Ludwigshafen In den Straßen des Hemshofs stapelt sich der Müll

Zweifellos macht das Reinfeiern ins neue Jahr jede Menge Spaß – das knallbunte Treiben verursacht aber eben auch jede Menge Müll. Vier bis fünf Kubikmeter haben 25 Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebs (WBL) gestern von 7 bis 15.30 Uhr gesammelt. Bilanz von WBL-Chef Klaus Neuschwender: „Es ist weitgehend gut gelaufen, ein Lob an meine Mannschaft.“

Ein dickes Lob spendete der 55-Jährige auch an die 30 in Ludwigshafen lebenden Männer der Ahmadiyya-Vereinigung. Überwiegend Pakistani, die sich bereits im dritten Jahr in Folge an der Reinigungsaktion nach der Silvesternacht beteiligen. „Ihre Hilfe hat uns schon sehr entlastet“, sagt Neuschwender. Für die kurdische Einrichtung sei dies eine Art Dankeschön für eine gelungene Integration. „Diese Menschen wollen mit ihren Einsatz etwas an die Gemeinschaft zurückgeben. Das finde ich ganz toll.“ Mit Greifzangen ausgerüstet unterstützten die Freiwilligen zwei bis drei Stunden lang unter anderem die vier WBL-Fahrer, die mit Kehrmaschinen am Berliner Platz, traditionell eine Schwerpunkt der Aufräumarbeiten, für Sauberkeit sorgten, oder arbeiteten Kollegen zu, die mit Laubbläsern unterwegs waren. Auf Achse waren die Trupps daneben in den Fußgängerzonen sowie in Mitte vorm Kulturzentrum Das Haus, auf dem Friedrich-Wilhelm-Wagner- sowie in Oggersheim am Hans-Warsch-Platz. Besonders viel Unrat türmte sich daneben an der Konrad-Adenauer-Brücke mit Blickrichtung Rhein-Galerie. Die meiste Arbeit hatten seine Leute laut Neuschwender aber im Hemshof, wo besonders wild gefeiert und unzählige Feuerwerksbatterien gezündet und liegen gelassen wurden. Ein Umstand, der Neuschwender nervt. „Kneipen, die Feten organisieren, sollten am nächsten Morgen auch dafür sorgen, dass die Überbleibsel weitgehend beseitigt werden“, moniert der WBL-Leiter. Die Unsitte, die Böllerreste und leere Flaschen einfach auf der Straße stehen zu lassen, habe in den Vorjahren zugenommen. „Da fehlt mir ein bisschen das Verantwortungsgefühl.“ Die meisten Gehwege speziell vor Wohnhäusern würden hingegen schon morgens vom gröbsten Dreck beseitigt. Das sei sehr diszipliniert. Aus Sicherheitsgründen wird der Abfall am WBL-Pumpwerk im Kaiserwörthdamm zwischengelagert und nach einer Kontrolle im Müllheizkraftwerk verbrannt. Was gestern nicht entsorgt wurde, sammelt das WBL-Personal heute und morgen ein. Dann wird vermutlich auch die Kehrmaschine abgeholt, die sich bei all den Scherben in der Innenstadt einen platten Reifen eingefangen hat. Neuschwender hat übrigens zu Hause in Gönnheim im Kreis Bad Dürkheim gefeiert – völlig ohne Knalleffekte. (ier)

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