HANDBALL
Eulen Ludwigshafen gastieren bei Tabellennachbar TuSEM Essen
Ein paar Minuten Spielzeit an seiner neuen Wirkungsstätte würde sich Max Neuhaus heute Abend gerne wünschen. Nach vier Jahren Spielzeit verlässt der Mittelmann zum Saisonende die Eulen Ludwigshafen in Richtung TuSEM Essen. Die Mannschaft von Michel Abt steht vor einem schweren Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn(19:30 Uhr, Sporthalle „Am Hallo“).
In den letzten Wochen und Monaten lief der „Traktor“, so ist der Spitzname von Max, nicht gerade auf Hochtouren. Das war in den Spielzeiten zuvor schon anders für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler, der 2019 von der zweiten Mannschaft des SC Magdeburg in die Pfalz wechselte. Das hatte verschiedene Gründe. Unter anderem plagten den 23-Jährigen hartnäckige Knieprobleme, und auch eine Coronaerkrankung warf ihn sportlich zurück. Außerdem hat Max gegen starke Konkurrenz in den eigenen Reihen anzukämpfen.
Suche nach neuer Herausforderung
Aus diesen Gründen waren seine Einsatzzeiten in der Zweiten Bundesliga sehr überschaubar. Gerne half er dafür bei der HLZ Friesenheim-Hochdorf in der Dritten Liga aus. Diese sportliche Situation stimmte den ehrgeizigen Handballer aus nachvollziehbaren Gründen nicht zufrieden. Deswegen schaute sich der Rechtshänder nach offenen Gesprächen mit der Eulen Führung nach einer neuen sportlichen Herausforderung um. „Ich bin jung, ehrgeizig und will natürlich so viel wie möglich spielen. Die Perspektive habe ich hier nicht mehr gesehen, deswegen habe mich nach vier Jahren anderweitig orientiert“, erklärt Neuhaus.
„Die Zeit bei den Eulen war sehr schön. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Jahre beim Traditionsklub TuSEM. Die Gespräche mit dem neuen Trainer Michael Hegemann liefen sehr gut, sodass ich überzeugt von dem Konzept des TuSEM bin und hier optimale Voraussetzungen sehe, um mich weiterentwickeln zu können“, sagt Neuhaus.
Guter Ruf bei den Eulen-Fans
Das ist momentan noch Zukunftsmusik. Seine Mannschaft sind aktuell die Eulen, bei denen sich der bei den Fans beliebte Max Neuhaus bestmöglich bis zum letzten Spieltag einbringen möchte. Natürlich auch wieder die obligatorische Siegeshumba in der heimischen „Eberthölle“ anzuführen. Diese Rolle hatte zuletzt Kollege Jannek Klein übernommen. Die Nähe zu den Fans war dem sympathischen BWL-Studenten in der ganzen Zeit immer wichtig. Durch sein unermüdliches Engagement, den Einsatzwillen und viele schöne Tore hat sich der in der bayerischen Kreisstadt Donauwörth aufgewachsene Max Neuhaus einen guten Namen geschaffen.
Besonders in Erinnerung bleibt ihm der sensationelle 25:23-Heimerfolg gegen den damaligen Meister SG Flensburg-Handewitt am 19. Dezember 2019 in der Handball-Bundesliga. Ein Tor durfte der junge Mittelmann zum legendären Sieg beisteuern. Am Ende stand für das Team von Coach Ben Matschke der Klassenerhalt im ersten Coronajahr.
Wieder einmal in der Beletage des deutschen Handballs aufzulaufen, ist ein Ziel für Max Neuhaus. TuSEM Essen, dreifacher deutscher Meister in den 1980er Jahren, will mittelfristig mit seiner Mannschaft wieder ganz nach oben. Dieser Herausforderung will sich der Spielmacher mit seiner neuen, ambitionierten Mannschaft dann in der neuen Saison stellen. Für heute Abend erwartet der Spieler mit der Nummer 37 einen offenen Schlagabtausch zweier gleichstarker Teams. Das glücklichere Ende sollen am Ende die Eulen Ludwigshafen haben.