Oster-Ausflugstipps RHEINPFALZ Plus Artikel Was tun am Oster-Wochenende? Empfehlungen aus der Redaktion

Einmal um Neustadt: der Drumrum-Weg samt Logo.
Einmal um Neustadt: der Drumrum-Weg samt Logo.

Viele haben über die Feiertage Zeit für einen Ausflug. Aber wohin? Sechs Tipps für Neustadt, Bad Dürkheim und Grünstadt – aber ohne Garantie, dass auch der Osterhase unterwegs sein wird.

Drumrum geht immer

Wer neue Seiten von Neustadt kennenlernen möchte, kann den Drumrum-Weg in Angriff nehmen. Das Angebot wurde vom Innenstadtbeirat initiiert und soll bald offiziell eingeweiht werden. Da die Schilder für die Wanderung aber schon hängen, steht einem Ausflug nichts im Weg. Und darum geht’s:

Eine Strecke von zwölf Kilometern führt zu zentralen Punkten in der Altstadt und dann einmal um das Stadtzentrum herum – daher auch der Name Drumrum-Weg. Unterwegs gibt es immer wieder neue Möglichkeiten, die Neustadter Altstadt „von oben“ zu betrachten und zu erkunden. Außerdem wurden verschiedene Stationen eingerichtet, an denen die Besucher Wissenswertes aus der Stadtgeschichte erfahren oder Sehenswürdigkeiten, wie Wolfsburg oder Welsch-Terrasse, bestaunen können. Einkehren ist auch möglich, spätestens am Ende der auf dreieinhalb Stunden angesetzten Wanderung. Denn das Ziel – wie auch der Start – ist ja direkt in der Altstadt, und dort gibt es jede Menge Cafés und Restaurants.

Übrigens: Aufgrund von Start und Ziel in der Innenstadt kann der Drumrum-Weg auch gut von allen in Angriff genommen werden, die per Bahn anreisen – denn der Hauptbahnhof liegt damit gewissermaßen mitten auf der Strecke. Wer will, kann sich auch nur für einzelne Etappen der Tour entscheiden.

Küken – Küken – Küken

Sie ist wieder da: Die Sonderausstellung „Küken – Küken – Küken“ mit quicklebendigem Hühnernachwuchs präsentiert das Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim zu Ostern. Die flauschigen Junghühnchen sind ein Besuchermagnet. Bis 23. April lassen sich die Kleinen aus nächster Nähe in ihrem gläsernen „Laufstall“ dabei beobachten, wie sie umher wuseln, Futter picken und immer mal wieder schlafen.

Laurenz und Konstantin bestaunen die Küken im Pfalzmuseum: Am Ostersonntag wird wieder Nachwuchs erwartet.
Laurenz und Konstantin bestaunen die Küken im Pfalzmuseum: Am Ostersonntag wird wieder Nachwuchs erwartet.

Zur Ausstellung gehört auch eine Brutmaschine in Aktion. Darin werden die Eier automatisch gedreht, damit der Embryo nicht an der Schalenhaut anhaftet. Erst ab dem 19. Tag, also kurz vor dem Schlüpfen der Küken, wird nicht mehr gewendet. Die Eier kommen vom ökologischen Schulbauernhof „Gut Hohenberg“ bei Annweiler. Dorthin ziehen die Museumsküken um, wenn sie so groß geworden sind, dass sie im Ausstellungsraum die Flatter machen würden. Die nächsten Küken sollen am Ostersonntag schlüpfen. Wer Glück hat, kann im Museum miterleben, wie die kleinen Nestflüchter nach dem anstrengenden Schlupf bald munter und rege werden.

Ebenfalls interessant: Auf Grafiken zeigt die Ausstellung, wie sich das Küken im Ei entwickelt, welche wilde Verwandtschaft des Haushuhns es gibt, und wie sehr sich die Eier einzelner Vogelarten unterscheiden. Außerdem laden Stationen kleine und große Museumsgäste dazu ein, selbst aktiv zu werden.

Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie zusätzlich am Ostermontag. An jenem Tag ist der Eintritt auch frei.

Ab in die Stumpfwaldbahn

Im Eistal geht an Ostersonntag und Ostermontag eisenbahntechnisch der Punk ab: Die Stumpfwaldbahn fährt wieder! Gezogen werden die Waggons mal von einer Schmalspur-Dampflokomotive, mal von einer Diesel-Lok. Die Fahrt startet am Eiswoog (an der L 395 zwischen Ramsen und Enkenbach-Alsenborn) und führt entlang des Eisbachs rund vier Kilometer bis nach Ramsen – und umgekehrt.

Gemütlich durchs Eistal: Osterfahrt unter Dampf mit der Stumpfwaldbahn.
Gemütlich durchs Eistal: Osterfahrt unter Dampf mit der Stumpfwaldbahn.

Unterwegs können die Fahrgäste aus- und einsteigen, beispielsweise am Haltepunkt Bockbachtal, von wo aus es sich gut wandern lässt. Dieses Jahr gibt es auch wieder einen Stopp am Ramsener Schützenhaus, Schauplatz eines der größten Ostereierschießen in der Region. Wer also seine Treffsicherheit testen will, kann dort eine Rast einlegen.

Übrigens: Wer nicht mit dem Auto anreisen will, kann auch mit der Bahn zum Eiswoog kommen. Von Bad Dürkheim aus dauert die Fahrt rund eine Stunde. In Freinsheim muss man umsteigen und schließlich bis zur Endstation Eiswoog durchfahren. Abfahrt der Stumpfwaldbahn am Eiswoog ist ab 10.10 Uhr, in Ramsen ab 9.30 Uhr.

Farbe bekennen, bitte!

„Verdamp lang her“ hat Wolfgang Niedecken als Frontmann der Kölner Rockband BAP einst gesungen. Ein Lied, das noch immer angesagt ist. Verdammt lange her ist auch das Hambacher Fest, genau gesagt fast 200 Jahre, und ebenfalls ein Dauerbrenner. Wer wissen will, warum Menschen damals hinauf zum Hambacher Schloss gezogen sind, ist zum Beispiel an den Kar- und Osterfeiertagen dort genau richtig. Und er wird auch Niedecken treffen – zumindest als Pappfigur.

Farbe bekennen im Hambacher Schloss: die Schauwand mit Wolfgang Niedecken und Abdelkarim.
Farbe bekennen im Hambacher Schloss: die Schauwand mit Wolfgang Niedecken und Abdelkarim.

Von der Aussicht mal abgesehen, die der Schlossberg immer zu bieten hat, ist da eben noch die 2022 neu gestaltete Ausstellung. Im ersten Teil können sich Besucher jeder Altersklasse locker in den Festzug von 1832 einreihen – zum Beispiel mittels Exponaten, Mitmachstationen oder einem Stück echten Pfälzer Lebensgefühls, das ja auch durch Kehle und Magen geht. Derart gut gerüstet, steht dann der zweite Ausstellungsteil an, der den Bogen von 1832 in die Gegenwart schlägt. Es geht um „Hambacher Themen“ wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Schwarz-Rot-Gold und Europa. Kurzweilig: „Farbe bekennen“ heißt es an interaktiven Stationen. Sprich: Mitmachen, Abstimmen, Kommentieren, und seinen Bekennermut testen. Ein Frontmann der Ausstellung ist ... Wolfgang Niedecken.

Geöffnet ist das Schloss täglich von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt inklusive Ausstellung kostet ohne Rabatt 6,50 Euro. Führungen (45 Minuten) gibt es an allen Kar- und Ostertagen um 11, 12, 14 und 15 Uhr.

Museum im Doppelpack

Über Ostern lohnt sich auch ein Blick in die beiden Neuleininger Museen, die zwischen April und Oktober an Sonn- und Feiertagen, jeweils 14 bis 17 Uhr, im Wechsel geöffnet sind. Am Ostersonntag können die Räume im südöstlichen Turm der Burg besucht werden: Dort dreht sich alles um die Burggeschichte, von der Grundsteinlegung 1250 bis zur Zerstörung. Viel Interessantes gibt es auch zur Entstehung der Stadt im Mittelalter, ergänzt durch Porträts historischer Persönlichkeiten.

Blick in die gute Stube des Museums an der Münze in Neuleiningen: Das Foto zeigt Hildegund Rixner (links) und Barbara Knopp.
Blick in die gute Stube des Museums an der Münze in Neuleiningen: Das Foto zeigt Hildegund Rixner (links) und Barbara Knopp.

Das Museum an der Münze in der Kirchengasse – offen am Ostermontag – zeigt Alltagsgegenstände aus der frühen Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert – vieles davon ist zum Anfassen. Zu sehen sind zum Beispiel alte Geräte aus der Landwirtschaft und dem Haushalt sowie Geschirr der örtlichen Steingutfabrik Jacobi, Adler & Co. Eine Sonderschau über Handarbeiten findet sich aktuell im Erdgeschoss: Gehäkeltes, Gesticktes und Gestricktes, Genähtes, Gewebtes und Geknüpftes sowie mit Occhi-Schiffchen hergestellte Spitzen von 1899 bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Eintritt in beide Museen ist frei.

Immer dem Drachen nach

„Kaiser, Kelten und Römer“ verspricht der Panoramarundweg des Drachenfelsclubs in Bad Dürkheim. Den historischen Gestalten kann der Wanderer zwar nicht persönlich begegnen, entlang der fünf Kilometer langen Strecke wird er aber allerhand ihrer eindrucksvollen Zeugnisse finden. Bad Dürkheim präsentiert sich auf dieser Strecke von seiner besten Seite. Lassen sich doch grandiose Aussichten und interessante historische Einsichten bestens verbinden.

Zunächst muss der Wanderer aber ein bisschen arbeiten. Vom Kurpark aus – über Gerberstraße und Vigilienstraße – geht es eine Geländestufe hinauf zur Kaiser-Wilhelm-Höhe. Die gute Nachricht für den schnaufenden Wanderer, der den Blick in die Ebene schweifen lässt: Viel mehr Steigungen kommen nicht mehr. Und mit dem Kriemhildenstuhl folgt schon bald der zweiter Aussichtspunkt. Dort laden neue Sandsteinbänke zum Picknicken ein. Wer Kinder dabei hat, sollte unbedingt ein Fernrohr einpacken, empfehlen die Stadt-Touristiker. Mit optischer Unterstützung seien die „Römer-Graffitis“, also was die römischen Legionäre vor knapp 2000 Jahren in den Stein ritzten, besonders gut zu sehen.

Fernblick: vom Kriemhildenstuhl auf Bad Dürkheim.
Fernblick: vom Kriemhildenstuhl auf Bad Dürkheim.

Leicht verwunschen geht es weiter. Wer genau hinschaut, kann im Wald noch die Strukturen der „Heidemauer“, einem keltischen Ringwall, erkennen. Der ist sogar noch einige hundert Jahre älter als der römische Steinbruch. Als kleinere Sehenswürdigkeit folgt der Aussichtspunkt Schaeferwarte, der im Vergleich zu den anderen Punkten auf der Strecke geradezu lächerlich jung ist. Bauen ließ ihn ein Winzer vor gerade mal 90 Jahren. Der Ausblick ist dennoch grandios. Dann muss sich der Wanderer vom Fernblick verabschieden. Über Weinbergwege geht es zum Riesenfass und damit wieder in den Stadtkern. Wer auf dem Weg mal den Überblick verliert: einfach dem Zeichen des Drachen folgen.

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