Neustadt Chor aus der Ukraine: Freude am Singen überwindet alle Grenzen

Krippenspiel im Rathaus-Innenhof: Dafür haben die junge Ukrainer lange geprobt.
Krippenspiel im Rathaus-Innenhof: Dafür haben die junge Ukrainer lange geprobt.

Wie „InTakt“ aus Mukatschewo und „ChorKult“ aus Lachen-Speyerdorf für viele strahlende Gesichter auf dem Neustadter Weihnachtsmarkt der Kunigunde sorgen.

Sie sprechen prima Deutsch und kennen die Sorgen einer Laienspielgruppe ganz genau: 24 Kinder und Jugendliche aus Mukatschewo im Westen der Ukraine haben am Samstagabend auf dem Weihnachtsmarkt der Kunigunde in Neustadt ein Krippenspiel aufgeführt, in dem sie den klassischen Stoff mit eigenen Probeerfahrungen verbanden.

„InTakt“ nennt sich der junge Chor, dessen Mitglieder in der „Deutschen Jugend in Transkarpatien“ organisiert sind. Lange haben sie für ihren Auftritt im über 20 Busstunden entfernten Neustadt geprobt, wie Julia Tayps, Vize-Bürgermeisterin von Mukatschewo, zu Beginn berichtete. In „Zivil“ und in den Kostümen von Maria und Josef oder den Heiligen Drei Königinnen, begleitet auf dem Akkordeon, unterlegt mit Weihnachtsliedern, ernteten die jungen Schauspieler immer wieder Szenenapplaus.

Bus macht schlapp

Zusammen mit acht Erwachsenen sind die Kinder und Jugendlichen noch bis Sonntag in Neustadt und Lachen-Speyerdorf. Dort wurden sie, auf Einladung der protestantischen Kirchengemeinde, in 13 Gastfamilien untergebracht. Ob der Besuch unfreiwillig etwas länger dauert, stand am Samstag noch nicht fest. Der Reisebus der Ukrainer machte beim Besuch auf dem Hambacher Schloss schlapp, der Kompressor musste ausgetauscht werden.

„Ein bisschen Frieden und Kraft für den Alltag“ – diesen Wunsch hätten die Kirchengemeinde und auch die Stadt mit der Einladung an den jungen Chor verbunden, so Martin Franck, Geschäftsführer der Neustadter Tourist, Kongress und Saalbau GmbH, in seiner Begrüßung. Wie Silke Schick, Leiterin des Lachen-Speyerdorfer Kinder- und Jugendchors „ChorKult“, freute er sich darüber, dass trotz Nieselregens viele Zuschauer den Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt verfolgten. Dass ihnen schlechtes Wetter niemals die Freude am Singen verderben kann – dafür gab dann auch „ChorKult“ gelungene Kostproben.

„Wir wollten euch allen zeigen, dass unsere Jungen und Mädchen ein friedliches und freies Leben verdient haben“, stellte Julia Tayps am Ende fest. Stattdessen müssen sie seit über 20 Monaten den Angriffskrieg Russlands auf ihre Heimat erleben – und können nur weiter hoffen.

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