Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Gallier“ ohne Angst vor den Eulen

Cheftrainer Jens Bürkle und seine „Gallier“ von Balingen-Weilstetten freuen sich auf den Start bei den Eulen .
Cheftrainer Jens Bürkle und seine »Gallier« von Balingen-Weilstetten freuen sich auf den Start bei den Eulen .

Der HBW Balingen-Weilstetten, Auftaktgegner der Eulen Ludwigshafen am Samstag, wird als Erstliga-Absteiger von vielen Experten vor der Zweitliga-Saison als Favorit gehandelt. Trainer Jens Bürkle erwartet aber keinen Selbstläufer.

„Die Zweite Liga ist extrem gut geworden. Da sind in den vergangenen Jahren ganz viele Erstligisten ,runtergespült’ worden. Und von den letzten 26 Absteigern sind, glaube ich, nur sechs wieder aufgestiegen“, sagt Jens Bürkle, Coach des schwäbischen Kontrahenten HBW Balingen-Weilstetten, vor dem Saisonstart am Samstag bei den Eulen Ludwigshafen (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle). „Die Liga ist super, mit tollen Kulissen. Gefühlt kann hier jeder jeden schlagen“, weiß der 41-Jährige, dessen Klub in der vergangenen Spielzeit den zweiten Abstieg aus der Eliteklasse in den vergangenen 20 Jahren hinnehmen musste.

„Wir wollen in die Spitzengruppe“, gibt Bürkle dennoch unumwunden zu. Aus dem ersten Abstieg vor Jahren habe man im Verein gelernt, dass das Jahr danach kein Selbstläufer wird. Die Beispiele des HSC Coburg und auch der Eulen in der Vorsaison hätten ja bewiesen, wie schwierig es in der Zweiten Liga ist. „Das wird eine extrem spannende Saison“, glaubt der HBW-Coach daher.

Felix Danner neuer Kapitän

Mit der Vorbereitung seiner Truppe, die „formell einen großen Aderlass“ hatte, ist Bürkle zufrieden. „Wir haben von der ersten Einheit an mit dem Ball trainiert“, erläutert er. Vor allem Top-Torjäger Vladan Lipovina im rechten Rückraum (zur HSG Wetzlar, dem Auswärtsgegner der Balinger in der zweiten DHB-Pokalrunde) gilt es künftig zu ersetzen. „Wir haben vielleicht nicht die allergrößte Breite im Kader, aber eine gute Qualität“, sagt der Sportwissenschaftler. Der Umbruch sei letztlich gar nicht so groß gewesen, weil viele junge Spieler aus der eigenen Jugend oder der Reserve zum Team gestoßen seien – die die DNA der „Gallier“ von der schwäbischen Alb schon in sich tragen.

Dazu kam mit dem 37-jährigen Routinier Felix Danner (aus Wetzlar) ein neuer Mann für den Kreis, den Bürkle nach der Vorbereitung auch zum Kapitän bestimmte. Für die halblinke Position ist der Kroate Filip Vistorop (HC PPD Zagreb) eingeplant. Und erst kürzlich kam noch der 23-jährige brasilianische Linkshänder Guilherme Linhares de Souza (Tatran Presov) hinzu. Die Knieverletzung des serbischen Winterzugangs Uros Todorovic hat sich indes nicht als so schwer herausgestellt wie zunächst befürchtet. „Da sind wir wohl mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Bürkle zu dem Meniskusschaden Todorovics. „Es ist ein kleines Stück entfernt, aber nichts genäht worden. Er fährt schon wieder Fahrrad und läuft durch die Halle“, hofft der Coach auf eine baldige Rückkehr in zwei bis drei Wochen. Die Integration der drei Neuzugänge habe gut geklappt. Verzichten muss Bürkle auf seinen Co-Trainer der letzten Jahre, Matthias Flohr. Der hat den Cheftrainer-Posten bei Liga-Konkurrent TSV Bayer Dormagen übernommen.

Bürkle sieht gute Chancen

„Die werden sich sicher nicht gerade freuen, dass sie im ersten Spiel zu uns müssen“, hatte unter der Woche Eulen-Trainer Michel Abt schmunzelnd mit Blick auf den Saisonstart der Balinger in Ludwigshafen gemutmaßt. „Wir werden alles daran setzen, erfolgreich zu sein und versuchen, die Balinger so lange wie möglich zu ärgern.“

„Wir freuen uns jetzt einfach, dass es losgeht. Wir fahren nicht mit einem schlechten Gefühl zu den Eulen“, widerspricht Bürkle Abts erster Einschätzung ein wenig. Wohl wissend, dass die Eulen – auf die ersten fünf Spiele bezogen – vermutlich auch ein schwierigeres Auftaktprogramm als seine „Gallier“ haben. Beim Sparkassen-Cup in Altensteig hatten die beiden Teams Ende Juli in der Vorbereitung gegeneinander gespielt, da hatten die Balinger 27:21 gewonnen. „Ich weiß, dass jetzt eine ganze andere Mannschaft auf uns zukommt. Mit anderen, auch wieder fitten Spielern, zu einem anderen Zeitpunkt, in einem anderen Spiel“, sagt Bürkle. „Wir haben aber auch ein paar Dinge gesehen, mit denen wir den Eulen wehtun können. Ich glaube, wir fahren mit einer guten Chance hin, zwei Punkte mitzunehmen“, stellt er fest.

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