HANDBALL
Hochdorfer Jannis Schneibel steigt mit Eisenach in Bundesliga auf
Die vergangenen Tage waren nicht einfach. „Es ist schon schade, wenn man im letzten Spiel nicht mitwirken und der Mannschaft helfen kann“, sagt Jannis Schneibel. Der 21-Jährige aus Hochdorf-Assenheim, der in seiner zweiten kompletten Saison das Trikot des Handball-Zweitligisten THSV Eisenach trägt, zog sich am vorletzten Spieltag gegen den VfL Potsdam eine schwere Verletzung an der rechten Schulter zu und musste operiert werden.
Aufgrund der Verletzung fehlte Schneibel im Spiel beim HSC Coburg, das die Thüringer mit 26:25 gewannen und damit den Aufstieg perfekt machten. Da kannte der Jubel keine Grenzen bei dem Pfälzer, der mit der Armschlinge auf das Spielfeld sprang: „Es war eine sehr intensive Saison, wir haben enorm viel investiert. Da ist am Ende der Druck abgefallen, die Erleichterung so wie noch nie spürbar, als wir es geschafft haben.“
OP noch am Tag des Aufstiegs
Da lag er sich mit seinem Trainer Misha Kaufmann lange in den Armen. Auf ein Siegerbier musste er verzichten. Schon am Tag nach dem Aufstieg folgte die Operation in der Sportklinik in Erfurt. Nach einer Nacht in der Klinik wurde er wieder entlassen und erlebte noch die Meisterfeier auf dem Marktplatz. „Es war schon eine außergewöhnliche Feier“, erzählt Schneibel, der sich ein kühles Bier genehmigte. Aber auf den Trip der Mannschaft auf die Sonneninsel Mallorca muss er verzichten.
Jetzt ist er wieder bei seinen Eltern in Hochdorf-Assenheim. „Es waren schon sehr große Schmerzen, gerade in den ersten beiden Tagen. Aber inzwischen wird es deutlich erträglicher, und ich habe auch schon mit der Reha begonnen“, sagt Schneibel. Er blickt in die Zukunft. Zwar wird er zum Start der Saisonvorbereitung am 24. Juli nicht dabei sein, aber er wird in den kommenden sechs Monaten seine Reha fortsetzen. „Es ist bei mir jetzt schon eine gewisse Vorfreude auf die Bundesliga da, auch wenn ich voraussichtlich bis Dezember nicht im Kader sein werde“, sagt der 21-Jährige.
„Unfassbar starkes Kollektiv“
Sein Stolz, es mit dem THSV Eisenach geschafft zu haben, überwiegt alles. Auch deshalb, weil das Team von Trainer Misha Kaufmann in den zurückliegenden Wochen und Monaten über sich hinausgewachsen ist. „Wir waren ein unfassbar starkes Kollektiv, mit einer enormen Mentalität und einem Kampfgeist, das war schon außergewöhnlich.“ Dabei verfüge die Mannschaft nicht über die individuelle Klasse und auch der Verein nicht über die Wirtschaftskraft, um zum Kreis der Bundesligisten zu gehören.
Die Akteure des THSV Eisenach werden in der Fachwelt Mentalitätsmonster genannt. Sie haben auch Rückschläge verkraftet. So auch im letzten Spiel, in dem neben Schlüsselspieler Schneibel auch noch Peter Walz (Sperre) und die beiden planmäßigen Torhüter ausfielen. Dennoch schafften die Thüringer in den Schlussminuten noch die Wende und machten den Bundesliga-Aufstieg perfekt.
Und wenn es nach den Worten von Jannis Schneibel geht, dann werden in der nächsten Runde auch einige Bundesligisten gegen den Aufsteiger von der Wartburg Probleme bekommen. „Gerade gegen unsere Abwehr, die wir spielen, wird es für jeden Gegner alles andere als leicht“, kündigt Jannis Schneibel schon mal an.