Ludwigshafen
Maudach: Wo sind die Steine der historischen Friedhofsmauer geblieben?
Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat wollte von der Verwaltung wissen, wo die historischen Steine der Maudacher Friedhofsmauer aktuell eingelagert sind und in Augenschein genommen werden können. Rückblende: Aufgrund von Baumwurzeln hatte das Gemäuer seine Standfestigkeit eingebüßt und wurde abgetragen. Dabei hatten Ortsbeirat und Ortsvorsteherin von Beginn an darauf gedrängt, die Sandsteine zu sichern.
Umso ärgerlicher ist nun für die Maudacher die Antwort der Verwaltung ausgefallen: Ein Teil der Steine sei durch Mörtel verschmutzt, andere wiederum seien gestohlen worden. Der Rest liege auf dem Gelände der Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof. Dabei hatte die Verwaltung die Sanierung der Mauer schon für Ende 2021 zugesagt. Seither sind eineinhalb Jahre vergangen.
Beton statt Sandsteine?
Die fehlende Umfriedung des Friedhofs sei ein untragbarer Zustand, denn die Mauer sei praktisch so alt wie Maudach selbst, beklagte die Ortsvorsteherin. „Und wir nehmen in diesem Jahr in Maudach am ,Tag des offenen Denkmals’ teil“, erinnerte Rita Augustin-Funck. Der Friedhof mit seinen historischen Grabmalen solle dabei im September eine entscheidende Rolle spielen. „Aber im jetzigen Zustand kann man sich ja nur in Grund und Boden schämen.“
Noch schlimmer sei allerdings der Vorschlag, der ihr bei einer Ortsbegehung vom Vertreter der unteren Denkmalschutzbehörde selbst gemacht worden sei: „Die haben allen Ernstes zu mir gesagt, dass es denkmalrechtlich in Ordnung sei, wenn man eine Betonmauer hochzieht und sandsteinfarben anstreicht“, empörte sich die Ortsvorsteherin. Mit ihr sei so eine Betonwand auf keinen Fall zu machen: „Nur über meine Leiche.“
Für diesen Standpunkt erhielt sie die volle Unterstützung des Ortsbeirates. „Wir wollen eine historische Mauer mit passenden Sandsteinen“, so die klare Ansage aus dem Gremium. Und dafür will die SPD demnächst einen Termin vereinbaren und die noch vorhandenen Steine in Augenschein nehmen.