Neustadt Vierter „Neustadter Herbst“: Krieg und Kanzone

Am Sonntag startet die vierte Auflage des „Neustadter Herbsts“.
Am Sonntag startet die vierte Auflage des »Neustadter Herbsts«.

Am kommenden Sonntag eröffnet der vierte „Neustadter Herbst“ seine zwölfteilige Konzertfolge in der Stiftskirche mit einem Staraufgebot an Musizierenden. Und einem ungewöhnlichen Sujet.

„Festmusik in Kriegszeiten“ lautet das Motto zum Eröffnungskonzert des Festivals „Neustadter Herbst“ am Sonntag, 3. September, 18 Uhr, in der Stiftskirche. Das mutet, im Kontext der aktuell wütenden bewaffneten Konflikte auf der Welt betrachtet, zunächst befremdlich an. Aber auch da wurde schließlich komponiert, aufgeführt, dem Grauen getrotzt; Musik zur Ermutigung, zum Trost und nicht endlich, wenn die letzte Schlacht geschlagen war, um den ersehnten Frieden zu feiern.

Als beispielsweise Claudio Monteverdi 1641 sein „Gloria a 7 concertante“ (aus de „Selva Morale e spirituale“) schuf, bekriegten sich in Europa seit mehr als zwei Jahrzehnten Protestanten und Katholiken. Und der Venezianer Giovanni Valentini schrieb mitten in jenem Dreißigjährigen Krieg auf die Krönung Ferdinand III. seine festliche „Missa Coronationis“ zu Ehren des maßvollen Herrschers, der immerhin Wegbereiter für den Westfälischen Frieden war. Kompositionen des Österreichers Johann Gottfried Schmelzer und des in München geborenen Johann Caspar Kerll ergänzen die Werkskala rund um den großen Konfessionskrieg der Barockepoche.

Spitzenensembles am Start

Die prunkte mit teils opulenten Besetzungen. In Neustadt begeben sich zwei Spitzenensembles der Alte-Musik-Szene auf den schillernden Exkurs durch die Musiken in kriegerischen Zeiten: Das „Ensemble Delectus Cantionum“ mit Magdalene Harer und Kristen Widmer, Sopran, William Knight, Altus, Benedict Hymas und Johannes Gaubitz, Tenor, sowie Starbariton Wolf Matthias Friedrich und Roland Faust, Bass, zählen zum international reputierten Pool der Solisten-Ensembles. Ihm zur Seite agiert als instrumentaler Partner das Capricornus Ensemble Stuttgart mit Johannes Frisch und Michele Party, Violinen, Guy Ferber und Jens Jourdan, Trompeten, Josué Melendez und Clément Gester, Zinken, sowie den Posaunisten Henning Wiegräbe, Christine Häusler, Sabine Gassner, Yosuke Kurihara; dazu kommt das Continuo, das Matthias Müller, Violone, Matthias Später, Laute, und Jörg-Andreas Bötticher, Orgel, verwalten. Die Gesamtleitung hat Bezirkskantor Simon Reichert.

Info

Karten zwischen 28 und 19 (erm. 14 und 10) Euro gibt es in der Neustadter Bücherstube, Landauer Str. 5, im Prot. Dekanat, Schütt 9, und über ein Ticket-online-System; Info: www.neustadter-herbst.de .

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