Neustadt
Junges Forscherteam bei Gründungswettbewerb auf gutem Kurs
„Wir freuen uns natürlich sehr“, sagt der 18-jährige Mario Schweikert vom Leibniz-Gymnasium über den Spitzenplatz in der zweiten Runde des Bundesschülerwettbewerbs „Jugend gründet“ und spricht damit auch für Maria-Theresa Licka, ebenfalls 18. Das Team hat es in die zweite Runde geschafft. „Jugend gründet“ ist ein Online-Schülerwettbewerb rund um die Themen Innovation und Gründung, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.
Die App „Vine Leaf Disease and AI“, mit der die beiden sich qualifiziert haben, kann Blattkrankheiten wie Mehltau auf Weinreben entdecken. Hierfür haben die Erfinder das Programm mit Bildern von kranken und gesunden Blättern gefüttert, sodass es mit einer Sicherheit von bis zu 96 Prozent ein krankes Blatt erkennen kann. Jetzt müssten nur noch mehr Daten gesammelt werden, damit die App die Krankheiten erkennt, bevor der Mensch sie sieht, so Schweikert. Natürlich würden die Daten anonym gesammelt. Die App kann man bereits kostenlos aufs Smartphone laden.
Tüfteln an neuen Programmen
Licka und Schweikert interessieren sich schon seit vielen Jahren für Informatik. Beide tüfteln gerne privat an neuen Programmen. Der Neustadter strebt ein Informatikstudium an, die Heidelbergerin möchte ihre Kenntnisse gerne in der Medizin einsetzen. Kennengelernt haben sie sich bei einem Jugend-forscht-Wettbewerb, wo sie später auch ihre App zum ersten Mal vorstellten.
Licka konnte bei „Jugend gründet“ nicht als Kandidatin teilnehmen, weil sie kurz vor der Anmeldung die Schule beendet hat. Deswegen fungiert sie im Moment als Schweikerts Mentorin. „Wir sind aber gleichberechtigte Partner“, betonen beide. Ein Start-up würden sie zusammen gründen.
Umweltgedanke im Vordergrund
Mit der App wollen die beiden zum Umweltschutz beitragen. „Es werden viel zu viele Pestizide in den Weinbergen gesprüht“, so Schweikert. „Wenn man dann die Trauben isst oder Wein trinkt, kommen diese in den Körper.“ Mit der App könnten Krankheiten erkannt und so gezielter Pestizide eingesetzt werden, ergänzt Licka. Dadurch brauche man auch weniger Platz für die Weinberge, weil weniger Reben absterben. „Wir müssen unser Wissen dafür einsetzen, die Umwelt für nachfolgende Generationen zu schützen“, sind sich beide einig.
Der Wettbewerb findet in drei Phasen statt: Im ersten Teil reichten die Teilnehmer ihre Geschäftspläne ein. 32 der 729 Teams schafften es in die zweite Runde, wo sie ihren Plan in einem „Pitch Event“ vortragen durften. Schweikert hatte drei Minuten, um die Juroren zu überzeugen. Sein Team belegte dabei den ersten Platz. Als Nächstes geht es in die Planspielphase: Wer in allen drei Runden die meisten Punkte bekommt, darf nach Kalifornien ins Silicon Valley fliegen. Licka sei schon einmal auf einer zweiwöchigen Expedition dort gewesen. Aber auch für Schweikert sei es ein großes Ziel, einmal das Mekka für Informatiker zu besuchen.