Pirmasens Auf Campus wird Platz knapp

Hochschulpräsident Hans-Joachim Schmidt begrüßte die Erstsemester am Standort Pirmasens.
Hochschulpräsident Hans-Joachim Schmidt begrüßte die Erstsemester am Standort Pirmasens.

Seit 1989 kann an der Hochschule in Pirmasens studiert werden. Im Wintersemester 2017/18, zu dem am Montag 175 Erstsemester begrüßt wurden, tun das so viele Studenten wie noch nie in der Geschichte des Hochschulstandortes: 807 Studierende sind aktuell eingeschrieben. Damit wurde erstmals die 800er-Marke übertroffen. Langsam wird der Platz auf dem Campus Pirmasens knapp.

Die Nachfrage nach Studienplätzen in Pirmasens steigt im In- und Ausland. „Es ist mit Abstand der internationalste unserer drei Standorte“, sagte Hans-Joachim Schmidt, Präsident der Hochschule Kaiserslautern, zu der der Standort Pirmasens gehört. Die Chance, Menschen aus anderen Ländern und anderen Kulturen kennenzulernen, „sollten sie unbedingt nutzen“, sagte Schmidt. Das erleichtere im Berufsleben die internationale Zusammenarbeit. Mit 62 Erstsemestern war die Angewandte Pharmazie erneut der gefragteste Studiengang in Pirmasens. Aktuell sind hierfür 208 Studierende eingeschrieben. 144 Frauen und 64 Männer. Die Verteilung der Studierenden nach Geschlechtern halte sich mit 312 Frauen und 495 Männern für eine technische Hochschule gut die Waage, freute sich Dekan Ludwig Peetz.

Ziel: Master für Pharmazeuten

Der Bachelor-Abschluss sei längst sehr gefragt in der Wirtschaft, konstatierte Schmidt. Das bestätigte der Pirmasenser Bürgermeister Markus Zwick, der die Erstsemester auf die enge Verbindung der Industrie in der Region mit der Hochschule hinwies. In Pirmasens verlaufe die Entwicklung positiv, konstatierte Zwick. Die Nachfrage nach geeigneten Standortflächen in der Stadt sei so groß wie lange nicht mehr. Trotz Nachfrage nach Absolventen mit gutem Bachelor-Abschluss müsse es auch Aufgabe der Hochschule sein, den Absolventen eine entsprechende weitere Ausbildung zu ermöglichen. Wie beispielsweise mit dem Master-Studiengang Product Refinement, der in englischer Sprache absolviert wird, ergänzte Peetz. Ziel sei es deshalb beispielsweise, einmal einen Masterstudiengang für die Pharmazeuten anzubieten. Hier funktioniere aktuell die Kooperation mit Universitäten in Sachen Master gut, unterstrich Peetz, dass die Absolventen aus Pirmasens gute Anschlussmöglichkeiten haben. Mittlerweile absolviere beispielsweise eine Absolventin sogar eine Promotion an der Uni in Bonn.

Zuschuss vom Bund in Labore investiert

Zu den Arbeitsmarktchancen sagte Hochschul-Präsident Schmidt: „Ingenieure sind in Deutschland gefragt, sie sind in der ganzen Welt gefragt. Das ist ihre Chance, nutzen Sie sie“. Die Hochschule sei bereit, gerade am kleinen, noch immer familiären Campus in Pirmasens die maximal mögliche Hilfe zu leisten. „Problem ist, sie müssen sich helfen lassen“, forderte Schmidt die Studenten auf, sich frühzeitig in Sachen Studienverlauf und Tutorien schlau zu machen. Es sei in den vergangenen Jahren erheblich am Standort investiert worden, sagte Peetz. Vor allem im Bereich der Labore. Eine erste Tranche von 450.000 Euro aus dem Hochschulpakt wurde beispielsweise genutzt, um Laborplätze für die Pharmazeuten zu schaffen. Der nächste Investitionsschwerpunkt im Laborbereich soll im Forschungsbereich liegen, erläuterte Peetz. Der Forschung komme an den Hochschulen verstärkt Bedeutung zu. Und es gilt Lösungen für ein sich verschärfendes Problem zu finden: „Wir haben bereits eine akute Raumnot“, bestätigte Peetz. Aufteilung in verschiedene Gruppen, die Nutzung aller denkbaren Räume für Vorlesungen und Übungen haben das Problem bislang gelindert. „Aber wir sind im Prinzip an der Grenze“, unterstrich Peetz, dass hier absehbar andere Lösungen gefragt sein werden.

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