Grünstadt Drei himmelstürmende Schwergewichte

Das Trio „21meter60“ ist am 17. Juni zu Gast beim Kulturverein Grünstadt.
Das Trio »21meter60« ist am 17. Juni zu Gast beim Kulturverein Grünstadt.

Mit dem Tuba-Trio „21meter60“ präsentieren die „Grünstadter Sternstunden“ am 17. Juni einen Senkrechtstarter am Kammermusikhimmel.

Mit berechtigtem Stolz vermerkt Uwe Zaiser, 2. Vorsitzender der rührigen Kulturvereins Grünstadt, dass er das Tuba-Trio mit dem vordergründig kryptischen Namen „21meter60“ bereits unter Vertrag hatte, bevor die drei mit ihren blinkenden Schwergewichten im Oktober 2022 die Treppchen zum Podium im Berliner Konzerthaus erklommen; um gleich für ihren CD-Erstling „Nothing but Tuba“ eine Echo-Klassik-Trophäe in Empfang zu nehmen.

Am Samstag, 17. Juni, werden die drei Ausnahme-Musiker im Rahmen der „Grünstadter Sternstunden“ erstmals nach ihrem spektakulären Erfolg live in der Pfalz zu hören sein; Auch die Location „Sommerhalle“ ist Premiere im Kanon der Örtlichkeiten, die der Kulturverein in Grünstadt erfolgreich bespielt.

Zurück aus des USA

„Around the world“ lautet der vielsagende Titel des Abends mit Werken von Claudio Monteverdi, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Mozart, George Gershwin sowie Sting, Paul McCartney, Ennio Morricone und Queen; und der ist durchaus programmatisch zu verstehen. Denn die drei jungen Musiker sind seit ihrem Senkrechtstart nicht nur in ihren jeweiligen künstlerischen „Brotberufen“, sondern auch als Tuba-Ensemble vielfach unterwegs. Gerade zum Beispiel kehrten sie aus den USA zurück, wo sie als Gäste des 50. Internationalen-Tuba-Festivals konzertierten.

Der etwas schwergängig anmutende Ensemble-Name hat mittlerweile schon Kultstatus erreicht, auch wenn das Trio zuweilen immer noch ein wenig geheimnisvoll damit kokettiert. Dass sich hinter „21meter60“ die exakte Abmessung dreier quasi auseinander gefalteter Tuba-Röhren verbirgt, erschließt sich nun mal nicht so ohne Weiteres.

Außergewöhnliche Formation

Als ungewöhnlich und innovativ stufte der Deutsche Musikrat bereits die Ensemble-Gründung 2016 ein. Und nahm das Trio „21meter60“ ins Förderprogramm der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK) auf. Zuvor hatten alle drei unabhängig voneinander als Preisträger beim Deutschen Musikwettbewerb abgeschnitten. Und recht rasch etablierte sich das neue Ensemble als außergewöhnliche Kammermusikformation. Und seine Mitglieder, so jung sie auch noch sind, bedienen sämtlich höherrangige Orchester- beziehungsweise Lehrstellen.

Fabian Neckermann, 1995 im fränkischen Ochsenfurt geboren, ist unter anderem Hochschul-Dozent und zudem Tubist beim renommierten Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; Steffen Schmid, der im südpfälzischen Freckenfeld aufgewachsen ist und in München lebt, unterrichtet an der Musikhochschule Stuttgart und ist nicht allein im Bayreuther Festspielorchester ein gerne gesehener Mitstreiter. Seine ersten Erfolge verdankt er seinem Lehrer Ralf Rudolph, dem langjährigem Solo-Tubisten der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, ebenso wie der dritte im Bunde, Constantin Hartwig, 1992 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Nach Gastverpflichtungen in namhaften Orchestern ist er seit einem halben Jahr Solo-Tubist der Staatskapelle Dresden. Er ist zudem – in den Fußstapfen seines Lehrers – ein begnadeter Arrangeur. Und das Publikum in der Region kennt ihn obendrein von den Weihnachts-Tourneen des Blechbläser-Quintetts „LJO Brass“.

Reichhaltiges Repertoire

Wer vielleicht noch nicht in den CD-Erstling „Nothing but Tuba“ hineingehört hat, sich eventuell auch über die Exotik der Besetzung wundern mag, ist eingeladen zum Staunen. Was das Trio mittlerweile an Repertoire zusammengetragen, teils selbst erstellt hat, entführt in eine ungeahnt farben- und facettenreiche Klangwelt, bedient von Monteverdi und Corelli über Piazzolla bis zu Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod“) mit ebenso glasklarer virtuoser Bläsertechnik wie fein durchwürzter Delikatesse der Gestaltung. Dazu werden fantastische Zeitgenossen wie Daniel Schnyder, Nico Samitz, nicht zuletzt Martin Scharnagl bemüht, Jazz- und Popelemente geben Würze und Drive und all das ist dazu angetan, die Tuba als eine bildschöne kammermusikalische Diva in sowohl orchestralem Hochglanz als auch weich pastoser Klangsinnlichkeit zu präsentieren.

Und Constantin Hartwig erinnert sich: „Die Prämierung unserer Premieren-CD kam erstens überraschend und zweitens aus dem Nichts, ohne irgendeine Ankündigung. Wir wussten im Vorfeld nicht mal, wie man sich dafür bewirbt, noch wann die Verleihung sein würde. Unser Label hatte unsere Einspielung einfach ins Rennen geschickt. Der stille Traum irgendeiner Auszeichnung unserer CD war schon irgendwo im Hinterkopf, doch als es passiert ist, und dann auch noch mit dem Opus Klassik, war das am Anfang sehr unwirklich für uns.“

Termin

Samstag, 17. Juni, 20 Uhr, Sommerhalle, Stadtpark Grünstadt: „Around the world“ mit dem Trio „21meter60“; Ticket zu 19 (Abendkasse 22) Euro über Reservix und ADTicket sowie diversen Vorverkaufsstellen, Info: www.kulturverein-gruenstadt.de.

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