Handball A-Jugend-Bundesliga: Mundenheim/Rheingönheim ärgert Favorit Stuttgart

Hat noch viel vor: JSG-Trainer Marcus Muth.
Hat noch viel vor: JSG-Trainer Marcus Muth.

Die weibliche A-Jugend der JSG Mundenheim/Rheingönheim steht zum zweiten Mal in Folge unter den besten 16 Mannschaften Deutschlands. Allerdings war ein Kraftakt notwendig.

Im entscheidenden Gruppenspiel rang die JSG den Favoriten HSG Stuttgart Metzingen mit 30:25 (15:11) förmlich nieder und qualifizierte sich für die Meisterrunde. Die Organisatoren in Mundenheim und Rheingönheim können damit für ein weiteres Jahr in der Bundesliga planen. Mit der Qualifikation für die Meisterrunde hat sich die JSG mit solider Arbeit das Ticket für ein weiteres Jahr in der höchsten Jugendspielklasse gesichert. Dementsprechend lagen sich die Spielerinnen nach dem Schlusspfiff jubelnd in den Armen, tanzten vor Freunde und die ein oder andere hielt ihre Tränen nicht zurück.

Trainer Marcus Muth sah das nüchterner. „Grundsätzlich ist das ein großer Erfolg. Die meisten Spielerinnen können nächstes Jahr noch einmal in der Bundesliga spielen.“ Letztlich sei es aber nicht nur eine kontinuierliche Fortentwicklung – im ersten Jahr gab es in der Vorrunde drei Niederlagen, im Vorjahr ein Sieg und ein Remis und nun also sogar zwei Siege aus drei Partien, aber letztlich habe die Mannschaft damit lediglich eine Vorgabe umgesetzt. „Wir wollten die nächste Runde erreichen“, verriet Muth.

Starke Leistung

Das verdiente sich die Mannschaft mit großartigem Einsatz, einer bärenstarken Abwehrarbeit, der die starke Mittelachse zwischen Spielmacherin Patrizia Schenker und Nationalmannschafts-Kreisläuferin Ida Petzold auf herausragenden drei Toren hielt, sowie einer bestens aufgelegten Torhüterin Steffi Pfau, die es auf elf Paraden brachte. Bei vier Pfostentreffern hatte sie das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite. Und dann war da natürlich noch der herausragende Rückraum der JSG. Marlis Mader (10), Johanna Benz (6) und Julia Koopmann (6/1) waren von den Gästen, die mit großen Teilen ihres Kaders Drittligaerfahrung im Aktivenbereich gesammelt haben, einfach nicht zu stoppen. Sie hatten großen Anteil daran, dass sich die Gastgeberinnen bis zur Pause auf 15:11 abgesetzt hatten. Ganz zufrieden war Muth nicht: „Wir haben noch ein paar einfache Bälle zu viel weggeworfen.“

Direkt nach dem Seitenwechsel folgte die beste Phase der Gastgeberinnen, die sich mit einer Fünfer-Serie auf 20:12 (38.) absetzten. Entschieden war das Spiel aber noch nicht. „Auch das ist eben Bundesliga, in der man sich schnell auf neue Umstände einstellen muss.“ Die HSG setzte auf den siebten Feldspieler, brauchte nur acht Minuten bis zum 22:20-Anschluss (46.). Erst eine Auszeit Muths brachte seine Mannschaft wieder auf Kurs, auch wenn es sieben Minuten vor Ende nur noch 25:24 hieß. Mader, Koopmann (2) Marietta Tigl und Benz machten daraus bis zur Schlussminute wieder ein 30:24.

„Das hat bestimmt Kraft gekostet“, weiß Muth, der insgesamt wenig gewechselt hatte. Aber bis zum ersten Spiel der Meisterrunde haben seine Spielerinnen drei Wochen Zeit zur Erholung. Für die Meisterrunde hat der Trainer Ziele: „Letztes Jahr haben wir alle drei Spiele verloren. Es wäre schön, wenn es dieses Jahr auch hier mit dem ersten Sieg klappt.“

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