Handball
SV Meckenheim mischt mit fünf anderen Teams in der Hobbyrunde mit
„Wir wollen alle nur spielen“, sagt Arndt Groth, stellvertretender Vereinsvorsitzender des SV Meckenheim, und lacht. Er ist Torwart im Handball-Hobbyteam des SV Meckenheim, das sich mit fünf weiteren Mannschaften an der Hobbyrunde innerhalb des Pfälzer Handball-Verbandes (PfHV) beteiligt. „Wir haben mit drei Mannschaften angefangen. Jetzt sind wir sechs“, freut sich Groth über zunehmendes Interesse. Die Spielerinnen und Spieler kennten sich untereinander aus früheren Zeiten. Seine Teamkollegin Sandra Hagedorn bringt’s auf den Punkt: „Bei uns spielen Leute, die 20 Jahre woanders gespielt haben. Jetzt, zum Ende der aktiven Zeit, sind wir hier wieder zusammen. Und das ist einfach schön.“
Sie geben alles in der Hobbyrunde. Sie freuen sich über jeden Torerfolg ihres Teams. Sie applaudieren ihren Torleuten nach einer gelungenen Parade. Und nach dem Schlusspfiff sind einige von ihnen hörbar außer Atem. In der Hobbyrunde ehemals aktiver Handballer treten Männer und Frauen gemeinsam in einer Mannschaft an. Auch im Team des SV Meckenheim, das am Wochenende Gastgeber war. Es gibt viele Besonderheiten in dieser Runde. Eine davon ist, dass nicht an jedem Wochenende gespielt wird, „aber einmal im Monat gibt es von September bis Mai einen Spieltag“, erzählt Matthias Zopf. Er organisiert das Meckenheimer Hobbyteam.
Flexible Handballer
Laut PfHV spielen die Hobbyhandballer seit der Saison 2022/2023 in Turnierform „im Modus jeder gegen jeden“. Abgesehen von der Turnierform zeigen sich die Hobbyspieler aber extrem flexibel, was ihre Partien, den Modus und die Spielzeit anbelangt. Das zeigt sich diesmal auch in Meckenheim, sind doch nur drei Mannschaften vor Ort, weil sich die Speyerer sehr kurzfristig abgemeldet haben. Alle Teilnehmer einigen sich ruck, zuck auf eine Spieldauer von einmal 15 Minuten. Im Modus jeder gegen jeden treten alle Mannschaften zweimal gegeneinander an. Denn alle Teams sollen auf 60 Minuten Spielzeit kommen, berichtet Arndt Groth.
Der Meckenheimer Maik Wandzik hat zwischendurch kaum Zeit, sich in einer Spielpause mit einem alkoholfreien Bier zu erfrischen. Er muss sofort wieder ran. Auch das ist einer weiteren Besonderheit der Hobbyrunde geschuldet. „Gerade war ich Kuhardter, jetzt bin ich wieder Meckenheimer und spiele gegen Kuhardt“, erzählt er schmunzelnd. „Kommt eine Mannschaft mit zu wenigen Spielern zum Turnier, holt sie sich Spieler von anderen Mannschaften“, erklärt Matthias Zopf das ganz spezielle Miteinander. Auch die Meckenheimer Jens Hedtke und Timo Erlewein laufen für Kuhardt auf.
Männer und Frauen in einem Team
Besonders ist ebenfalls, dass Männer und Frauen gemeinsam spielen. Die Meckenheimer haben dies quasi erfunden. Die Meckenheimer Frauenmannschaft sei schon vor Corona nicht mehr für den Spielbetrieb gemeldet worden, erinnert sich Sandra Hagedorn. „Aber wir haben weiterhin trainiert.“ Und irgendwann hätten die nicht mehr so ambitionierten Männer und die Frauen sich zusammengetan, trainierten jetzt immer mittwochs gemeinsam. „Wir haben dann gesagt, wir trainieren zusammen. Warum sollen wir nicht auch zusammen spielen?“, erzählt Christian Bappert, 1991 deutscher Jugendmeister. Der Verband habe lediglich verlangt, dass alle Mannschaften der Hobbyrunde dazu gefragt werden, ob in Meckenheim Frauen mitspielen könnten, erzählt Hagedorn. „Jetzt haben andere Mannschaften auch Frauen“, ergänzt sie und lacht. In Speyer gebe es sogar eine reine Frauenmannschaft, die in der Hobbyrunde mitspiele. „Wenn Frauen dabei sind, werden sie auch eingesetzt“, betont Matthias Zopf. Und sobald Frauen dabei seien, werde mit Bällen der Größe zwei gespielt. Normalerweise nutzten Männer Bälle mit größerem Umfang, die der Größe drei. Am Anfang habe es Bedenken gegeben, mit den Männern zu spielen, gesteht Hagedorn. Diese Bedenken seien schnell weg gewesen. „Selbst die ganz Vorsichtigen waren schnell überzeugt.“
Ohne Vereinsmitgliedschaft
Fairness steht im Vordergrund. Läuft ein Team mit einer oder mehreren Frauen auf, „gucken wir, dass wir auch mehr Frauen auf dem Feld haben“, wie bei Spielen gegen Speyer, das ein fast reines Frauenteam habe, so Hagedorn.
Ebenfalls speziell ist die Tatsache, dass ein Hobbyhandballer im Trikot beispielsweise der Meckenheimer nicht zwangsläufig Mitglied im SV Meckenheim sein muss. „Man braucht keinen Spielerpass“, sagt Hagedorn. Voraussetzung sei die Mitgliedschaft in einem Verein, der dem Sportbund Pfalz angehöre, heißt es auf der Internetseite des PfHV, „weil damit die versicherungstechnischen Voraussetzungen abgedeckt sind“. „Es könnte also auch ein Schachverein sein“, ergänzt Arndt Groth.
Ohne Tabellen
Was die Hobbyrunde ebenfalls auszeichnet: Die Ergebnisse sind unwichtig, ebenso die sportlichen Karrieren der einzelnen Spieler. „Ergebnisse werden nicht notiert“, sagt Sandra Hagedorn. Es gebe auch keine Tabellen. Tore und Erfolge seien zweitrangig. Hagedorn: „Hier zählt auch nicht, wer mal wie hoch gespielt hat.“ Sie seien alle nur zur Freude am Handball da. Christian „Bappi“ Bappert berichtet, dass sogar einige dabei seien, die früher nicht Handball gespielt hätten – in jeder Mannschaft. Ehrgeiz hätten sie schon, es sei immer noch Sport. „Aber die Fairness steht im Vordergrund“, sagt er. Bappert hat früher lange im SV Meckenheim gespielt. Irgendwann sei er zu alt gewesen, „und dann kam 2018 die Hobbyrunde“. Matthias Zopf hebt hervor, dass es nur wenige Fouls gebe und kaum Verletzungen. „Es macht einfach Spaß“, sagt Ralf Karl, der von seinem Arbeitskollegen Bappert überredet worden ist mitzuspielen. „Solange Knochen und Muskeln funktionieren“, ergänzt „Bappi“.
Speziell ist übrigens noch etwas beim Hobbyturnier: Im Handball ist es üblich, dass sich die Siegermannschaft nach der Partie fotografieren lässt. Die Hobbyhandballer aller Mannschaften indes stellen sich vor dem ersten Spiel gemeinsam vor Holger Wildt auf. Früher hätten sie das Gruppenfoto nach Turnierende gemacht, sagt Wildt. Aber nach dem Sport hätten alle nicht mehr so gut ausgesehen, verrät der für Marketing, Medien und Öffentlichkeit im SVM zuständige Wildt und lacht.
Kontakt
Wer mit dem Handball-Hobbyteam des SV Meckenheim trainieren und spielen möchte, mailt an handball@sv05meckenheim.de oder an Abteilungsleiter Christian Hemmer, c.hemmer@sV05meckenheim.de.