Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Tischtennis: Frauen des TuS Maikammer in einer Liga mit nur drei Gegnern

Zwei etwa gleichaltrige Teams: Der TuS Maikammer (rechts) besiegt die DJK TT Ottweiler mit 8:0.
Zwei etwa gleichaltrige Teams: Der TuS Maikammer (rechts) besiegt die DJK TT Ottweiler mit 8:0.

In der Verbandsoberliga der Frauen treten nur vier Teams an, darunter der TuS Maikammer. Es gibt nicht genug Mädchen und Frauen im Sport mit dem kleinen Ball. Die Pfälzerinnen bedauern dies, denn Tischtennis sei „ein super Frauensport“.

„Es ist selten, dass wir gegen Gleichaltrige spielen“, sagt Karin Commer, Spielerin des Tischtennis-Verbandsoberligisten TuS Maikammer, beim Blick auf ihre Gegnerinnen von der DJK TT Ottweiler. Dem kleinen DJK-Team reicht ein Auto, um zum Auswärtsspiel in die Kalmithalle zu fahren. Im Maikammerer Team sind die Spielerinnen zwischen 45 und 58 Jahre alt. Ähnlich ist es in Ottweiler. „Die Jüngste ist 41, die Älteste 60“, erzählt DJK-Mannschaftsführerin Verona Scheib.

Damit deuten beide Teams auf ein Problem im Tischtennis hin: Es gibt zu wenige Mädchen und Frauen. In der Verbandsoberliga Saarpfalz treten gar nur vier Mannschaften an, spielen dort quasi eineinhalb Saisons, um überhaupt ein paar Spiele zu absolvieren. „Wenn man alle vier Bezirke im Pfälzer Tischtennisverband zusammennimmt“, überlegt Schiedsrichter Thorsten Egly (ASV Maxdorf), „sind nicht einmal 50 Prozent aller Teams Frauen- und Mädchenteams.“

Spiel ohne Körperkontakt

Sie habe in ihrem Jugendtraining nur ein Mädchen, erzählt TuS-Spielerin Sabine Schmitt. „Und eine 40-jährige Anfängerin“. Dies sei sehr traurig. Im TuS Maikammer gebe es neben der Frauenmannschaft nur noch zwei Männer- und zwei Seniorenteams, aber keine Mädchenmannschaft. „Man braucht im Grunde als Mädchen bei Bezirksmeisterschaften nur den Schläger halten zu können und ist schon Dritte“, beschreibt Schmitt die geringe Anzahl an Spielerinnen. Dabei sei Tischtennis „ein super Frauensport“, betont ihre Teamkollegin Karin Commer: „Wir spielen ohne Körperkontakt und in der Halle.“ Sie ahnt einen Grund, warum so wenige Mädchen den Weg zum Tischtennis finden: „Das Angebot an Freizeitaktivitäten ist heute anders. Heute tanzen Mädchen viel: Garde oder Hip-Hop zum Beispiel.“ Sabine Schmitt ergänzt: „Oder sie reiten.“ Sie erinnert sich, wie sie vor vielen Jahren mit Tischtennis angefangen hat: „Ich habe reines Mädchentraining gehabt.“ Dies über fünf, sechs Jahre. „Dann auf einmal ist es abgebrochen.“

Andere Altersklasse

Nur selten erkundige sich bei ihnen jemand nach Frauen-Tischtennis. „Vor Corona hatten wir mal ein, zwei Hobbyspielerinnen“, erzählt die Maikammerer Mannschaftsführerin Christiane Lobe. „Aber die hatten nicht die Klasse, in einer Mannschaft zu spielen.“ Lobe ahnt, warum es für ihr nicht mehr ganz junges TuS-Team schwierig sei, junge Spielerinnen zu gewinnen. „Es ist eine andere Altersklasse. Die Jungen und wir haben andere Gesprächsthemen.“ Sie erzählt, dass sie sich in Maikammer alle gefragt hätten, warum die Tochter ihrer Teamkollgein Monika Lintz, Stephanie Lintz, für den TTV Edenkoben und nicht für Maikammer spiele. Lobe: „In Edenkoben sind sie recht junge Spielerinnen. Die sind von klein auf zusammen.“ In Maikammer könnten sie nur durch einen Umzug jemand Neues hinzugewinnen.

Verona Scheib berichtet, dass es im Saarland ähnlich sei. „Tischtennis ist ein komplexer Sport“, sagt sie. „Es braucht lange, um eine gewisse Spielstärke zu bekommen.“ In Ottweiler seien sie nur noch zu viert. Scheib: „Wir haben zwei Schülerinnen als Ersatz, aber der Weg zum Spiel nach Maikammer war ihnen zu weit.“ Die Anreise der Saarländerinnen war 130 Kilometer lang. „Wir spielen Tischtennis schon ewig“, sagt sie über sich und ihre drei Teamkolleginnen. „Das Tolle am Tischtennis ist, man kann bis ins hohe Alter spielen“, schwärmt Karin Commer von ihrem Sport. In St. Ingbert gebe es in der Saarlandliga eine über 70 Jahre alte Spielerin, weiß Scheib. Dass man im Alter allerdings langsamer spiele, stimme nicht, betont Schmitt und erinnert sich noch gut an eine Niederlage in einem Ranglistenturnier, die sie als 17-Jährige gegen eine damals 76-Jährige kassiert habe. „Das war krass. Das hat mir lange zu schaffen gemacht“, gesteht Schmitt und lacht heute darüber.

Nur noch 19 Schiedsrichter

Ob die Tischtennis-Verbände zu wenig für Frauen und Mädchen anbieten? „In den Verbänden gibt es generell das Problem, Posten zu besetzen“, verweist Sabine Schmitt auf die Schwierigkeit, jemanden fürs Ehrenamt zu gewinnen. „Aktuell gibt es im Pfälzer Tischtennis-Verband nur noch 19 Schiedsrichter“, ergänzt Thorsten Egly. Die meisten davon seien 50 Jahre oder älter.

Die Partie gegen Ottweiler ist mit einem Maikammerer 8:0-Sieg schnell nach nur eindreiviertel Stunden beendet. In der zweiten Partie einen Tag später gegen den SV Remmesweiler haben die Maikammererinnen „ein bisschen länger gebraucht“, sagt Lobe. Nach drei Stunden und zehn Minuten heißt es 7:7. Karin Commer habe einen schlechten Tag gehabt, habe nur ihr Doppel mit Sabine Schmitt gewonnen. Lobe: „Es kommt ganz selten vor, dass sie kein Spiel gewinnt.“

So spielten sie

TuS Maikammer - DJK TT Ottweiler 8:0. Karin Commer/Sabine Schmitt - Eva Zägel/Sabine Detemple 3:0; Monika Lintz/Christiane Lobe 3:2; Commer - Zägel 3:0, Schmitt - Kraiser 3:0, Lintz - Detemple 3:0, Lobe - Scheib 3:1, Commer - Kraiser 3:0, Schmitt - Zägel 3:0.

TuS Maikammer - SV Remmesweiler 7:7. Lintz/Lobe - Petra Abel/Melanie Frisch 1:3, Commer/Schmitt - Myriam Krämer/Andrea Scherer 3:0, Commer - Frisch 1:3, Schmitt - Abel 1:3, Lintz - Scherer 3:0, Lobe - Krämer 3:2, Commer - Abel 1:3, Schmitt - Frisch 3:0, Lintz - Krämer 3:1, Lobe - Scherer 3:0, Lintz - Abel 0:3, Commer - Krämer 2:3, Schmitt - Scherer 3:0, Lobe - Frisch 0:3.

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