Ludwigshafen/Frankenthal Prozess: Mann soll eigene Mutter geschlagen und bedroht haben

Einen heiklen Fall hat Justizia vor sich: Es geht um die Unterbringung eines mutmaßlichen Gewalttäters in der Psychiatrie.
Einen heiklen Fall hat Justizia vor sich: Es geht um die Unterbringung eines mutmaßlichen Gewalttäters in der Psychiatrie.

Ein 50-jähriger Mann aus Ludwigshafen muss sich vor dem Landgericht Frankenthal verantworten. Er soll zwischen Januar 2022 und Mai 2023 in Ludwigshafen in stark alkoholisiertem Zustand immer wieder Straftaten begangen haben. Es geht um Erpressung, Bedrohung und Beleidigung. Oft auch gegenüber seiner eigenen Mutter. Ihr hat er mehrfach gedroht, sie zu töten, wenn sie ihm kein Geld gebe.

Wegen seiner psychischen Erkrankung und Gefährlichkeit steht im Raum, dass der Mann dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird.

Der 50-jährige Ludwigshafener ist im Jahr 1996 mit seiner Mutter und drei Geschwistern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen. Seine Probleme mit der Alkoholsucht ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Unzählige Male hat er in alkoholisiertem Zustand Straftaten begangen und ist dafür verurteilt worden. Aktenkundig sind Beleidigung, Bedrohung, Fahren ohne Führerschein, Widerstand gegen Polizeibeamte, Diebstahl und mehrere vorsätzliche Körperverletzungen.

Landgericht hatte den Mann schon einmal verurteilt

Von einer Kammer des Landgerichts Frankenthal war er dafür 2012 verurteilt worden. Er leide unter einer von exzessivem Alkoholmissbrauch ausgelösten Psychose, sei nicht schuldfähig und müsse in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden, hieß es. Nach Jahren in einer betreuten Wohneinrichtung kam er wohl irgendwann wieder auf freien Fuß. Und begann wieder zu trinken.

Ständiges Opfer war die Mutter des Mannes. Sie lebt in einem Ludwigshafener Seniorenheim. Jahrelang sei er oft auch nachts an ihre Tür gekommen, habe randaliert und Geld verlangt. „Er hat gegen die Tür getreten und geschrien, dass er mir den Bauch aufschlitzt und die Gedärme auf dem Asphalt verteilt“, erzählt die 76-Jährige dem Gericht.

Er habe sie auch mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Wenn es unerträglich war, habe sie die Polizei geholt. Doch trotz eines Verbots, sich ihr zu nähern, sei er immer wieder gekommen. Sie habe große Angst gehabt und sich allein nicht mehr auf die Straße getraut. „Ich denke, dass er krank ist“, sagte sie.

Der Prozess wird an diesem Donnerstag, 16. Mai, fortgesetzt. büg

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