Niederkirchen
Fußball: 1. FFC Niederkirchen holt ersten Saisonpunkt
Als das Frauen-Fußball-Regionalliga-Spiel zwischen dem 1. FFC Niederkirchen und dem SV Ober-Olm längst abgepfiffen ist, sitzen beide Teams jeweils vor der eigenen Ersatzbank noch lange in der Sonne. Während die Gäste aus dem Landkreis Mainz-Bingen für ein Mannschaftsfoto posieren, lassen die Pfälzerinnen in der Nachbesprechung die Köpfe hängen. Es fing gut an für die Gastgeberinnen, die druckvoll nach vorne spielten, den Gegner früh angriffen. Ihre Körpersprache zeigte: Sie wollten unbedingt gewinnen. Es hätte der erste Saisonsieg sein sollen. „Wir sehen, wir können es. Eigentlich“, versucht FFC-Torfrau Annabelle Munzenza das 1:1 (0:0) positiv zu sehen. Immerhin ist es der erste Niederkirchener Saisonzähler nach vier verlorenen Partien. So sieht es auch Ralph Wilhelm, Sportlicher Leiter des FFC. „In der ersten halben Stunde hätten wir Tore machen müssen“, sagt er aber, stellt zudem fest: „Am Schluss müssen wir über den Punkt froh sein.“
Götz trifft
Als Kristin Götz den Ball aus 16 Metern zum linken Toreck schlenzt (15.), pariert SV-Torfrau Tina Schumacher den Schuss. Der Freistoß von Jasmin Mackert landet in der Mauer (16.). Nach einem Götz-Pass von rechts vor das Gästetor ist Zoe Anne Parsons zwar frei, bekommt den Ball aber in den Rücken gespielt (32.). Götz probiert es mit Weitschüssen: Den aus 20 Metern pariert Schumacher ebenfalls (46.). Als Götz die Ober-Olmerin weit vor ihrem Kasten sieht, spielt sie einen hohen Ball zum Tor, verfehlt es aber (56.). Dann endlich: Mit einem Schuss von der rechten Strafraumseite trifft sie zum umjubelten 1:0 (57.).
Doch immer wieder kommen die Ober-Olmerinnen gefährlich vor den FFC-Kasten. Als Carolin Zimmek im 16-Meter-Raum Christina Geins tief schickt, wehrt die FFC-Abwehr den Ball ab. Der Nachschuss der stärksten Gästespielerin, Aicha Dali, geht vorbei (37.). Zuvor hat FFC-Schlussfrau Munzenza eine Rechtsflanke vor der frei lauernden Zimmek mit beiden Händen abgewehrt (31.). Davor aber ist sie machtlos. Nach einer Dali-Ecke von rechts köpft Vanessa Schröder den Ball ins FFC-Netz (70.). „Das war ein Kuddelmuddel“, beschreibt Dali die Szene. „Der Ball kommt rein, ist aber zu weit weg, damit ich rauskommen kann“, erinnert sich Munzenza. „Schröder köpfte den Ball genau über meine Hand.“
Riskante Abschläge
Die Torfrau sorgt einige Male dafür, dass den Zuschauern der Atmen stockt, als sie bei Abwürfen oder Abschlägen den Ball zum Gegner spielt. „Das macht sie immer wieder mal“, bleibt Ralph Wilhelm gelassen. „Ich ärgere mich selbst, dass ich manchmal nicht klare Bälle spielen kann“, entschuldigt sich Munzenza. Immerhin nutzt der Gegner dies nicht aus.
Die 21-Jährige absolviert ein Fernstudium der Sport- und Trainingswissenschaften, Schwerpunkt Training und Coaching im Fußball. Coach möchte sie nicht werden, „wenn überhaupt mal Torwarttrainer“. Munzenza zieht es in die Spielanalyse. Ihre Fazit zum 1:1 ist deutlich: „Wenn man in den ersten 30 Minuten so am Drücker ist und gegen Ende noch den Ausgleich kassiert, ist das ein Dämpfer.“ Mit ihrer rechten Hand verhindert sie Schlimmeres: Durch die Luft fliegend, kommt sie noch an den Ball, den Hanna Ische hoch in den FFC-Strafraum spielt (78.). Auf der anderen Seite ist es die Latte, die den zweiten Treffer von Kristin Götz (83.) verhindert. „Wenn man mal eine Nacht drüber geschlafen hat, wird jeder sehen, wie gut wir in den ersten 30 Minuten gespielt haben“, lautet Munzenzas Mut machendes Resümee.