Handball
TSG Haßloch: Wieso der Coach Gelb sieht für Vergehen einer Spielerin
Frauen-Handball-Oberligist TSG Haßloch hat ein neues Gesicht. „Vom Aufstiegsjahr sind nur noch sechs Spielerinnen dabei“, stellt Trainer Marc-Robin Eisel nach dem ersten Heimspiel in der zweiten Oberliga-Saison der TSG fest. Auch er hat einen neuen Partner: Benedikt Hettich. Während Hettich in der Partie gegen die Hunsrückerinnen meist auf der Auswechselbank sitzt und dort mit den Ersatzspielerinnen spricht, steht Eisel die ganze Zeit. „Ich muss mich austoben“, gesteht der Spieler des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen. Und schwitzt auch nach dem Spiel noch. Er und Hettich hätten sich für das Spiel eine Umstellung in der Abwehr überlegt, quasi als Überraschung für die Gästemannschaft. Statt der offensiven 5:1-Deckung bilden die Haßlocherinnen eine defensivere 6:0-Abwehr. Aber eine sehr aggressive. Eisel: „Wir wollten deren Stärke vom Kreis nehmen. Das hat auch 50 Minuten lang funktioniert.“ Dann aber fängt er an zu schwitzen. Und laut zu werden.
Schnelles Spiel
In einem von Beginn an extrem schnellen Spiel gehen die Gäste zwar zuerst in Führung, doch Haßloch hält mit. Neuzugang Katharina Scheid gleicht aus. Ein weiterer Neuzugang, Cornelia Langenberg, fängt den Ball in der Abwehr ab, und Scheid erhöht auf 5:2. Trotz vieler vergebener Chancen bleiben die Gastgeberinnen immer vorne, ziehen bis zur Pause auf 15:10 davon. Auch weil die HSG ebenfalls Latten- und Pfostentreffer hat.
Nach dem Seitenwechsel hält Haßloch das Tempo hoch, führt bald mit 21:12 (42.) und 22:13 (43.). Das HSG-Team stellt nun ebenfalls die Abwehr um, lässt Hanna Litzenburger vor der Abwehr für Unruhe im TSG-Angriff sorgen. Mit Erfolg. „Von plus neun schrumpft unser Vorsprung auf plus vier“, erklärt Eisel seinen Schweißausbruch. In der Abwehr seien sie zu diesem Zeitpunkt immer einen Schritt zu langsam gewesen. Und vorne „haben wir nur noch individuell gespielt“. Benedikt Hettich ergänzt, dass er überrascht gewesen sei, „dass die HSG zum Schluss noch so viele Körner hatte“. Die Gäste nämlich geben sich bis zuletzt nicht auf. Sie haben eine starke Vanessa Gerken im Tor, die einen Siebenmeter von Lucie Krein hält (57.) und den Konter der völlig ungehindert aufs HSG-Tor zueilenden Katharina Schmitt mit dem Fuß pariert (3.). Hanna Tatsch trifft zudem in der Schlussphase aus nahezu allen Lagen.
Auszeit nach Augenkontakt
Doch die beiden TSG-Trainer bringen ihre Schützlinge mit Auszeiten wieder in die Spur. „Da reicht ein Augenkontakt“, sagt Hettich, wie sie sich während des Spiels darauf einigen. „Wir wissen, wann’s Zeit dafür wird“, ergänzt Eisel.
Ein weiterer Neuzugang, Anne Wild, „hat uns extrem geholfen“, betont Eisel. Wild hat in der Abwehrmitte am Ende mit Lucie Krein das TSG-Gehäuse quasi zugenagelt. „In der Konstellation haben wir das am Mittwoch nur einmal trainiert“, verrät Eisel. „Es ist eh krass, wie wenig wir etwas trainieren“, fügt Hettich hinzu und betont, dass die Haßlocherinnen neue Dinge sofort umsetzen könnten. Am Ende wird es dann doch eine klare Angelegenheit für die TSG, die die HSG mit 26:22 bezwingt und hinter der FSG Ketsch/Friesenheim II Tabellenplatz zwei einnimmt. Eine Momentaufnahme. Aber eine spannende: Im nächsten Heimspiel am 1. Oktober ist die FSG Gast in Haßloch.
Harzdepot am Körper
Übrigens hat Marc-Robin Eisel in der Partie früh die Gelbe Karte erhalten (22.) – wegen eines Vergehens einer Spielerin. „Hier in der Halle ist kein Harzdepot am Körper erlaubt“, erklären die Schiedsrichter Dirk Mayer und Jens Landgraf (beide HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim) eine Regel. Der Gast habe darauf hingewiesen, dass die Haßlocherin Julia Spieß ein Harzdepot habe. Harztöpfe am Spielfeldrand seien zwar erlaubt, aber die Spielerinnen dürften kein extra Harz mit sich führen. Zur Erklärung: Die Handballerinnen spielen mit Harz an den Händen, um den Ball besser führen zu können. Manche schmieren sich einen Harzvorrat an einen Schuh, damit sie während einer Partie immer wieder Zugriff auf den klebrigen Stoff haben. Ob ein Harzdepot am Körper erlaubt ist, „hängt von der Halle ab – in Haßloch ist es nicht erlaubt“, betonen die Unparteiischen. Der Mannschaftsverantwortliche bekomme dann die Strafe, nicht die Spielerin. Hätte der Hinweis des Gegners nicht gestimmt, hätte der Gegner eine Strafe bekommen, fügen die Referees hinzu.