Fußball
FSG Wasgau ist kein Überteam, aber souveräner Landesliga-Meister und Pokalsieger
15 Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage, 78:14 Tore, 46 von 48 möglichen Punkten: Mit einer fast makellosen Bilanz ist die FSG Wasgau durch die Saison in der Frauenfußball-Landesliga Westpfalz/Nahe gerauscht. Dabei agierte die Frauen-Spielgemeinschaft von SC/TV Hauenstein, SV Gossersweiler-Stein, SC Busenberg und SV Hinterweidenthal ausgesprochen fair, nur fünfmal sah eine ihrer Spielerinnen eine Gelbe Karte. Und die FSG holte auch noch das Double, gewann das Finale im Westpfalz-Nahe-Pokal gegen den SC Stambach souverän mit 3:0.
Dabei sei die FSG Wasgau wahrlich nicht der Überflieger in der Landesliga gewesen. Doch der Zusammenhalt, die Spielintelligenz und vor allem das Gespür für Tore zur rechten Zeit, so sieht es Trainer Robert Schuster, ließen viele Spiele in Richtung der meist in Hauenstein spielenden Frauen kippen. Zum Training kamen die Meisterinnen aus Busenberg, Dahn, Pirmasens, Völkersweiler, Spirkelbach, Schwanheim, Gossersweiler-Stein, Dernbach, Annweiler, Bundenthal, Wilgartswiesen, Albersweiler, Wernersberg, und natürlich aus Hauenstein selbst angereist.
Stets die Ruhe bewahrt
Der Vizemeister der vorigen Saison hatte in dieser Runde zahlreiche verletzte Spielerinnen zu beklagen. Für Stammkraft Maja Burkhard reichte es nur zu einer Halbzeit im ersten Match, dann verhinderte der Meniskus weitere Einsätze. Der Beruf, das Studium oder Krankheiten verhinderten, dass Schuster seine Stammkräfte permanent zur Verfügung hatte.
Doch die ganz jungen Spielerinnen machten nach Schusters Worten alle „einen ganz großen Schritt nach vorne“. Naima Stoffel gab die überragende Abwehrchefin und andere Spielerinnen wie Tosca Farris – in der Vorrunde noch eine Stammelf-Wackelkandidatin – wuchsen über sich hinaus. Vor allem in der Rückrunde stabilisierte sich die FSG Wasgau mehr und mehr. Schuster: „Siegelbach II und Münchweiler/Alsenz waren die spielstärksten Mannschaften und taktisch besser geschult als unsere Mädels. Das kompensierten wir aber durch enorme mannschaftliche Geschlossenheit. Wir behielten in der Rückrunde auch den Glauben an uns, bewahrten in entscheidenden Spielen die Ruhe, agierten geduldig und mit viel Leidenschaft, bis der Sieg errungen war. Unsere ganz große Stärke nach der Verbesserung der Abwehr war natürlich die Tatsache, dass wir eigentlich immer in der Lage waren, in den entscheidenden Phasen Tore zu erzielen.“
Handballerinnen auf dem Feld
Seiner Torfrau Luisa Seibel bescheinigt der Coach aus Wilgartswiesen „unglaubliche Reflexe“. Sie sei „auch eine sehr gute Fußballerin“, Seibel hütet zudem das Tor der Hauensteiner Handballerinnen.
Lena Seibel (auch Handballerin), die erst 17-jährige Sara Kunz, Lea Meyer und auf der rechten Verteidigerposition Tosca Farris ließen die gegnerischen Stürmerinnen kaum zur Entfaltung kommen. Mit Ausnahme eines 4:4 in Stambach wurden sämtliche Begegnungen mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen. Großen Anteil daran hat Eva Gensheimer, die Spielgestalterin bei den FSG-Frauen. „Sie ist die beste Spielerin der Landesliga und könnte bestimmt auch professionell kicken. Sie ist zweikampfstark, sehr torgefährlich und überragend in der Spielgestaltung“, lobt Schuster die Pirmasenserin. Doch auch als die Lehramtsstudentin einen Monat in den USA weilte, konnte die FSG die Matches zu ihren Gunsten entscheiden.
Hanna Leidner und Nicole Hammer schufen auf den Sechser-Positionen Gensheimer die Freiräume im Mittelfeld. Davor auf der Achter-Position absolvierte Bundespolizistin Jana Burkhart eine starke Saison. Auf der linken Angriffsseite stürmte mit Annalena Kehrer eine torgefährliche Pirmasenserin, die laut Schuster „noch gar nicht weiß, wie gut sie ist“. Galt es Freistöße zu treten, waren Kehrer oder Gensheimer gefragt.
Verzicht auf Verbandsliga
Annalena Seibel (die dritte Handballerin im FSG-Team) und Nele Schwögler stürmten mittig oder von rechts außen kommend auf die gegnerischen Tore. Ein weiterer wichtiger Baustein im Meisterbauwerk war indes Co-Trainer Jörg Martin, der sehr viel Arbeit und Verantwortung übernahm und sich perfekt mit Schuster ergänzte.
Und doch war nicht alles perfekt beim Meister. „Wir mussten aus Mangel an Personal einige Spiele verlegen“, berichtet Schuster. Das ist dann auch der Grund, warum der Landesligameister auf den Aufstieg in die Verbandsliga verzichtet. „Wir müssen uns noch breiter aufstellen, damit wir keine Personalengpässe mehr haben. Das muss sich in der kommenden Saison ändern“, weiß Schuster, wo der Schuh drückt.
DER MEISTERKADER
- Tor: Luisa Seibel 23 Jahre/14 Spiele/kein Tor, Jana Baudy 21/5/0
- Abwehr: Lena Martin 22/14/0, Naima Stoffel 22/15/0, Tosca Farris, 25/15/1, Nicole Hammer 35/13/1, Luise Wadlinger 20/5/0, Franziska Zielke 20/5/0, Lea Meyer, 17/15/0, Sara Kurz 17/13/0, Vanessa Reno 27/1/0, Anna Lina Spengler 16/1/0
- Mittelfeld: Eva Gensheimer 23/13/21, Jana Burkhart 36/7/1, Hanna Leidner 20/12/0, Lena Seibel 25/5/0, Tina Ganster 27/2/1
- Angriff: Nele Schwögler 20/15/7, Annalena Seibel, 25/15/23, Annalena Kehrer 19/17/23, Vanessa Fischer 26/2/0, Maja Burkard 18/1/0, Saskia Bettler 29/1/0.