FUSSBALL
Demir Hotic kann den Absturz des SV Südwest nicht verhindern
Als Demir Hotic im vergangenen Winter beim SV Südwest Ludwigshafen das Traineramt übernahm, wusste er, dass der Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz kaum noch zu vermeiden war. Mit neun Punkten Rückstand zum Tabellenvorletzten FVP Maximiliansau ist der Traditionsclub aus dem Stadtteil Süd wie erwartet als Schlusslicht in die A-Klasse Rhein-Pfalz abgestiegen. Am letzten Spieltag sorgte die Mannschaft jedoch noch einmal für eine Überraschung, die dieser kaum jemand zugetraut hatte.
Beim ESV Ludwigshafen machte man sich am 28. Mai wenig Hoffnungen, dass ausgerechnet der SV Südwest dem Lokalrivalen mit einem Sieg gegen den VfR Frankenthal die nötige Schützenhilfe im Kampf um den Klassenerhalt geben würde – erst recht, als die Frankenthaler auf dem Südwest-Platz in der 48. Minute mit 2:0 in Führung gegangen waren. Am Ende siegte Südwest jedoch ebenso noch mit 3:2 wie der ESV gegen den SV Weisenheim am Sand, wodurch die Eisenbahner gerettet waren.
„Mit Spaß Fußball spielen“
„Ich habe meinen Spielern immer wieder gesagt, dass sie mit Spaß und Freude Fußball spielen sollen, und das haben sie in dieser Partie auch gemacht. Da unmittelbar vor dem Spiel gegen Frankenthal unsere zweite Mannschaft ein für den Aufstieg in der B-Klasse wichtiges Spiel gegen Blau-Weiß Oppau bestritt und wir außerdem am Abend ein gemeinsames Grillfest hatten, waren auch alle da, was natürlich optimal war“, erzählt Südwest-Trainer Demir Hotic. „Diese Nachbarschaftshilfe haben wir gerne geleistet“, betont er.
Dass er ansonsten vor fast allen Spielen große Personalprobleme zu lösen gehabt habe, sei außer des bei seinem Amtsantritt schon beträchtlichen Rückstandes zum ersten Nichtabstiegsplatz eine der größte Schwierigkeiten gewesen. „Viele meiner Spieler arbeiten im Schichtbetrieb und auch samstags. Außerdem hatte ich große Schwierigkeiten bei der Besetzung der Torwartposition“, gab er Einblick in seine Alltagsprobleme. Auch dass die zweite Garnitur mehrmals keine Spieler abstellen konnte, weil sie sonst selbst nicht komplett gewesen wäre, habe die Arbeit erschwert. „Darüber hinaus war ich bei einigen Spielern nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe gefragt“, führt der Coach weiterhin aus. Bewährt habe sich, die vergangenes Jahr noch getrennten Kader beider aktiven Teams zusammenzulegen.
Auch einiges bewegt beim SV Südwest
Stolz sei Hotic auf vieles, was er bisher losgelöst vom aktiven Spielbetrieb erreicht habe. „Dank guter Zusammenarbeit mit der Stadt Ludwigshafen befinden sich unsere Plätze inzwischen wieder in einem guten Zustand. Zudem hat sich die Jugendarbeit verbessert. Wir haben zur Zeit 17 C- und 22 D-Junioren sowie zwei F-Juniorenteams“, verkündet er. „Jugend und Migration sind bei uns wichtige Themen, die mich besonders beanspruchen“, sagt Hotic hierzu. Ein großes Talent der D-Junioren habe er auch schon mit den Aktiven mittrainieren lassen, um es weiter zu fördern. „Welcher Trainer macht so etwas sonst noch?“
Sehr froh sei Hotic, dass er zwischenzeitlich Uwe Erlenwein, der ihn bereits vor neun Jahren während seiner Zeit als Trainer des VfL Neustadt unterstützt habe, für den SV Südwest gewonnen zu haben. „Er war schon damals sehr engagiert und übernimmt zum Beispiel so wichtige Aufgaben wie die Schiedsrichterkabine mit Getränken und Obst auszustatten, aber auch im administraven Bereich“, konkretisiert er.
Hotics Zukunft noch offen
Wie es weitergehe, sei noch nicht sicher, auch bezüglich seiner Person. „Der Verein möchte mich unbedingt halten. In dieser Woche werden wir Gespräche führen. Einige Spieler werden uns verlassen. Ganz wichtig ist deshalb, welcher Etat für die kommende Saison in der A-Klasse zur Verfügung steht“, teilte Hotic mit. Sich in der A-Klasse Rhein-Pfalz durchzusetzen, werde jedenfalls kein Selbstläufer. „Wir haben gegen einige unsere zukünftigen Gegner schon Vorbereitungsspiele bestritten und wissen deshalb, was auf uns zukommt.“