Handball
Oberliga-Frauen der TSG Haßloch hören auf den Rat ihres Trainers
„Ich hatte nie das Gefühl, dass sie nervös werden.“ Marc-Robin Eisel, Trainer der Haßlocher Oberliga-Handballerinnen, ist auch nach dem Spiel der TSG Haßloch gegen die FSG Bodenheim/Gonsenheim/TSV Schott die Ruhe selbst. Wie im Spiel. Sein Gegenüber Tim Kuntz ist hingegen immer wieder im TSG-Sportzentrum zu hören, spornt lautstark seine Schützlinge an. Zwar feiert die TSG einen am Ende souveränen 22:16 (11:9)-Sieg. Doch in der ersten Hälfte hätte auch Eisel Grund genug gehabt, laut zu werden.
Starke Gästetorfrau
Nach einem Fehlpass der Rheinhessinnen spielt TSG-Keeperin Selina Henrich einen langen Pass auf die davoneilende Ina Bühl. Vollkommen ungehindert scheitert sie an der starken Gästetorfrau Vanessa Konischek (8.). Den Wurf der konternden Imke Paul pariert Konischek mit dem linken Fuß (11.). Ina Bühl gewinnt in der Abwehr den Ball, dann scheitert im rechten Rückraum Jessica Glaser am Fuß von Konischek (12.). Einen verdeckten Wurf von Mona Illy meistert die FSG-Torfrau ebenfalls (22.) – Illy war die ganze Woche krank. „Robin sagt immer, wir schießen die Torhüter in die Weltauswahl“, verrät später Katharina Scheid mit einem Schmunzeln. Sie ist mit sechs Toren die erfolgreichste TSG-Schützin, gefolgt von Linksaußen Katharina Schmitt (5), die nach der Pause besonders bei Gegenstößen glänzt.
„Die Abwehren haben gut gestanden – deswegen gab es so wenige Tore“, stellt Scheid fest. „Und nur 16 Gegentore zu bekommen, spricht für eine gute Abwehr“, ergänzt sie mit Blick auf die eigene Defensive.
Starke TSG-Abwehr
Die steht in der Tat über 60 Minuten gut. „Wir haben aber in der ersten Hälfte kein Kapital daraus geschlagen“, lautet die Analyse von Marc-Robin Eisel. Beispielhaft dafür der Ballgewinn Scheids in der Abwehr: Der Ball prallt von ihren Händen ab – blitzschnell reagiert FSG-Spielerin Svenja Geiß und verkürzt auf 4:6 (19.). Überhaupt bleibt der Gegner immer in Schlagweite. Haßloch gelingt vor der Pause maximal eine Drei-Tore-Führung. Auch bedingt wegen eigener Fehlpässe, Fehlwürfe und Fangfehler. „Unsere Chancenverwertung war schlecht“, gesteht Katharina Scheid. „Wir haben mittlerweile eine gewisse Ausstrahlung, dass wir solch ein Spiel gewinnen“, sagt Eisel und bleibt erneut ruhig. „Er hat in der Pause gesagt, jede soll sich trauen zu werfen, die Abwehr soll so weitermachen wie bisher. Und der Rest kommt von alleine“, plaudert Scheid noch aus. Ihr Trainer soll recht behalten.
Nach der Pause leitet Selina Henrich mit einer Parade gegen FSG-Rechtsaußen Tanja Werber die Wende ein (32.), hält kurze Zeit später den Wurf von Linksaußen Ann-Christin Knierim. Den Siebenmeter von Geiß wehrt sie mit einem Bein ab (45.). Bereits in der Abwehr bereiten die Gastgeberinnen ihre Angriffe vor: Scheid erobert den Ball, passt zu Schmitt, die zum 16:12 kontert (46.). Zwei Minuten später das gleiche Spiel: Scheid knöpft dem FSG-Angriff den Ball ab, Schmitt sorgt per Gegenstoß für das 18:14. Von Linksaußen erhöht sie auf 19:14 (52.). Eines der am schönsten herausgespielten Tore: Aus dem linken Rückraum spielt Scheid Jessica Glaser schnell in den Lauf – die Linkshänderin stößt mit Volldampf durch die Lücke in der Abwehrmitte und trifft zum 15:12 (40.).
Krein nur auf der Bank
Eine Haßlocherin schaut übrigens nur zu: Mannschaftsführerin Lucie Krein sitzt 60 Minuten lang auf der Bank. „Sie ist verletzt“, informiert der Sportliche Leiter der TSG-Frauen, Peter Wingerter. Es könne sein, dass sie für den Rest der Saison ausfalle.
Dafür ist eine lange fehlende Spielerin wieder auf dem Feld: Rechtsaußen Flora Schilling trainiert erst seit zwei Wochen wieder mit dem TSG-Team. Die BWL-Studentin hat ein Auslandssemester in Porto hinter sich. In dieser Zeit habe sie kein Handball gespielt, nur Beachvolleyball. Und sie habe sich mit Laufen fit gehalten. „Aber Handball ist ja wie Fahrradfahren – das verlernt man nicht“, sagt sie und lacht. Aber auch sie kritisiert die vielen Fehlwürfe ihrer Mannschaft. „Wichtig ist, dass wir das Spiel gedreht haben“, stellt sie dann zufrieden fest.
Ein neues Gesicht
Auf der Haßlocher Bank ist ein weiteres neues Gesicht zu sehen: Mika Schwenken, Torhüter der mHSG Friesenheim-Hochdorf, unterstützt Torwarttrainer Bruno Spieß, erzählt Peter Wingerter. Da diesmal der zweite TSG-Trainer Benedikt Hettich aus beruflichen Gründen gefehlt habe, habe Schwenken ihm geholfen, sagt Eisel.