Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: WSV Ludwigshafen überrascht Absteiger

Traf zum 1:1: Ludwigshafens Johannes Schmitz am Ball.
Traf zum 1:1: Ludwigshafens Johannes Schmitz am Ball.

Im Heimspiel trifft der WSV Ludwigshafen auf den Bundesliga-Absteiger SV 1921 Weiden. Es geht eng zu im Becken und auf der Anzeigentafel. Es folgt eine faustdicke Überraschung.

Als noch knapp 60 Sekunden zu spielen waren, verschränkte WSV-Trainer Pierre Hilbich die Hände hinter dem Kopf. Mit 15:14 lagen die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt in Führung, aber die Gäste hatten den Ball. Mit vereinten Kräften wehrte das WSV-Team den Angriff ab und spielte gekonnt die Zeit herunter. Kai Widmann stellte dann sogar nach einem weiten Pass des überragenden Martin Görge in der Schlusssekunde den Endstand her – die Kirsche auf der Torte einer insgesamt überragenden Ludwigshafener Mannschaftsleistung, für die Widmann sinnbildlich stand. Am Ende hatte der WSV Vorwärts Ludwigshafen den Bundesligaabsteiger SV 1921 Weiden mit 16:14 (6:4, 4:3, 3:5, 3:2) niedergerungen. Die Gastgeber klettern mit dem Sieg auf den dritten Platz der zweiten Bundesliga.

„Mit dieser Formation waren wir noch nie zusammen im Wasser“, erklärte Hilbich. Einige erkrankte, verletzte und anderweitig verhinderte Akteure machten das große Personalpuzzle nötig. Kai Widmann und Lukas Rolko gaben trotz erheblichen Trainingsrückstandes ihr Saisondebüt und kämpften ebenso vorbildlich wie die gesamte Truppe. „Die Mannschaftssitzung heute habe ich erst einmal mit einer Vorstellungsrunde begonnen“, scherzte Hilbich. Er war aber zufrieden damit, wie sich alle Akteure in den Dienst der Mannschaft gestellt hatten.

Gast mit Ausfällen

Dabei spielte es den Ludwigshafenern durchaus in die Karten, dass auch die Oberpfälzer nicht in Bestbesetzung nach Ludwigshafen angereist waren. So fehlte unter anderem mit Louis Brunner er zweitbeste Torschütze der Liga. Die Nummer eins war allerdings mit dabei: Robert Reichert war von der WSV-Abwehr kaum zu halten, erzielte sieben Treffer für die Gäste. „Ihn kannst du nur stoppen, wenn du ihn doppelst, aber dafür ist dann ein anderer frei“, beschrieb der Trainer und Chefstratege die Schwierigkeit für die Abwehrspieler. Und er beschrieb noch einen weiteren Aspekt des Spiels: „Weiden hat versucht, über ihre erfahrenen Spieler anzugreifen. Wir haben versucht, bei unseren Angriffen über ihre unerfahrenen Spieler zu gehen.“ Denn neben den Stammkräften hatten die Gäste auch sechs Spieler im Alter zwischen 15 und 19 Jahren im Wasser.

Dass aber auch Erfahrung nicht vor Fehlern schützt, demonstrierte Martin Görge, der in Zeitnot den Ball aus fast 16 Metern in Richtung gegnerisches Tor warf und damit Routinier Gästetorhüter Christopher Klein zum 4:2 übertölpelte. Überhaupt lief das erste Viertel aus Sicht des WSV nahezu optimal. Aus elf Angriffen waren sechs Treffer und ein Pfostenschuss die Ausbeute, ärgerlich eigentlich nur der Konter, mit dem Weiden in den Schlusssekunden auf 6:4 verkürzte.

Schmitz muss raus

Und es blieb stark aus Sicht der Gastgeber, die sich zur Pause auf drei Tore (10:7) absetzten. Einziges Manko: Routinier Hannes Schmitz war bereits früh mit Foulproblemen belastet, erlaubte sich fast direkt nach dem Seitenwechsel das dritte Foul und musste aus dem Wasser. Aber auch die Gäste dezimierten sich, verloren gleich drei ihrer erfahrenen Spieler mit jeweils drei Fouls. So nutzte auch Weidens Aufholjagd nichts mehr, als der Gast zu Beginn des Schlussabschnitts wieder auf 13:13 ausgeglichen hatte. In Führung gingen der Ex-Erstligist aber auch nach dem 14:14 nicht mehr. Dafür traf Benjamin Hettich zwei Minuten vor dem Ende zum 15:14. Gestützt auf einige Paraden von Torhüter Simon Sommer spielte der WSV die nicht unbedingt eingeplanten Punkte sicher ins Ziel.

Erfolgreichste Werfer waren Martin Görge (6) und Jonas Pohle (3), ein Sonderlob ging an die Unparteiischen Steffen Mann und Johannes Naue, die ihren Teil zu einem attraktiven Wasserballspiel beigetragen hatten.

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