Pirmasens
Firmenporträt: Autoteile Felder beliefert Autowerkstätten in der Region
Mit Tim Felder (39) ist schon 2012 die nächste Generation ins Unternehmen eingestiegen. Der studierte Wirtschaftsinformatiker leitet heute die Geschicke des Pirmasenser Unternehmens, das unter Kurt Felder seinen Anfang hatte. Der Firmengründer hätte sich vor 48 Jahren wahrscheinlich nicht vorstellen können, wie sein Betrieb mal wachsen würde. Neben dem Stammsitz in Pirmasens hat Autoteile Felder mittlerweile Filialen in Zweibrücken, Landstuhl und Neustadt. Zeitweise gab es zudem noch einen Standort in Frankenthal. Der wurde 2022 geschlossen – allerdings nicht, weil er unrentabel war, wie der Firmenchef erzählt, sondern weil es schlichtweg schwierig war, Personal zu finden.
Rentabel seien alle Niederlassungen, die Pirmasenser sei jedoch die umsatzstärkste – in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Dependance in Neustadt, sagt Felder. Er berichtet zudem, dass die Kunden in der Vorderpfalz weniger am Preis verhandeln als in der Südwestpfalz. Hier gebe es noch eine ausgeprägte Do-it-yourself-Mentalität, sprich: viele Schrauber, die an ihren Fahrzeugen noch selbst Hand anlegen.
Kunden: Schrauber und Werkstätten
Dabei gehören nicht nur die Privatleute zu Felders Kunden, die in der heimischen Garage vor sich hin werkeln, sondern auch Werkstätten. Das reiche von großen Fachhändlern bis zum kleinen Ein-Mann-Betrieb. „Es gibt keine Werkstatt in der Region, die keinen Umsatz mit uns macht“, sagt Felder. Das führt dazu, dass fast jeder Autofahrer in der Südwestpfalz schon mal direkt oder indirekt mit Produkten zu tun hatte, die Autoteile Felder liefert.
30.000 verschiedene Teile umfasst das Sortiment, das im Pirmasenser Lager vorrätig ist, berichtet Felder. 80 Prozent der angefragten Teile könnten so direkt geliefert werden. Dreimal täglich erhalten die Kunden ihre Bestellungen zugestellt – Zeit ist Geld im Autogeschäft. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen es reichte, dass die Firma Felder ein- bis zweimal wöchentlich bei den Kunden vorbeischaute. Damals, erklärt Tim Felder, hatten die Autowerkstätten selbst noch größere Lager und eine Vorratshaltung von wichtigen Ersatzteilen.
Klopapier gibt es nicht
„Alles bis aufs Klopapier“, sagt Verkaufsleiter Sascha Andrie, könne Auto Felder seinen Werkstattkunden liefern. Die Palette reiche von Kotflügeln über Öle und Schmierstoffe bis hin zu Fußmatten und Schraubenziehern und vielem mehr, was gebraucht wird, um Autos zu reparieren.
Artur Bauer verantwortet einen weiteren Geschäftsbereich bei Felder. Er kümmert sich um Arbeitsbekleidung. Ein Steckenpferd des Unternehmens sind Arbeitsschuhe. Alleine 500 Paare sind am Standort Pirmasens vorrätig.
Kein Onlineverkauf
Was Tim Felder und seinen Mitarbeitern wichtig ist – gerade mit Blick auf die privaten Kunden – ist die Beratung an der Theke. Auto Felder verzichtet auf einen Onlinehandel und setzt konsequent auf Beratung. Um das richtige Ersatzteil zu finden, müsse man oft wissen, wo man im Fahrzeugschein wichtige Angaben finde. Dabei helfe sein Team, sagt Felder. Die Werkstattkunden wiederum ordern ihre Ersatzteile in der Regel online über ein Bestellsystem.
Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Deutschland liege bei rund zwölf Jahren, sagt der Geschäftsführer. Früher seien es neun Jahre gewesen. Gerade weil Neu-, aber auch Gebrauchtwagen teurer werden, gebe es viele Menschen, die ihr Auto lange fahren und selbst reparieren oder reparieren lassen. Vor diesem Hintergrund sei ihm nicht bange um sein Unternehmen, sagt Tim Felder. Zu seinen Kunden zählen weniger die Eigentümer von Neuwagen als die Zweit- oder Drittbesitzer der Fahrzeuge. Verkaufsleiter Andrie ist sicher, dass es weiterhin Arbeiten an Autos geben wird, die ein Privatmann machen könne. Allerdings werde dafür zunehmend Spezialwerkzeug gebraucht – auch das hat Felder im Angebot.
Mit Blick auf die Geschäftszahlen sagt Tim Felder: 2023 sei das beste Jahr der Firmengeschichte gewesen. Das Unternehmen habe einen mittleren einstelligen Millionenumsatz verzeichnet.
