Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Martin Görge ist der Mann fürs Spezielle

Martin Görge war Jugend-Nationalspieler und Deutscher Meister. 2018 kehrte er zu seinem Heimatverein wieder zurück.
Martin Görge war Jugend-Nationalspieler und Deutscher Meister. 2018 kehrte er zu seinem Heimatverein wieder zurück.

Martin Görge hat beim Wasserball-Zweitligisten einen Sonderstatus. Der 30 Jahre alte Ludwigshafener ist Kopf der Mannschaft. Das hat er mit seinen vier Toren beim 16:11-Sieg am Samstag gegen den Ersten Frankfurter SC bewiesen. Was aber macht Görge so besonders für den WSV?

Alles kann Martin Görge nun auch wieder nicht machen beim WSV Ludwigshafen. Sagt Martin Görge. Er ist einer der besten Spieler beim Zweitligisten. Am Samstag war er wieder erfolgreichster Torschütze. Doch Kapitän ist Joost Chrisstoffels.

Martin Görge kann gut damit leben. Denn: Er ist Co-Trainer– und er ist der Chef im Becken. Pierre Hilbich ist Trainer. „Martin ist der ideale Co-Trainer. Ich war Torhüter, also sind meine Angriffskompetenzen begrenzt. Manchmal versuche ich ihm etwas zu erklären in Sachen Angriff. Dann nimmt er sich das Taktikbrett und zeigt es mir“, erzählt Hilbich.

Hilbich und Görge sind ein Top-Duo. „Wir verstehen uns blind“, sagt Hilbich. Er sei mit Görge befreundet und schätze an ihm, dass Wasserball nicht immer der Mittelpunkt ihrer Unterredungen sei.

Für Martin Görge haben sich die Lebenskoordinaten verändert – seit die Kinder auf die Welt gekommen sind. Wohl auch deswegen kam er 2018 wieder zum WSV Ludwigshafen zurück. Görge spielte in Esslingen in der Bundesliga, dann mit dem SC Neustadt. Vier Jahre hatte er beim SCN gespielt. Als A-Jugendlicher wurde er mit dem SSV Freiburg Deutscher Meister, gehörte der Jugend-Nationalmannschaft an und durfte bereits als 15-Jähriger mit einem Sonderstartrecht für den WSV in der Zweiten Liga spielen.

Der WSV ist sein Heimatverein. Hier lässt er seine Laufbahn ausklingen. Görge hat einen durchtakteten Tag – der Job bei der BASF, zwei Kinder, Wasserball. Als Co-Trainer ist er aber eher der harte Hund. „Ich bin derjenige, der immer mehr trainieren will“, sagt Görge, dessen Bruder Oliver auch beim WSV spielt.

„Wasser-Schwach“

Im Wasser lässt Martin Görge wenig mit sich spaßen. „Ich sortiere die Spieler im Becken so, wie es für uns am besten ist“, betont er. Am Samstag gegen den Ersten Frankfurter SC hat das „Wasser-Schach“ funktioniert. Die Hessen waren nur in den ersten beiden Vierteln ein ebenbürtiger Gegner. Dann übernahm Ludwigshafen das Kommando. Die Mannschaft besticht durch ihren Kampfgeist, durch ihr geschlossenes Auftreten. „Ja, das zeichnet uns aus“, sagt Martin Görge. Und dennoch sticht Görge aus dem Kollektiv heraus. „Er ist ein zentraler Spieler im Team. Er ist sehr flexibel“, sagt Trainer Hilbich. Das mache ihn so wertvoll für den WSV. Aktuell läuft es blendend für den Verein. Mit 17:1 Punkten ist Ludwigshafen Zweiter hinter dem SV Cannstatt (19:3 Zähler). Das Team spielt um den Bundesliga-Aufstieg mit. Doch ein Aufstieg brächte einige Schwierigkeiten mit sich. „Wir bräuchten mehr Trainingszeiten, der Kader müsste vergrößert werden. Das kostet alles Geld“, sagt Pierre Hilbich.

Die Bundesliga ist noch kein Thema für Martin Görge. Er genießt die Erfolgswelle, auf der der WSV derzeit schwimmt. Denn für ihn ist es nicht nur der sportliche Aspekt, der zählt. „Bei uns gibt es auch noch den geselligen Teil. Das Bierchen ist obligatorisch“, sagt Martin Görge. Dafür ist Bierwart Andreas Sommer zuständig.

Für Görge ist die aktuelle Situation ideal. Wenn er nach dem Wasserball nach Hause kommt und die Kinder strahlen, ist alles andere vergessen. „Sogar Niederlagen“, sagt er. Davon gab es aber diese Saison bislang keine.

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