Neustadt Klappe auf, Eier raus

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Geld einwerfen, Fachnummer eintippen, Eierschachtel rausholen und Restgeld mitnehmen – so funktioniert der erste Regiomat in Landau, der seit Kurzem an der Frühmesser-Tankstelle in der Zweibrücker Straße steht. Zu kaufen gibt’s frische Eier aus Freilandhaltung vom Hof der Familie Döllinger aus Oberschlettenbach.

Je nach Wunsch des Kunden spuckt der Regiomat Eierschachteln mit sechs oder zehn Eiern aus – und das rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche. Die Preise liegen je nach Anzahl und Größe der Eier zwischen 2,20 und 3,50 Euro pro Schachtel. „In etwa einer Woche werden auch Nudeln aus eigener Herstellung am Regiomaten erhältlich sein“, kündigt Nico Döllinger an. Neben Eiernudeln wird es auch Low-Carb-Nudeln aus Kichererbsenmehl geben. Die sind glutenfrei und dürften vor allem diejenigen begeistern, die sich kohlenhydratarm ernähren. Familie Döllinger hält Hühner und Rinder. Auf den Wochenmärkten in Hauenstein und Dahn verkauft sie ihre Eier. Außerdem hat sie auf ihrem Hof eine Selbstbedienungsklappe auf Vertrauensbasis: Oberschlettenbacher können Eier aus einem Kühlschrank holen und das Geld daneben in eine Kasse legen. „Das funktioniert gut“, berichtet Döllinger. „Auf die Idee, in Landau einen Regiomaten aufzustellen, hat mich meine Mutter gebracht“, erzählt er. Sie arbeitet in Landau und versorgt ihre Arbeitskollegen mit Eiern. Da es nicht einfach sei, einen Verkaufsstand auf dem Landauer Markt zu bekommen, sei der Regiomat eine gute Alternative, um die Eier auch in Landau anbieten zu können. Von anderen Mobilstall-Besitzern hatte Döllinger von dieser Möglichkeit erfahren. Also suchte die Familie nach dem geeigneten Standort für solch einen Automaten in Landau. Ihre Wahl fiel auf die neue Frühmesser-Tankstelle. Besitzer Thomas Frühmesser war sofort begeistert. Das Besondere an den Hühnern von Familie Döllinger ist ihre Haltung, bei der Mobilställe eingesetzt werden. Den ersten mobilen Stall bekam die Familie im März 2014. Mittlerweile hat sie drei davon. Mit den Mobilställen werden die 900 Hühner von einer Weide (rund 2000 Quadratmeter) zur nächsten gebracht. Das sei sowohl tierfreundlich als auch bodenschonend, berichtet der 30-Jährige. „Alle 14 Tage wird der Hühnerstall verlegt“, so Döllinger. „Dadurch haben die Hühner immer frisches Gras zum Fressen, und der Boden kann wieder ruhen und verschlammt nicht.“ Ohne den Wechsel der Weide würde der Boden durch den Kot der Hühner schnell verkeimen – wodurch die Tiere krank werden könnten. Zurzeit würden in Landau vor allem Sechser-Packungen gekauft, da die Leute das neue Produkt erst einmal ausprobieren möchten. Die Resonanz sei positiv, viele seien begeistert vom Regiomaten, berichtet Döllinger. Die Kunden seien bereit, einen höheren Preis für die Eier zu zahlen, da sie wüssten, sie erhalten dafür ein gutes Produkt aus der Region. Neben den Legehennen bietet die Familie auch Hühner zum Verzehr an. Auch die werden laut Döllinger im Freien gehalten und hätten drei Monate Zeit, bevor sie geschlachtet werden – Supermarkt-Hähnchen leben lediglich einen Monat. „Neben Gras bekommen die Hühner geschrotetes Futter nach eigener Rezeptur.“ Die Angusrinder sind das ganze Jahr über im Freien. Einen Stall gibt’s nicht. Ihr Fleisch wird direkt vermarktet, das heißt: Die Kunden bestellen. Für nächstes Jahr plant Nico Döllinger das Projekt „Freilandschwein“. Dann gibt’s am Regiomaten vielleicht auch bald Wurst. (inaz)

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