Neustadt Eine verkraftbare Heimniederlage

Neustadts Domagoj Mijatovic zieht ab, aber gegen den starken Gästetorhüter hatten die SCN-Werfer einen schweren Stand.
Neustadts Domagoj Mijatovic zieht ab, aber gegen den starken Gästetorhüter hatten die SCN-Werfer einen schweren Stand.

Diese Niederlage kann Wasserball-Bundesligist SC Neustadt verschmerzen: Gegen den Tabellenführer der B-Gruppe, den Duisburger SV 1898, verlor der SCN am Samstag zu Hause mit 5:7 (0:2, 0:3, 2:1, 3:1) und liegt damit weiterhin auf Rang drei.

Die Mannen von Trainer Janusz Gogola spielten nicht mit letzter Konsequenz um den Sieg. Nach personellen Problemen in den vergangenen Wochen ging es diesmal um Schadensbegrenzung. In der ersten Spielhälfte fand der SCN keine Lösung gegen die kompakte Abwehr der Westdeutschen. Bei nur 72 Gegentreffern in elf Spielen zeigte der Tabellenführer auch in Neustadt, wieso er die beste Abwehr der B-Gruppe besitzt. Im Tor glänzte Tomislav Bujas. Der 27-jährige Duisburger vereitelte im ersten Abschnitt alle Schussversuche. Die Fans des SCN schauten sich nach den ersten beiden Vierteln ratlos an: Mit einem 0:5-Rückstand ging es in die Pause. „Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir geplant hatten. Allerdings sind wir im Moment auch nicht richtig eingespielt“, kommentierte Gogola. Im dritten Viertel schien es, als ginge es jetzt für den SCN nur noch darum, endlich den Ehrentreffer zu erzielen. Allerdings hatte Duisburg erhebliche Besetzungsprobleme und war nur mit zehn Spielern angereist. „Wir haben einige Langzeit-Erkrankte, dazu kamen einige grippale Infekte. Sechs Spieler unserer Stammmannschaft sind im Moment nicht einsatzfähig. Deswegen konnten wir das hohe Tempo nicht durchhalten“, klagte Gästetrainer Frank Lerner. So kam Neustadt in der 20. Spielminute mit seinem ersten Treffer zum 1:6 durch Matthias Held. Der Torschütze verließ allerdings zwei Minuten später frustriert das Becken, denn er erhielt einen Schlag aufs Kinn und eine Platzwunde, die genäht werden musste. Danach wurde es deutlich härter im Wasser, der SCN wollte sich die aggressive Spielweise der Gäste nicht mehr bieten lassen. Es gab teils heftige Diskussionen mit den Schiedsrichtern und eine Rote Karte für SCN-Betreuer Michael Heinz. Auf der Gegenseite musste Duisburgs Ben Boffen eine „Rolle“ hinnehmen, einen Wasserverweis mit mindestens einem Spiel Sperre. „Neustadt hat die Härte in das Spiel gebracht. Das war doch unnötig. Wir waren klar besser. Wären wir in Bestbesetzung gekommen, hätte es für den SCN ein Desaster gegeben. Jetzt hat unser Spieler Michael Petrov einen Riss im Trommelfell. Ich bin sehr sauer. Die Schiedsrichter hätten hier mehr aufpassen müssen“, ärgerte sich Lerner. Sein Gegenüber Janusz Gogola sah allerdings keine Alleinschuld bei seinem Team: „Die Aggressivität kam von beiden Seiten. Nach der Verletzung von Matthias Held waren wir geschockt.“ Gogola lobte die starke Duisburger Abwehr und den Gästekeeper. Allerdings habe sein Team in der ersten Hälfte nicht variabel genug angegriffen, und mit den scharfen Schüssen sei der Torwart der Duisburger einfach nicht zu bezwingen gewesen, so Gogola. Letztlich sah er in der Niederlage nur Positives: „Es war gut, dass wir heute gegen diesen Gegner verloren haben. Duisburg ist ein Verein, der anders als wir aus dem Vollen schöpfen kann. Wir dagegen müssen immer irgendwie improvisieren.“ Für ihn dienen jetzt die beiden letzten Begegnungen der Hauptrunde (am Samstag in Plauen und danach zu Hause gegen Krefeld) vor allem dazu, sein Team auf die Zwischenrunde mit der Qualifikation für die Aufstiegsspiele in die A-Gruppe vorzubereiten. So spielten sie SC Neustadt: Pisk, Ulrich – Weigert, Mijatovic, Härtel, Nachev, Tummings, Hummel, Mongrell, Kolar (3 Tore), Timo Jordan, Görge (1), Held (1).

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