FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel ASV Fußgönheim verliert unglücklich gegen TuS Marienborn

Nathaniel Esslinger (rechts) spielte erstmals nach fünf Jahren wieder für den ASV Fußgönheim.
Nathaniel Esslinger (rechts) spielte erstmals nach fünf Jahren wieder für den ASV Fußgönheim.

Der abstiegsgefährdete Fußball-Verbandsligist Fußgönheim hat sein letztes Heimspiel gegen TuS Marienborn mit 0:1 verloren. Jetzt braucht der ASV zum Saisonausklang einen Sieg in Hohenecken, um seine Chance auf den Klassenverbleib zu wahren.

Es war so etwas wie die Rückkehr des verlorenen Sohnes: Nathaniel Esslinger spielte erstmals seit fast fünf Jahren wieder für seinen früheren Verein ASV Fußgönheim. „Es war schön, hier wieder auf dem Rasen zu stehen, auch wenn wir verloren haben“, sagt der Rechtsverteidiger. Er habe schon öfter mittrainiert, und weil er spielberechtigt ist, lief er gegen den neuen Tabellenzweiten erstmals auf. Es war sein 69. Verbandsligaspiel für den ASV. Die Abstimmung habe noch gefehlt, kein Wunder, etliche Akteure kennt der 26-Jährige noch nicht so lange. Esslinger erledigte seine Aufgabe als rechter Schienenspieler vor einer Dreierkette ordentlich, auch wenn er offensiv noch nicht so viele Akzente setzen konnte.

„Es war eine gute Mannschaftsleistung von uns, und mit etwas Glück können wir 1:1 spielen und einen Punkt behalten“, erklärt Esslinger, der vor seiner Abreise in die USA drei Jahre erst Stammkraft, dann Leistungsträger in Fußgönheim war, ehe er für eine Saison nach Speyer wechselte. „Danach habe ich dreieinhalb Jahre lang in North Carolina studiert“, berichtet Esslinger, der ein Stipendium bekommen hatte. Nebenbei hat er in der Uni-Mannschaft Fußball gespielt. Das müsse man sich vom Niveau her wie in einem deutschen Nachwuchsleistungszentrum vorstellen. Dass er dort fast täglich trainiert hat, merkt man, denn der flinke Außenbahnspieler, der in Amerika Linksverteidiger spielte, ist absolut fit.

Vermeintliche Führung des ASV aberkannt

Die Marienborner stellten eine passsichere und kombinationsstarke Mannschaft, die aber viel Respekt verriet. Nach 20-minütigem ergebnis- und höhepunktlosen Abtasten lag der Ball nach einem herrlichen Drehschuss von Leontrin Kqiku plötzlich im Tor (21.). Die Führung für den ASV? Nein, Schiedsrichter Felix Bank hatte zuvor ein Foul von Marvin Takpara an Meikel Melament gesehen. Die Gäste, die überlegen und auf viel Ballbesitz bedacht waren, legten danach an Zielstrebigkeit zu. Fast im Gegenzug wehrte Marvin Gebhard einen Kopfball von Melament ab, und wenig später parierte er einen Schuss von Mateo Trapp.

Der TuS hatte die Partie jetzt im Griff, dominierte, war spielerisch gut und musste eigentlich in Führung gehen, als Gebhard einen Freistoß von Antonio Serratore abklatschte. Doch kein Marienborner brachte im Gewühl den Nachschuss über die Linie (28.). Eine Minute später war es dann aber soweit. Eine prima Flanke von Serratore köpfte der brandgefährliche Alexander Rimoldi ins Netz. Die erste gute Möglichkeit der Gastgeber hatte Takpara, doch seinen gut getretenen Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Moritz Freisler von der Linie (43.). Das hätte der Ausgleich sein können.

Spielglück und Effizienz fehlen

Nach dem Wiederanpfiff und mit der Einwechslung des pfeilschnellen Martin Amoako wurden die Fußgönheimer druckvoller. In ihrer besten Phase mit fünf Eckbällen in knapp 15 Minuten gab es aber nur zwei gute Gelegenheiten, als Amoako nach einem tollen Solo an Torwart Steven Baumann scheiterte (54.) und Takparas Distanzschuss hauchdünn am Tor vorbeistrich (60.). „Uns fehlte das Spielglück, und wir haben keinen Knipser“, nennt Trainer Fisnik Myftari zwei Gründe dafür, dass den Einheimischen der Ausgleich verwehrt blieb. Marienborn besaß im zweiten Abschnitt nur eine gute Chance, als Gebhard den Kopfball von Innenverteidiger Marc Beck mit sensationeller Parade um den Pfosten drehte (70.).

In der Endphase verstärkte Myftari mit offensiven Einwechslungen die Angriffsbemühungen, beorderte den kopfballstarken Kapitän Milos Pitulic in den Angriff, doch die routinierten Gäste schaukelten den Vorsprung über die Zeit. „Wenn man einem Tabellenzweiten so viele Probleme bereitet und einen Elfmeter nicht bekommt, dann ist das Ergebnis ärgerlich und ungerecht. Mein Team hat es gut gemacht und hätte einen Punkt verdient gehabt“, resümiert Myftari. Mit Blick auf das kommende Wochenende schiebt er hinterher: „Dann holen wir uns die Belohnung für den hohen Aufwand eben nächste Woche.“

x