Ludwigshafen
Chaos-Sommer beim Wasserball-Zweitligisten WSV Ludwigshafen
Der WSV Vorwärts Ludwigshafen erlebte eine turbulente Sommerpause. Die Personalplanung wird wild durcheinandergewirbelt, neue Regeln müssen verinnerlicht werden. Heute geht es für den Zweitligisten mit der ersten Runde im Süddeutschen Pokal los – gegen eine Mannschaft, die den Gastgebern nicht so gut liegt.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass es in einer Sommerpause mal dermaßen drunter und drüber ging“, sagt Pierre Hilbich. Und der WSV-Trainer meint damit gleichermaßen die Situation der Liga im Allgemeinen, wie die der Ludwigshafener Wasserballer im Besonderen. So haben sich der SV Würzburg als Aufsteiger, sowie der SV Ludwigsburg, der seine Mannschaft zurückzog, aus der Liga verabschiedet. Außerdem konzentrieren sich die Mannschaften aus Bietigheim und Pforzheim auf den eigenen Nachwuchs, haben dafür die ambitionierteren Spieler allesamt an den SV Cannstatt abgegeben. „Das ist damit eine echte Auswahlmannschaft“, sieht Hilbich die Favoritenrolle in der Liga vergeben.
Personalplanung über Haufen geworfen
Gerne hätte auch der WSV Vorwärts in dieser Saison im Konzert der Spitzenmannschaften mitgespielt. Zu Beginn der Sommerpause habe es in dieser Hinsicht auch noch sehr gut ausgesehen, blickt Hilbich fast ein wenig wehmütig auf den Juni zurück. Aber dann habe der Zufall die Personalplanung der Ludwigshafener wild durcheinandergewürfelt. So verließ der ägyptische Nationalspieler Ahmed Mohamed den WSV, weil er nach seinem abgeschlossenen Bachelor-Studium der Architektur nur in München einen Master-Studienplatz erhalten hatte. Laszlo Toth ließ sich im Sommer an der Schulter operieren und fällt für weite Teile der Saison aus. Ein schon als sicher geglaubter Spanier hat nicht den erhofften Studienplatz erhalten und die beiden serbischen Brüder Srdjan und Zarko Rajcic haben zwar einen unterschriebenen Vertrag und auch eine Wohnung in Ludwigshafen, aber im Kalenderjahr 2019 noch Probleme mit dem Visum. „Sie könnten im November hier sein, müssten dann im Dezember noch einmal zurück nach Serbien und wären dann wieder ab Januar hier“, beschreibt Hilbich das Prozedere. Außerdem gönnt sich Torhüter Simon Sommer nach dem abgeschlossenen Studium zunächst einmal eine Wasserball-Pause bis Februar, weshalb Hilbich mit seinen 41 Jahren wieder ins Torwarttraining eingestiegen ist.
Verstärkung aus USA
Weitere Verstärkungen kommen praktisch aus den eigenen Reihen. Joost Christoffels kommt von seinem einjährigen USA-Aufenthalt wieder zurück. Außerdem will Lukas Sommer noch einmal angreifen. „Es war wirklich eine Menge los“, sagt Hilbich. Und damit nicht genug müssen sich die Wasserballer zur neuen Spielzeit auch noch auf Änderungen im Regelwerk einstellen. Die sollen das Spiel attraktiver machen. „In den Testspielen haben wir das schon ausprobiert. Das könnte wirklich klappen“, sagt der WSV-Trainer. Härtere Foulregeln sollen für noch mehr Überzahlspiele und damit Torgelegenheiten sorgen, außerdem dürfen viel mehr Freiwürfe direkt auf das Tor gezogen werden.
Wie das aussieht erleben die Ludwigshafener Zuschauer beim Saisonauftakt im Pokal (heute 18, Uhr, Hallenbad Süd) gegen München – so etwas wie der traditionelle Ludwigshafener Auftaktgegner. „In den letzten Jahren hatten wir unser Auftaktmatch in der Liga immer gegen die starken Münchner. Ich hatte schon aufgeatmet, dass es dieses Jahr anders ist“, verriet Hilbich – doch dann kam die Pokalauslosung und brachte dem WSV wieder die Gäste aus Bayern. Die Liga beginnt für den WSV am 23. November beim WV Darmstadt.