Kegeln RHEINPFALZ Plus Artikel Aus einem Pirmasenser wurde ein Österreicher

Hält den Kontakt zu Rapid Pirmasens: Matthias Reiter.
Hält den Kontakt zu Rapid Pirmasens: Matthias Reiter.

Ein nach Österreich „ausgewanderter“ Pirmasenser hat dafür gesorgt, dass Kegel-Regionalligist Rapid Pirmasens ein internationales Spiel in seiner Saisonvorbereitung hatte.

Gegner auf den ESV-Bahnen am Hauptbahnhof war am Samstag der niederösterreichische Landesligist Union Raiffeisen Mank, den Rapid, obwohl nicht in stärkster Besetzung angetreten, mit 7:1 (15:9 Sätze, 3402:3282 Kegel) bezwang.

Die Initiative zu dieser Begegnung ging von Matthias Reiter aus, der vor seinem beruflich bedingten Wechsel nach Österreich unter seinem Geburtsnamen List zu den Stammspielern bei Rapid gehörte. „Der Kontakt zu Matthias ist nie abgerissen. Wenn er seine Eltern in Pirmasens besuchte, hat er fast immer bei uns trainiert. So kam der Gedanke, ein Spiel gegen uns auszutragen“, berichtet Rapid-Vorsitzender Jörg Blatt.

Mit 30 nach Österreich

Vor 17 Jahren, da war er 30, zog Reiter nach Österreich. In der Alpenrepublik habe er beruflich weitaus bessere Aussichten gehabt. Anfangs noch bei einer Leiharbeitsfirma im Logistikbereich arbeitend, wurde er nach einem halben Jahr fest übernommen. Zwei Jahre kegelte er beim österreichischen Zweitbundesligisten Voith St. Pölten. Reiter: „Am Anfang hatte ich schon mit Heimweh zu kämpfen. Ich wurde aber in meinem Umfeld toll aufgenommen, und über das Kegeln wurde ich dann schnell sesshaft.“

Da die Stadt Mank (im niederösterreichischen Mostviertel nahe Melk) näher zu seinem Wohnort lag, hat er sich dem dortigen Kegelverein angeschossen. Dort heiratete er 2010 und wurde Vater einer jetzt 13-jährigen Tochter. Da die Verbindungen zu Rapid Pirmasens nie abrissen, war das Spiel gegen die alten Kameraden eine Herzensangelegenheit. „Groß war meine Freude, als sich der Rapid nach zwischenzeitlichen Tief wieder zu einem Spitzenklub entwickelt hat. Einen großen Anteil daran hat Jörg Blatt“, unterstreicht der 47-jährige Staplerfahrer, der einst bei Alle Neune Pirmasens mit dem Kegeln begonnen hatte und mit dem KV Pirmasens Medaillengewinner bei der deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft war. Auf die Frage, wie er seine Zukunft plant, antwortet er: „Ich werde vermutlich immer in Österreich bleiben. Ich fühle mich sehr wohl dort.“

Jetzt fünf Rapid-Teams

Im Spiel war Reiter einer der Aktivposten seines Teams, hatte aber das Pech, in seinem Duell auf den besten Rapid-Spieler, Sportwart Michael König, zu treffen. Reiter führte zwar mit 2:1, doch im Schlusssatz drehte König auf, glich durch ein 166:136 zum 2:2 aus und holte aufgrund der insgesamt mehr gefällten Kegel (588:555) den Teampunkt.

Auch ohne den in die Bundesliga gewechselten Pascal Jestädt ist Rapid für die neue Saison deutlich breiter aufgestellt, da nicht nur sechs Spieler von der aufgelösten KSG Zweibrücken kamen, sondern auch Michael Rieder aus Dellfeld und Jonas Hudel, der vorige Runde zweigleisig kegelte (für Sembach und Contwig). Nach Blatts Worten muss nun noch ein Team nachgemeldet werden. Mit 36 aktiven Spielern in vier Sechsermannschaften und einem Viererteam ist Rapid Pirmasens mittlerweile einer der größten Kegelklubs in Rheinland-Pfalz.

SO SPIELTEN SIE

Rapid Pirmasens - KV Union Raiffeisen Manz 7:1 (15:9 Satzpunkte, 3402:3282 Kegel). Frank Hiestand – Harald Rahl 3:1 (584:555), Thomas Wetzel - Hubert Hackl 4:0 (581:528), Michael König - Matthias Reiter (List) 2:2 (588:555), Eckhard Göller - Stefan Blumauer 3:1 (549:535), Florian Semmler - Michael Dovrak 3:1 (575:554), Siegfried Burosch - Ernst Ekker 0:4 (525:555)

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