Nahe-Glan-Region RHEINPFALZ Plus Artikel Musashi-Mitarbeiter in Bad Sobernheim gegen Verzicht

Für die Beschäftigten des Automobilzulieferers Musaschi an den Standorten Bad Sobernheim, Bockenau und Grolsheim dringt die Indu
Für die Beschäftigten des Automobilzulieferers Musaschi an den Standorten Bad Sobernheim, Bockenau und Grolsheim dringt die Industriegewerkschaft Metall auf einen Sozialtarifvertrag.

BAD SOBERNHEIM. Für die Beschäftigten des Automobilzulieferers Musashi an den Standorten Bad Sobernheim, Bockenau (beide Kreis Bad Kreuznach) und Grolsheim (Kreis Mainz-Bingen) dringt die Industriegewerkschaft Metall auf einen Sozialtarifvertrag.

Ein entsprechender Beschluss der Mitgliederversammlung in Meddersheim Ende Februar, der auch Streikbereitschaft umfasst, wurde vor wenigen Tagen von der zentralen Tarifkommission der Metallergewerkschaft gebilligt. Danach soll der Sozialtarifvertrag für alle sechs bundesdeutschen Musashi-Standorte gelten und eine Laufzeit bis Ende 2030 haben. Hintergrund sind den Angaben zufolge Bestrebungen des Arbeitgebers, Beschäftigte zu Verzicht auf tariflich geregelte Sonderzahlungen zu drängen. Das Missmanagement der vergangenen Jahre werde auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen, kritisiert die IG Metall.

Statt Zukunftsalternativen für ein Auslaufen der Verbrenner abhängigen Fertigung aufzuzeigen, habe die Unternehmensleitung lediglich die Idee, „den abhängig Beschäftigten in die Tasche zu greifen“. Bereits im November hatten 400 Musashi-Mitarbeiter anlässlich einer Aufsichtsratssitzung an der Europazentrale in Bad Sobernheim Arbeitsplatzgarantien gefordert. Vor Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite über eine Transformation habe die Geschäftsleitung einen Entgeltverzicht gefordert, kritisierte Ingo Petzold, Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach.

Mit dem Sozialtarifvertrag sollen für die Gewerkschaftsmitglieder soziale Nachteile während der Transformation ausgeglichen sowie betriebsbedingte Kündigungen an allen Standorten vermieden werden, argumentiert die IG Metall. Die Geschäftsleitung war für eine Stellungnahme zu den Gewerkschaftsforderungen nicht zu erreichen.

Das Werk in Sobernheim geht auf die von Johann Hay 1925 gegründete Schmiedewerkstatt zurück. 2016 wurde die Hay-Gruppe von dem japanischen Musashi-Konzern übernommen, der weltweit mehr als 18.000 Mitarbeiter zählt.

Musashi Europe beschäftigt in den sechs deutschen Werken, zwei Werken in Ungarn und an einem Standort in Spanien rund 2500 Mitarbeiter, die Komponenten für die Antriebs- und Fahrwerkstechnik herstellen.

Im Frühjahr 2021 hatte das Bundeskartellamt gegen drei Stahlschmieden, darunter die Musashi Bockenau GmbH & Co. KG Bußgelder von 35 Millionen Euro wegen des kartellrechtlich untersagten Austauschs von Informationen verhängt.

x