Handball
Wie der TV Offenbach in die Oberliga-Saison geht
„Sehr, sehr schleppend“ läuft die Vorbereitung des TV Offenbach, wenn man Chefcoach Tobias Job danach fragt. Nach dem Abgang von Niklas Klein hat der Handball-Oberligist 213 Tore zu ersetzen. Die Neuzugänge Christoph Kunz (135 Treffer mit Kandel in der Pfalzliga) und Thorben Schlüter (172 Treffer mit Budenheim II in der Rheinhessenliga) könnten das auffangen. Aber: beide fehlten wochenlang verletzt. Die Saison beginnt mit dem Spiel in Worms (Samstag, 17 Uhr).
Beide Neuen verletzten sich direkt im ersten Testspiel. Schlimmer erwischt hatte es dabei Thorben Schlüter. Der Landauer Student war gerade dabei, sich beim TVO zu akklimatisieren und verletzte sich prompt am Kreuzband. Glück im Unglück: kein kompletter Riss. „Das lief natürlich nicht optimal. Es wäre wichtig gewesen, beide schnell zu integrieren“, sagt Trainer Tobias Job. Kunz musste in der Vorbereitung nach einer Zehenverletzung immer wieder kürzertreten.
Philipp Mohra noch kein Faktor
Aus dem Stammkader fehlte Philipp Mohra lange, er war gar kein Faktor in der Vorbereitung. Er wird die ersten beiden Spiele aufgrund einer Sperre aus dem letzten Spiel der vergangenen Saison ohnehin aussetzen müssen. Nach einer Rangelei sahen er und Gegenspieler Kai Lißmann beide Blau. „Simon Gensheimer ist die ersten beide Spiele auch nicht da, genauso Felix Müller, der im Ausland ist“, führt Job die Liste fort. Torwartkollege Florian Pfaffmann hat sich die Nase gebrochen. Es wird eng im Kader.
„Irgendwie ergeht es gerade vielen Vereinen so. Wo ich mich auch umhöre, sagen viele ihre Spiele oder Trainings ab“, so Job. Unter der Woche wurde kurzfristig gegen Heidelsheim/Helmsheim getestet. Das Auftaktprogramm in Worms und zu Hause gegen Aufsteiger Kastellaun/Simmern sieht Job als extrem wichtig an. Motto: früh punkten, um nicht in Bredouille zu kommen. „Danach wird’s schwerer“, warnt er.
Die wichtigste Position
Der Coach stellt die Positionen vor: Das TVO-Tor hüten wie gehabt Florian Pfaffmann und Felix Müller – die wichtigste Position in jedem Kader. „Bei beiden wissen wir, woran wir sind. Flo hat letztes Jahr nicht so optimal gehalten, da haben wir viel gesprochen und das weiß er selbst. Wir wissen alle, zu was er in der Lage ist. Felix hat auch gezeigt, dass er ein guter Rückhalt sein kann.“
Auf Außen verfügt der TVO traditionell über gute Konterspieler. Felix Kunz und Tino Gläßgen sind seit Jahren etabliert, gerade der Linkshänder glänzt durch Dynamik und Schnelligkeit, könnte aber noch an seinem Wurfrepertoire feilen, wenn es nach Job geht. „Auf links haben wir zwei unterschiedliche Typen. Nico Bader ist noch ein bisschen unser Küken, muss in der Abwehr noch zulegen“, so Job. Maximilian Staats fehlt seit Monaten mit Problemen an der Achillessehne. „Ihn müssen wir erst wieder gesund bekommen und dann schauen, was passt.“
Ergänzung für Lukas Klein
Das zweite „Mannschaftsküken“ Andreas Benz spielt im linken Rückraum zusammen mit den Mohra-Brüdern Philipp und Sebastian. „Seine Stärke ist seine Dynamik, aber manchmal auch seine Schwäche. Da erhoffe ich mir mehr Konstanz von ihm. Der TVO lebt von der Jugendarbeit und Andi hat klar das Potenzial für die Erste“, sagt Job. Beide Mohras bringen Erfahrung mit. Philipp glänzt als Werfer-Typ, Sebastian mehr im Eins-gegen-eins.
Auf der Mitte muss Lukas Klein dieses Jahr die Last nicht mehr alleine schultern. Job: „Da kann uns Thorben schon helfen, die Frage ist nur ab wann. Ich hoffe wir können ihn schnell integrieren“. Ende September könnte Schlüter wieder ins Training einsteigen.
Kein gelernter Kreisläufer am Kreis
Im rechten Rückraum ersetzt Christoph Kunz Niklas Klein. Maximilian Daum überzeugt weiterhin mit seiner Wurfkraft. „Einer der Wenigen aus meiner ersten Amtszeit hier und gerade als Typ wichtig für die Mannschaft“, so Job. Auch Kunz bringe körperlich viel mit, müsse aber ebenso erst integriert werden.
Am Kreis sind Mario Fuchs, Simon Gensheimer und Felix Klein im Aufgebot – keiner davon ein von klein auf gelernter Kreisläufer. „Simon ist auch auf der Mitte einsetzbar und unser Allrounder. Mario kommt viel über seine Körperlichkeit und ist bissig. Felix ist noch im zweiten Jahr A-Jugend, er hat seine Entwicklung noch vor sich“, beschreibt Job das Trio.
Mit Jugendzweitspielrecht
Perspektivisch aus der A-Jugend sind zudem Linkshänder Lukas Mezler und Kreisläufer Julien Guldi dabei. Beide haben jeweils ein Jugendzweitspielrecht beim HLZ Friesenheim/Hochdorf und bei der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam/Kuhardt, nachdem die Offenbacher A-Jugend im Frühjahr in der Oberliga-Quali scheiterte. „Beide habe ich einmal die Woche bei mir im Training, Julien jetzt im ersten Jahr. Er wäre der einzige echte Kreisläufer, in manchen Situationen merkt man das schon“, so Job. Mezler wäre die dritte Alternative im rechten Rückraum.
Im Trainerteam bleibt alles beim alten. Alexander Schnetzer ist jetzt fix als Cotrainer beim Oberliga-Team dabei. „Er leitet das Torwarttraining, ist ein Offenbacher Eigengewächs und kennt Verein und Mannschaft. Das harmoniert ganz gut“, so Job.
So spielen sie
Im Tor: Florian Pfaffmann, Felix Müller
Rückraum: Philipp Mohra, Sebastian Mohra, Andreas Benz, Lukas Klein, Thorben Schlüter (SF Budenheim), Maximilian Daum, Christoph Kunz (TSV Kandel)
Außen: Felix Kunz, Nico Bader, Maximilian Staats, Tino Gläßgen
Kreisläufer: Mario Fuchs, Simon Gensheimer, Felix Klein
Perspektivspieler A-Jugend: Lukas Mezler, Julien Guldi
Trainer: Tobias Job, Cotrainer: Alexander Schnetzer, Physiotherapeut: Christian Chambon-Bergeron, Betreuer: Thomas Bullinger.
Abgänge: Niklas Klein (VTV Mundenheim), Marian Metz (beruflich nicht da)