Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Girls Day: KI in der BASF und Einbrecherjagd im Polizeipräsidium

Den Umgang mit der Datenbrille übte eine Schülerin.
Den Umgang mit der Datenbrille übte eine Schülerin.

Beim „Girls Day“ können Mädchen in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Die BASF hat 50 Schülerinnen in ihren IT-Bereich eingeladen, um sie für eine technische Aufgabe zu begeistern. Auch die Polizei warb um weiblichen Nachwuchs.

„Ihr seid unsere künftigen Tech-Stars“, rief Jasmin Weimüller den 50 Schülerinnen entgegen. So viele junge Achtklässlerinnen zwischen 14 und 16 Jahren waren am Donnerstag beim „Girls Day“ der BASF zu Gast und lernten dort den Umgang mit frei zugänglicher Software, Virtual-Realitybrillen oder Datenauswertung.

Gleich die erste Frage freute Weimüller. „Was kann man denn in diesem Bereich verdienen?“ „Die Frage hat mich überrascht, aber auch sehr gefreut“, sagte die Führungskraft. Zeige sie doch das zunehmende Selbstvertrauen der jungen Frauen, ihren Wert schon frühzeitig richtig zu taxieren und damit das Ungleichgewicht in der Entlohnung zwischen Männern und Frauen auszugleichen.

KI-Software interessiert Schülerinnen

„Ich interessiere mich schon immer für IT“, meinte Natalie aus Bobenheim-Roxheim. Bei einer Berufsmesse an ihrer Realschule habe sie von dem Schnuppertag bei der BASF erfahren und wollte sich deshalb erst einmal umschauen, sagte sie zu Beginn der knapp zweistündigen Veranstaltung. Am Ende strahlte Mia aus Speyer: „Das war alles sehr interessant.“ Am besten gefiel ihr der Umgang mit der virtuellen Realität. Die Datenanalyse von automatisch erfassten Wiegedaten war hingegen doch ein wenig trocken. Dafür war die Schulung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in frei zugänglicher Software sehr hilfreich. „Mein Papa arbeitet bei der BASF und hat mir von dem Termin erzählt“, erklärte sie ihren Weg zu den BASF Digital Solutions.

Den sollen noch möglichst viele Mädchen und junge Frauen finden, waren sich Führungskraft Weimüller und Tina Streuff aus dem Team Ausbildung einig. „Auf Führungsebene beträgt der Frauenanteil in diesem Bereich aktuell rund 26 Prozent. Im Team selbst liegen wir bei fast 29 Prozent.“ In beiden Bereichen strebe das Unternehmen einen Anteil von rund einem Drittel an. Auch, weil sich ein höherer Frauenanteil positiv auf die Gruppe auswirke, so die Erfahrung der Ausbildenden im IT-Bereich. „Gerade im zwischenmenschlichen Bereich sind Frauen oft besser“, so Weimüller. Wobei die Grundvoraussetzungen aber vorhanden sein müssen. „Mathematik und Englisch sind Pflicht, und auch die übrigen naturwissenschaftlichen Fächer sind im Bereich Informatik wichtig.“ Zumindest die 50 Teilnehmerinnen ließen sich davon nicht abschrecken, können sich einen künftigen Beruf in dieser Richtung nach dem Schulabschluss zumindest vorstellen. Und selbst wenn Grundwissen in der EDV nach der Schule noch nicht vorhanden ist, dann sei auch dies kein Problem: „In den ersten beiden Ausbildungsmonaten arbeiten wir genau an diesen Grundlagen“, so Streuff.

Sie freute sich, dass alle Stellen für den aktuellen Ausbildungsstart sowohl in den Ausbildungsberufen wie auch in den dualen Studiengängen bereits besetzt sind. „Aber wir nehmen auch schon Bewerbungen für den Ausbildungsstart im Jahr 2025 entgegen.“ Rund 20 Plätze sind in diesem Bereich in jedem Ausbildungsjahr zu vergeben – vergleichsweise wenig bei rund 700 Auszubildenden, die in jedem Jahr in Ludwigshafen ins Berufsleben starten. Aber es ist ein wichtiger Bereich“, so Streuff. Das haben auch die 50 Schnupper-Praktikantinnen erfahren.

Spannung im Präsidium

„Girls Day“ hieß es auch im Polizeipräsidium. In einer Gemeinschaftsaktion stellten die beiden Ludwigshafener Polizeiinspektionen 25 Mädchen zwischen zwölf und 16 Jahren die Vielfalt des Polizeiberufs vor. Mit zumindest einer gewichtigen Erkenntnis: „Viele haben hier zum ersten Mal gesehen, wie schwer unsere Sonderausrüstung ist“, sagte Polizeioberkommissarin Ostermann als Mitorganisatorin. Bei der Vorführung der Diensthundestaffel waren die Vierbeiner erklärte Publikumslieblinge. Nach dem Anlegen der Spezialeinsatzkleidung konnten die Besucherinnen im Präsidium selbst mit anpacken. Angeleitet von der Spurensicherung suchten die Teilnehmerinnen nach Hinweisen auf die Täter eines Büroeinbruchs. Fingerabdrücke, Fußspuren und andere Hinweise mussten gefunden und gesichert werden.

„Spannend“ fanden dies Luna und Samin. Die beiden Achtklässlerinnen aus Groß-Gerau wollten mal in ein neues Berufsbild schnuppern und hatten aus dem Internet vom Angebot in Ludwigshafen fahren. Für Hanna aus Karlsruhe war der Polizeiberuf hingegen schon seit dem Kindergarten ein Traum. „Deshalb habe ich auch letztes Jahr schon beim Girls Day mitgemacht.“ Auch wenn sich die Interessen mittlerweile ein wenig verschoben haben („Jetzt würde ich lieber etwas mit Tiermedizin machen“) – den zweiten Schnuppertag wollte aber auch sie sich nicht entgehen lassen . „Wir haben versucht, das Spannendste aus unserem Beruf zu präsentieren“, beschrieb Ostermann das Konzept. Und wer weiß, vielleicht wird eines der 25 Mädchen einmal wirklich Polizistin.

Die Mädchen sicherten Spuren im Polizeipräsidium.
Die Mädchen sicherten Spuren im Polizeipräsidium.
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