Ein Bild und seine Geschichte
Autogramme, Selfies, Waffeln backen: Eulen-Asse sind auch außerhalb der Halle gefragt
Einen Tag vor dem närrischen Datum 11.11. sind gleich drei Eulen-Asse an diesem Freitagnachmittag abseits des Spielfelds gefragt: Neuzugang Mex Raguse (23), der bisher mit 65 Toren in zwölf Spielen gut eingeschlagen hat, Spielmacher Marc-Robin Eisel (24) und Rechtsaußen Alexander Falk (26). Im Globus-Markt in Oggersheim erfüllt das Trio jeden Wunsch nach einem Autogramm ebenso freundlich wie die Bitte um ein gemeinsames Foto – 120 Minuten und damit doppelt so lange wie normalerweise eine Handball-Partie dauert. Da ist eine etwas andere Kondition nötig.
Zwei Tage nach dem überraschenden 32:31-Heimsieg gegen den favorisierten Bundesliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen gab’s noch den ein oder anderen Glückwunsch für den starken Auftritt und vor allem gute Wünsche für die Dienstreise samstags drauf nach Dormagen. Das Daumendrücken der Anhänger half – denn auch aus Nordrhein-Westfalen entführten die Pfälzer beim 33:29-Erfolg beide Zähler. Das Punktekonto (12:12) ist ausgeglichen, das Abrutschen in den Tabellenkeller nach fünf Niederlagen durch drei Siege in der Folge gestoppt. Vorerst zumindest.
Neuzugang als Eventwart
Signierte Fotos der Handballer besorgt sich an diesem Freitag im Supermarkt auch der kleine Max. Er ist erst vier und war mit seiner handballbegeisterten Oma beim Familientag am 1. Oktober beim (haushoch verlorenen) Heimspiel gegen Hagen in der Eberthalle. Jetzt bereichert er seine kleine Autogrammsammlung mit den Unterschriften von Eisel, Falk und Raguse. Die Einteilung, welche Spieler wo Termine für den Verein wahrnehmen, ist Sache des Eventwarts. Das ist seit Saisonbeginn der aus Lübeck gekommene Mex Raguse. „Ich mach’s gern“, sagt der 23-jährige gebürtige Berliner, aktuell – neben Kian Schwarzer – Top-Torschütze mit 65 Treffern. Das Eulen-Trio sucht im Globus auskunftsfreudig das lockere Gespräch mit Jung und Alt. Am Freitag holten die Drei Sympathie-, am Samstag bei Bayer weitere Pluspunkte.
Reine Autogrammstunden sind in der neuen Saison für die Eulen von Juli bis Dezember dreimal angesetzt: Anlass für den ersten Termin war „100 Jahre Handball in Meckenheim“: Mitte Oktober standen Kids und Jugendliche Schlange bei Tom Bergner und Pascal Durak. Die Zwei lachten zunächst über ihre Stapel mit jeweils über 50 Autogrammkarten. Doch die waren binnen einer Stunde schnell vergriffen – auf Trikots, Shirts und in Alben wurde unterschrieben.
Die beiden signierten aber auch Bälle und sogar Schuhe. Durak, seit neun Jahren bei den Eulen, hat solche Aktionen „schon ein paar Mal“ mitgemacht. „Aber so viele waren’s noch nie“, sagte der Rechtsaußen staunend über die Anzahl der Autogrammjäger. Nach einer halben Stunde fragte Tom Bergner verblüfft: „Haben wir noch Karten?“ Gefühlt seien es 100 gewesen, sagte der 23-Jährige schmunzelnd. Am Ende hat er zwei Autogrammkarten übrig. Er ist im Sommer auf Leihbasis nach Ludwigshafen gekommen, wo er nach einer Schulter-OP und langer Zwangspause Spielpraxis bekommen will. Die Meckenheimer selbst waren vom Andrang nicht so überrascht. „Wir haben damit gerechnet“, sagt Christian Hemmer, Handball-Abteilungsleiter beim SV Meckenheim. Nach etlichen Selfies standen Durak und Bergner noch für ein Gruppenfoto mit den Kindern bereit.
Autogramme sind auch bei anderen Anlässen heiß begehrt, etwa bei Besuchen wie beim „Meet & Greet“ im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Süd, beim Sporttag der Kita Ebertpark, bei der Sportwoche der Kita Wolfsgrube in Edigheim (am Vortag des 30:28 gegen Hüttenberg) oder bei der RHEINPFALZ-Aktion „Treff Deinen Star“ beim Training in Bellheim. Wer wohin geht, lotet Eventwart Raguse aus. Der Rückraumspieler fragt in die Runde, wer welchen Termin übernehmen möchte und schaut auch, dass sich alle Kaderspieler daran aktiv beteiligen. „Klappt gut“, sagt Raguse. Bei der Autogrammstunde im Globus signierte jeder Spieler gut 35 Autogrammkarten, stand für Selfies bereit oder unterschrieb auf Trikots, Shorts und Bällen.
Magneten, Mütze, Babyshirt
Auch im Merchandisingbereich hat der ehemalige Erstligist einiges zu bieten: Von Magneten, über Dubbegläser, Schlüsselanhänger, Babyshirts, Mützen, Hoodies („Für dich, für mich, für uns“) oder Trikots gibt es im Eulen-Shop von vier bis 69,99 Euro fast alle Fanartikel, die man sich vorstellen kann. Neben Sponsoren- und Ticketeinnahmen ist der Verkauf dieser Produkte eine wichtige Einnahmequelle. Alle Artikel kann man auch in der Geschäftsstelle in der Luitpoldstraße 42 in Friesenheim erwerben.
In der bisherigen Saison wurden nach Vereinsangaben übrigens 265 Verkauft (215 Erwachsene, 50 Kinder). Das meistverkaufte Trikot durch den Eulen-Club 100 mit entsprechendem Aufdruck war jenes von Alex Falk, ohne Eulen-Club 100 liegen Jannek Klein und Falk gleichauf.
Die nächste Gelegenheit, ein paar Eulen-Spieler zu treffen, ist beim Waffelnbacken am Freitag, 8. Dezember, 15 bis 17 Uhr, in der Rhein-Galerie oder bereits ab 12.30 Uhr beim Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Platz. Wer dann vor Ort ist, entscheidet sich kurzfristig. Raguse wird’s richten.