Fussball Volles Lazarett: Kandel empfängt Marienborn mit Pfiffen auf dem letzten Loch

 Nach neunmonatiger Verletzungspause ins Bienwald-Team zurückgekehrt: Yanik Wagner (weißes Trikot), in dieser Szene gebremst vom
Nach neunmonatiger Verletzungspause ins Bienwald-Team zurückgekehrt: Yanik Wagner (weißes Trikot), in dieser Szene gebremst vom Geinsheimer Pascal Nebel.

Unter schwierigen Bedingungen empfängt Verbandsligist FC Bienwald Kandel am Sonntag (16 Uhr) den TuS Marienborn. Das Lazarett war bereits zu Saisonbeginn voll, schon die Vorbereitung stand unter keinen guten Stern. Deshalb grenzt der gute Start mit dem dritten Tabellenplatz an ein Wunder.

Trainer Reinhard Schenker sind zur der Partie gegen die Mainzer, die einen Punkt weniger aufweisen, die Hände gebunden. Er kann kaum etwas verändern, weil sich die Mannschaft jeden Sonntag von alleine aufstellt. Schenker hat schon vor Wochen gewarnt: „Irgendwann reicht das einfach nicht mehr.“

Beim 0:1 bei Schlusslicht TSV Gau-Odernheim saßen nur Yanik Wagner und Karsten Bressler auf der Bank, beide hätten eigentlich dringend pausieren müssen. Leistungsträger wie eben Yanik Wagner oder Benedikt Brück hatten schwere Verletzungen, Außenstürmer Lukas Bosch musste vor zwei Wochen sein Karriereende verkünden. Stürmer Dennis Hanß fällt für den Rest des Jahres aus.

Mögliche Verstärkungen kicken lieber B-Klasse

Die zweite Mannschaft hat fast immer sechs Ersatzspieler dabei. Deren Kaderqualität steht meilenweit über der Konkurrenz in der B-Klasse Ost. Spielertrainer Anthony Asciutto war in der Vorsaison als Innenverteidiger einer der Garanten des Klassenerhalts in der Verbandsliga, Dustin Thierjung spielte für den FK Pirmasens II in dieser Liga. Weitere Akteure wie Kevin Jarczewski oder Markus Hädrich bringen Verbandsliga-Erfahrung mit. Doch zahlreiche Versuche, Spieler hochzuziehen, scheiterten. Sportdirektor Michael Pahle handelt sich immer wieder Absagen ein. Er bekommt stets die gleiche Antwort: „Mer spielen liewer in de Zwädd.“

Für viele ist das nicht nachvollziehbar. Denn in der „Ersten“ sind mehrere Spieler, die in Kandel wohnen oder aufgewachsen sind. Andere wie Yanik Wagner, Keeper Patrick Aust oder Benedikt Brück sind schon viele Jahre da, die Identifikation mit dem Verein ist groß. Der zweite Vorsitzende Sebastian Götz, laut Satzung stellvertretender Sprecher des Führungskreises, ist mit dieser Situation unzufrieden. Er hat die Zweite aus dem Nichts aufgebaut und als Trainer zu zwei Aufstiegen geführt. Er sagt: „Wir müssen jetzt zusammenhalten. Die erste Mannschaft genießt absolute Priorität, sie ist das sportliche Aushängeschild des Gesamtvereins.“

In Vereinsführung bahnt sich Wechselspiel an

Götz hat ein Gespräch mit Trainer Schenker, der sportlichen Leitung und den betroffenen Spielern anberaumt. Der Verein hat Weichen für die Zukunft gestellt, bei der Jahreshauptversammlung könnte es zu zahlreichen Änderungen in der Vereinsführung kommen. Götz kandidiert als Nachfolger von Annette Jung. Die bisherige Präsidentin kümmert sich künftig um den kompletten Nachwuchsbereich. Michael Pahle gibt sein Amt als Gesamtvorstand Sport ab, will sich als Teammanager nur noch um das Verbandsliga-Team kümmern.

Die sportliche Entwicklung der Gäste aus Mainz verlief konträr. Nach vier Auftaktniederlagen haben sie sich im Mittelfeld etabliert. In die Südpfalz kommen sie gerne, konnten bereits beim FSV Offenbach (4:1) und sensationell beim SV Viktoria Herxheim (1:0) gewinnen. FCB-Coach Reinhard Schenker hat wieder Innenverteidiger Yannick Kindler an Bord. Kapitän Yanik Wagner feierte in Gau-Odernheim nach neunmonatiger Verletzungspause sein Comeback.

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