Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wie ein 20-Jähriger den Eulen gegen Hüttenberg hilft

Feiert den Erfolg: Finn-Lukas Leun war in der Eulenabwehr eine wichtige Stütze.
Feiert den Erfolg: Finn-Lukas Leun war in der Eulenabwehr eine wichtige Stütze.

Ein Krimi mit positivem Ende. Nach fünf Spielen ohne Sieg lösen die Eulen Ludwigshafen mit einem umkämpften 30:28 (14:16)-Sieg gegen den TV Hüttenberg den Knoten. Ein Nachwuchstalent spielt sich in den Vordergrund.

Es war die Schlüsselszene. Als Mex Raguse zum 25:25-Ausgleich traf, war Hüttenberg im Vorteil, erneut in Führung zu gehen. Dann sprang Finn-Lukas Leun in den Querpass von Niklas Theiß und sicherte den Ball. Im nächsten Angriff netzte Sebastian Trost zur erstmaligen Eulen-Führung in Hälfte zwei ein. In der Halle wurde es laut. Einige Fans saßen nicht mehr auf ihren Plätzen. Knapp fünf Minuten waren noch zu spielen. Und die Schützlinge von Cheftrainer Johannes Wohlrab waren gegen seinen Ex-Klub „on Fire“.

Mittendrin der Jüngste: Finn-Lukas Leun. Der 20-Jährige hatte diesmal eine wichtige Rolle im Abwehrverbund. Er ackerte, ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Und als dann noch sein Nebenmann im Innenblock Tom Bergner eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte (56.), wollte sich Leun vor Frust fast das Trikot vom Leib reißen. Nach fünf Niederlagen sollte der Knoten endlich platzen.

Gespräch mit Trainer

Mit Leun brachte Wohlrab einen Spieler, der sich ganz auf die Aufgabe in der Defensive konzentrieren sollte, damit sich Jannek Klein für das Angriffsspiel schonen konnte. „Finn macht seine Sache richtig gut, er ist super professionell. Wenn er von der Bank kommt, hat er auch viel Selbstvertrauen“, lobte der Übungsleiter seinen Schützling. Leun hatte im vergangenen Sommer erst nach einem Gespräch mit dem Trainer den Eulen seine Zusage gegeben. Seinen Schritt hat er auch nicht bereut. „Ich bin um jede Minute, die ich spielen darf, sehr dankbar. Ich bin mit meiner Rolle sehr zufrieden“, erklärt Leun. Dabei sorgte er schon in der ersten Hälfte mit einem klug herausgespielten Durchbruch (22.) mit dem 11:10 für die erste Führung der Gastgeber.

Zu einer Phase, als sein Kollege Jannek Klein nicht das Glück auf seiner Seite hatte. Denn die Eulen taten sich gegen die Drei-Zwei-Eins-Abwehr der Mittelhessen zunächst schwer und lagen deshalb von der 28. bis zur 56. Minute zurück. Es drohte die sechste Niederlage in Folge. Entscheidend waren aber die letzten Minuten der Partie. Da war Klein wieder da. Der Linkshänder und Torhüter Ziga Urbic machten in den letzten 180 Sekunden den Sieg perfekt. Seine stärkste Phase hat der Slowene von der 49. bis zur 53. Minute, als er binnen vier Minuten gleich vier Bälle der Gäste entschärfte. Nach der erneuten Führung durch Jannek Klein (27:26) parierte Urbic erneut einen Wurf. Klein zog im Gegenstoß den Kopf nach unten, ging an seinem Gegenspieler vorbei und traf. Hüttenberg war zu diesem Zeitpunkt chancenlos. Die Mittelhessen hatten keine passende Antwort auf das Sieben-gegen-Sechs-Spiel der Eulen.

Analyse steht an

Nach dem Abpfiff kannte der Applaus keine Grenzen. Noch lange blieben die treuen Fans in der Halle. Da strahlte auch Leun. „Das musste heute nicht schön sein, Hauptsache, der Wille und Kampfgeist stimmte“, stellte der gebürtige Hesse fest, der in Buxtehude aufgewachsen ist. Bei ihm war ebenso die Erleichterung zu spüren. „Wenn man einige Spiele verliert, dann wird es vom Kopf nicht einfacher“, verriet der Linkshänder. Aber er schränkte ein: „Unser Problem in den letzten Wochen war keine mentale Sache, sondern waren handballerische Dinge.“ Ein klarer Fingerzeig auf die anstehende Analyse in den kommenden Tagen.

„Die Botschaft des Trainers ist allen klar, es liegt allein an uns. Ich denke, wir waren oftmals auf dem Spielfeld zu fahrlässig“, erklärt Leun. Auch Wohlrab kündigte nach der Partie eine intensive Analyse der jüngsten Spiele an. „Es ist ja klar, dass ich bei fünf Niederlagen nicht zufrieden sein kann. Jetzt müssen wir die Phase analysieren, daraus lernen, es besser machen und auch beweisen“, sagte der Trainer. „Wichtig ist heute, dass der Knoten geplatzt ist.“ So lag sich das Betreuerteam nach dem Abpfiff in den Armen. Jetzt heißt es, erst einmal durchzuatmen. „Ich gehe davon aus, dass wir da weitermachen, wo wir jetzt aufgehört haben“, sagte Leun mit einem Lächeln.

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