findet Maas. Jetzt kommen Dächer, Fenster und Heizung dran. Die Heizungssteuerung sei nicht auf dem neusten Stand. In den Sälen fehle es an einer Feinjustierung und die Übergabestation müsse erneuert werden, erläutert Alexander Kölsch, Leiter des Gebäudemanagements bei der Stadtverwaltung.
Mehr als 200 neue Fenster
Im vergangenen Jahr wurden die 126 Fenster des A-Baus durch dreifach verglaste Wärmeschutzfenster ersetzt. Jetzt sind die 109 Fenster im B-Bau an der Reihe. Am C-Bau waren die Dächer undicht. Diese werden derzeit neu abgedichtet, mit einer 20 Zentimeter dicken Wärmedämmung versehen und anschließend begrünt. Maas will die Dachbegrünung so gestalten, dass auf der 1200 Quadratmeter großen Fläche künftig rund 30.000 Liter Regen zurückgehalten werden können. Gründächer sollen als Schwamm fungieren, um Spitzen bei Starkregen abzufedern.
„Das ist zwar nicht extrem viel, hilft aber trotzdem bei einem Gewitterregen“, findet Maas und denkt dabei an die vielen anderen Flachdächer auf städtischen Gebäuden, die so umgerüstet zu einem riesigen Schwamm würden, um sehr große Wassermengen abzufangen. In den nächsten Wochen soll das Dach fertig sein. Dann geht es an das Dach vom A-Bau, das kein Flachdach ist und deshalb einen Beitrag zur Energieversorgung der Schule leisten soll. Zusammen mit der Dämmung soll ein Sonnenkraftwerk mit einer Leistung von 100 Kilowatt einen großen Teil des Stroms der Schule produzieren. In der Ursprungsplanung war laut Maas hier keine Fotovoltaik eingeplant. Seit der Energiekrise sei das aber etwas anderes und jetzt rechne sich die Anlage auf jeden Fall. Maas denkt sogar daran, den B-Bau auch mit einem Sonnenkraftwerk nachzurüsten und hier einen Batteriespeicher zusätzlich zu installieren. „Das würde Sinn machen“, ist der Bürgermeister überzeugt. Ursprünglich wollte die Stadt die Schuldächer einem Projektierer anbieten. Jetzt bevorzugt Maas die Stadtkasse selbst vom Sonnenstrom profitieren zu lassen.
LED-Lampen: Pilotschule
Beim Strom würde Maas gerne bereits kräftig im Innern sparen. Die Umstellung auf LED-Lampen dreht Warteschleifen, da der Förderantrag seit über einem Jahr nicht beantwortet wird. Das Hugo-Ball-Gymnasium soll hier als Pilotschule fungieren.
Bis Ende 2027 sollen die Sanierungsarbeiten fertig sein, hofft Maas. Schulleiter Ulrich Klein ist froh über die jetzige Sanierung, denkt aber schon weiter. Die Fachsäle müssten erneuert werden. Hier arbeite die Schule noch mit der alten pädagogischen Infrastruktur. „Das hat sich aber weiterentwickelt“, so Klein.
In Gymnasien geflüchtet
Mit der laufenden Sanierung sind die früheren Pläne eines Abrisses des Gebäudes und der Verlagerung der Schule an den Kirchberg zu den Akten gelegt worden. Dieser Plan sei entwickelt worden, als die Schülerzahlen noch rückläufig waren. „Das hat sich aber überholt“, so Maas. Unter anderem seien nach der Auflösung der Hauptschulen und deren Zusammenlegung zu Realschulen Plus viele Schüler in die Gymnasien „geflüchtet“, so Maas.