Neustadt
Neustadt: Kulturpreis für Gerhard Hofmann
Es ist nicht der erste Preis, den Gerhard Hofmann bekommen hat. Schon als Student hat er Förderpreise erhalten, so den Juniorenpreis der Pfälzer Kunstfreunde und den Förderpreis der Stadt Salzburg, später den Pfalzpreis für Malerei und den für Grafik. Er ist ein vielseitiger Künstler, der sich besonders ausgezeichnet hat mit seiner Kunst der Farbradierungen.
Die Laudatoren waren, außer dem Vorsitzenden des Stadtverbands Kultur, Pascal Bender, der Journalist und Politiker Walter Schumacher, ehemaliger Kulturstaatssekretär und langjähriger Weggefährte Hofmanns, sowie Kulturdezernent Ingo Röthlingshöfer. Sie vermittelten einen Überblick über das künstlerische Schaffen und das Engagement Hofmanns für Kunst und Kultur in Neustadt.
Stadtmotive auf Einkaufstaschen
Die meisten Neustadter kennen seine Werke von Einkaufstaschen und Kaffeebecher, die mit seinen Stadtmotiven geschmückt sind. Sein charakteristischer Stil ist sofort zu erkennen. Die Stadtansichten sind Teil einer Reihe vor Darstellungen dieser Art, die sich nicht nur Neustadt, sondern auch anderen Orten der Pfalz und dem Land Rheinland-Pfalz widmen. Andere Bildserien wie die „Schöpfungstage“, die „Zauberflöte“, „Alice im Wunderland“ oder der „Sommernachtstraum“ sind von ihm bekannt. Seine Serie „Flugobjekte“ veranlasste Laudator Schumacher, ihn einen Senkrechtstarter zu nennen, der aber auf dem Boden geblieben sei.
Dies war ein wiederkehrendes Thema der Laudatoren: Hofmann als bodenständiger Künstler, der sich nicht großartig als Künstler inszeniere oder sich selbst als Kunstwerk betrachte. Phantasievoll und kreativ sei er, aber auch sehr genau und akribisch, von außerordentlicher Ausdauer. Er kombiniere Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit und Genauigkeit. Das zeigten nicht nur seine eigenen Werke, zu denen auch Skulpturen und Glaskunst gehörten, sondern auch seine Arbeiten für andere Künstler. Sie lassen ihre Farbdrucke von ihm anfertigen. So hat er zum Beispiel mit Karin Kneffel, Armin Müller-Stahl und Janosch zusammengearbeitet. Hofmann verfügt über ein großes Netzwerk in der Kunstwelt.
Janosch-Bilder im Adventskalender
Gerade die Beziehung zu Janosch hat in diesem Jahr besondere Früchte getragen: Es ist Hofmann gelungen, zu sehr guten Konditionen Bilder von Janosch für die Gestaltung des Adventskalenders der Bürgerstiftung in den Fenstern des Neustadter Rathauses zu organisieren. In diesem Jahr ist er außerdem Kulturbotschafter der Stadt Neustadt geworden, in früheren Jahren war er Vorsitzender des Kunstvereins. Bei aller Weltoffenheit interessiert ihn die Stadt Neustadt. Er betreibt historische Recherchen und hat schon einige Irrtümer korrigiert: zum Beispiel die Zuordnung eines Bildes im Stadtmuseum Villa Böhm, das angeblich, aber nicht wirklich Kunigunde Kirchner darstellt.
Die Bereitschaft, selbstverständlich zu helfen, seine Ideen einzubringen und mitzuarbeiten, wurde von allen Rednern betont. Auch das Publikum klatschte lange und herzlich nach der Preisverleihung und der kurzen Dankesrede – der Preis wird ihm offenkundig sehr gegönnt, Eine Welle von Wohlwollen war zu spüren.
Aktuelle Bilder sind in seiner Galerie im Klemmhof ausgestellt. Ikonen der Moderne wie Marilyn Monroe, Elvis Presley, Frida Kahlo, aber auch Pfälzer Berühmtheiten wie der Fußball-Weltmeister von 1954, Fritz Walter, sind dort zu sehen.
Ein früherer Kulturpreisträger, die Kolpingskapelle Hambach, sorgte für Musik. Durch die Veranstaltung führte Michael Landgraf.