Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Motorsport: Schlinck gewinnt erneut Rallye Südliche Weinstraße

Es kann losgehen. Vorn Klaus F. Raschig vom MSC Ramberg, der im BMW 1802 ti die Retro-Rallye fährt.
Es kann losgehen. Vorn Klaus F. Raschig vom MSC Ramberg, der im BMW 1802 ti die Retro-Rallye fährt.

Fünf Prüfungen, drei auf der Kalmit, zwei bei Großfischlingen, sind zu absolvieren. Frank Schlinck aus Waldhambach setzt die Bestzeit in 19:32 Minuten. Lisa Kiefer aus Landau ist die Beifahrerin des Zweitplatzierten der 39. Rallye Südliche Weinstraße. Ein neu formiertes Team aus Ranschbach fährt sogar eine Runde mehr.

Frank Schlinck und Yvonne Treiling (Waldhambach/Ramberg) haben im Mitsubishi Lancer Evo IX die 39. Rallye Südliche Weinstraße gewonnen. Sie wiederholten ihren Erfolg aus dem Jahr 2013, obwohl sie nicht zum engen Favoritenkreis gezählt haben. Erstmals zusammen unterwegs, erreichten Andre Weigel und Christiane Braun aus Ranschbach im Subaru Impreza WRX STI als 37. das Ziel.

Einen Tag nach seinem 52. Geburtstag machte sich Frank Schlinck ein schönes Geschenk. „Es ist für uns ein besonderer Tag“, freute sich der Kfz-Mechanikermeister beim Blick auf die Ergebnisliste. Nach einem vorsichtigen Beginn steigerte sich das Team und holte sich zum dritten Mal den Gesamtsieg. „Ich bin dafür bekannt, dass ich etwas zögerlich starte und auf den ersten Metern die Technik prüfe“, erzählte der Südpfälzer.

Barke touchiert

Und die hat gestimmt. Mit der schnellsten Zeit auf der zweiten Wertungsprüfung, dem Rundkurs bei Großfischlingen, hatte er nicht gerechnet. „Unmittelbar nach dem Start habe ich eine Barke touchiert, und dabei wurde der Reifen etwas von der Felge gedrückt“, schilderte Schlinck sein Erlebnis. Der 9,45 Kilometer lange Rundkurs liegt dem Duo, auch bei der zweiten Befahrung setzte es die Bestzeit. „Die dritte Wertungsprüfung, wiederum über die Kalmit auf einer Länge von 4,33 Kilometern, hatte es in sich, und da fiel eine gewisse Vorentscheidung“, erklärte Schlinck.

Das hoch favorisierte Team Damian Sawicki/Cornelia Nemenich (Hamminkeln/Merchweiler) schied wegen eines Defekts aus. Björn Satorius/Tobias Braun (Seeheim-Jugenheim/Maikammer) verloren viel Zeit. Schlinck: „Plötzlich waren wir mit einem Vorsprung von 5,3 Sekunden an der Spitze.“ Vor Raffael Sulzinger und Lisa Kiefer (Passau/Landau) im Ford Fiesta Rally 4.

Fehlerfrei mit 300 PS

Mit einem Vorsprung von 13,2 Sekunden ging das Duo in die letzte Prüfung. „Auf dieser Prüfung waren wir nochmals gut unterwegs“, erzählte Yvonne Treiling strahlend. Die 44-jährige gelernte Arzthelferin war mit sich und dem Piloten zufrieden: „Frank ist fehlerfrei gefahren und hatte den Mitsubishi mit seinen 300 Pferdestärken immer fest im Griff.“

Andre Weigel und Christiane Braun zeigten, dass sie mithalten können. „Wir haben unser Ziel erreicht“, resümierte der 23-jährige Techniker. Das Fahrzeug sollte heil ins Ziel kommen, und das erreichten sie. „Die Harmonie im Fahrzeug hat vom ersten Meter gestimmt“, erklärten die beiden Rallyebegeisterten. Christiane Braun kennt die Szene: Sie saß schon mehrmals auf dem Beifahrersitz von Joachim Weigel, dem Vater ihres jetzigen Fahrers. Ihr Bruder Edwin Braun gewann in den Jahren 2008 und 2009 diese Rallye als Beifahrer des nicht verwandten Karlheinz Braun. „Ich habe heute die Sicherheitsausrüstung meines Bruders getragen“, verriet die 48-jährige Sekretärin.

Eine Runde zu viel

Auf das Endergebnis schaute das Team weniger. „Mit unserem Subaru starten wir in der Gruppe der verbesserten Fahrzeuge. Aber wirklich verbessert ist das Fahrzeug nicht. Getriebe und Bremsen wie weitere Teile entsprechen der Serie“, betonte Weigel. Auf der fünften Wertungsprüfung über die Kalmit fuhr er eine der besten Zeiten. Da war der Lapsus auf der zweiten Wertungsprüfung schnell vergessen. Das Team fuhr eine Runde zu viel, die Uhr lief unaufhaltsam weiter. „Es war mein Fehler. Christiane schickte mich aus dem Rundkurs, und ich bog einfach nochmals in die Runde ein“, sagte der Pilot. Aber auch diese zusätzliche Runde, die eine gute Platzierung zunichte machte, hätten sie genossen.

Es sei schon schön, wenn bei der Rallye Südliche Weinstraße ein Team aus der Region gewinne, betonte Andreas Schwalié vom Ausrichter MSC Ramberg. Bis zur vierten Wertungsprüfung lag das Vater-Tochter-Team Wilfried Brunken/Alexa Brunken aus Eschbach in der Spitzengruppe, musste aber im letzten Abschnitt den Mitsubishi Lancer Evo X wegen eines Defekts abstellen.

Klassensieg für Wacker/Felke

In der Retro-Rallye-Serie hatte das Ehepaar Sebastian Dietz/Denise Dietz aus Lambsheim nach vier Prüfungen im BMW 323 einen Vorsprung von 16 Hundertstelsekunden auf das Vater-Sohn-Team Thomas Gutheil/Albert Gutheil aus Enkenbach-Alsenborn im Toyota Celica und Sven Hoßfeld/Jasmin Wittemann (Bad Rappenau/Lambsheim) im Audi A 4 V 6 Quattro. Udo Wagner/Sebastian Kurz (Edenkoben/Lug) lagen im BMW 325 auf Rang fünf.

Das Team Tim Wacker/Anne Felke (Maikammer/Belgien) blieb im Renault Clio RSR Rallye 5 in der Klasse der Rallye-Cars bis 1400 Kubikzentimeter Hubraum alleine und sicherte sich hier den Sieg. In der Klasse der Rallye-Cars bis 1600 Kubikzentimeter belegten Sascha Roth/David Albert aus Esthal im Citroen C 2 VTS Rang fünf. In der Retro-Rallye-Serie wurden Markus Koppenhöfer/Andre Klein (Neustadt/Elmstein) im Volkswagen-Polo Elfte. Den 17. Platz belegte das Duo Dominik Dick/Christian Roeder (St. Martin/Maikammer) im BMW 320 vor Andreas Eichhorn/Christopher Heyn (Edenkoben/Neustadt) im Audi 80 B 2.

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