Niederkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: 1. FFC Niederkirchen kassiert vierte 0:5-Niederlage

Immer einen Schritt hintendran: Der FFC Niederkirchen (in Rot) war gegen München ohne Chance.
Immer einen Schritt hintendran: Der FFC Niederkirchen (in Rot) war gegen München ohne Chance.

Die Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FFC Niederkirchen bleiben auch im vorletzten Saisonspiel auf eigenem Gelände ohne Heimsieg. Gegen den FC Bayern München mussten sie die vierte 0:5-Niederlage dieser Saison einstecken. Für die Münchener Trainerin war die Fahrt nach Niederkirchen etwas Besonderes – ganz unabhängig vom klaren Erfolg.

In der Saison 1999/2000 hat die frühere Mittelfeldspielerin Nathalie Bischof für den Bundesligisten TuS Niederkirchen in sieben Partien zwei Tore erzielt. „Es fühlt sich ein bisschen unwirklich an, weil’s so lange her ist“, erzählt die Bayern-Trainerin, die nach Ende ihrer Spielerinnenkarriere seit 2007 in München auf der Trainerbank sitzt und nun auch die Talentförderung koordiniert. „Es sind nicht mehr viele Gesichter da, die ich noch kenne – außer dem Lois“, stellt sie schmunzelnd fest. Lois, damit ist Alois Schalk gemeint, Spielleiter der FFC-Frauen.

Ihre Mannschaft werde von Jahr zu Jahr immer jünger, erzählt Bischof. Der Altersschnitt liege bei 18 Jahren. „Wir nehmen Spielerinnen aus der U17 auf“, sagt Bischof. Ihr Team sei im Prinzip eine U20-Mannschaft.

Coronatests am Samstag

Weil die Münchenerinnen vor der Partie beim FFC in Mannheim übernachtet haben, hatten beide Teams zuvor ausgemacht, dass sie ihre Coronatests bereits am Samstag machen, erzählt FFC-Geschäftsführerin Anja Marx. Hätte man die Fußballerinnen direkt vor dem Spiel auf das Coronavirus getestet, wäre Bayern bei einem positiven Test völlig umsonst in die Pfalz gefahren. „Die Spieltagtestung ist bis 28 Stunden vor dem Spiel zulässig“, erklärt Marx. Niederkirchen habe sich am Samstagvormittag zum Training getroffen und dabei die Tests vorgenommen. „Bei 23 Spielerinnen waren wir mit dem reinen Testen nach einer halben Stunde durch.“

Die Hoffnungen des 1. FFC Niederkirchen auf den ersten Saisonsieg waren gegen den FC Bayern München II schnell dahin. Der Gast siegte verdient mit 5:0 (3:0). „Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen. So können wir nicht gewinnen“, meinte FFC-Trainer Niko Koutroubis nach dem Anpfiff frustriert. Die Niederkirchenerinnen erspielten sich zwar wie beim 1:1 eine Woche zuvor gegen den 1. FFC Saarbrücken Torchancen, vergaben diese aber kläglich. So lief die einzige Sturmspitze, Ena Taslidza, die eine Minute vor der Pause bei einem Pfostentreffer noch Pech hatte, in der 52. Minute alleine auf das Gästetor zu, hatte aber nicht mehr genügend Kraft, um den Angriff gefährlich abzuschließen. Koutroubis: „Ich kann meinen Spielerinnen keinen Vorwurf machen. Ihnen fehlt einfach die für die Zweite Liga nötige Form und Qualität.“ Auch Zoe Parsons sei er nicht böse. Sie schoss freistehend aus kurzer Distanz über das Münchener Tor (75.).

Drei Tore von Corley

München genügte eine durchschnittliche Leistung, um dem FFC die vierte 0:5-Saisonniederlage zuzufügen. Dreimal Gia Corley (12., 32. 85.), Annika Wohner (41.) und Nike Herrmann (53.) trafen für die Gäste.

Nach dem Spiel informierte Koutroubis, dass er im Sommer die Frauen des SV Hegnach, zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Tabellenführer der Oberliga Baden-Württemberg, übernehme. Ihm seien als Vater zweier kleiner Kinder die Fahrten nach Niederkirchen zu viel. Sein neuer Vereine befinde sich in der Nähe seines Wohnortes. Er ist sich aber sicher, dass der 1. FFC Niederkirchen auch ohne ihn wieder Meister der Regionalliga Südwest wird. Und Nathalie Bischof findet es klasse, dass beim FFC immer wieder „was aufgebaut wird“. Sie weiß, wie schwierig es ist, „wenn man wie Niederkirchen zwischen Hoffenheim, Saarbrücken und Frankfurt liegt“, wo es große Vereine gebe.

16 Mädels im B-Juniorinnen-Team

Anja Marx bestätigt, dass die B-Juniorinnen-Mannschaft weiterhin besteht. „Wenn alle bleiben, sind’s 16 – ein bisschen Verstärkung könnten wir noch brauchen.“ Trainer Stefan Lautenbach bleibe. Ebenso U20-Coach Sven Jandura. Im Sommer kämen sechs Spielerinnen aus dem B-Juniorinnen-Team heraus. Marx: „Direkt in die Erste Mannschaft schaffen es nur wenige. Sie gehen in die U20.“

Am Mittwoch Nachholspiel

Am Mittwoch, 15 Uhr, holt der FFC die am 18. April ausgefallene Begegnung des letzten Vorrundenspieltags beim FC Ingolstadt 04 nach. Es ist das erste von vier Auswärtsspielen der Niederkirchenerinnen in Folge. Ingolstadt empfängt Schlusslicht Niederkirchen als Tabellenvierter.

Der FC Ingolstadt entstand am 1. Juli 2004, als die Fußballabteilungen der Traditionsvereine ESV und MTV Ingolstadt, deren Männerteams in der Saison 1978/1979 gemeinsam der Zweiten Bundesliga angehört haben, fusionierten. Die Frauen starteten in der Bezirksoberliga Oberbayern. Sechs Jahre blieben sie dort, ehe sie 2010 in die Landesliga Bayern, Staffel Süd, und nur ein Jahr später in die Bayernliga aufstiegen. 2014 folgte der Aufstieg in die Regionalliga Süd, in der sie 2019 Meister wurden. Sie setzten sich in den Aufstiegsspielen zur eingleisigen Zweiten Bundesliga gegen Borussia Bocholt durch.

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