Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Tollhaus in Knittelsheim: TuS steigt in Landesliga auf

Mannschaft und Fans sind eins, der TuS Knittelsheim ist aufgestiegen.
Mannschaft und Fans sind eins, der TuS Knittelsheim ist aufgestiegen.

2015 noch in der B-Klasse, tritt der TuS Knittelsheim in der nächsten Saison in der Landesliga an. Trainer Simon Hartenstein und Teammanager Thorsten Reiter, beide scheiden aus, liegen sich nach dem 2:0-Sieg gegen den SV Horchheim weinend in den Armen. 1400 Zuschauer verfolgen das Relegationsrückspiel.

Die Gelb-Schwarzen haben es an der Ottostraße vor knapp 1400 Fans geschafft: Sie steigen in die Fußball-Landesliga auf. Mit 2:0 gewann der TuS Knittelsheim am Sonntag das Relegationsrückspiel gegen den rheinhessischen SV Horchheim. 1:1 war das Hinspiel der Bezirksliga-Vizemeister ausgegangen.

Es ist der größte Erfolg in der Geschichte des kleinen Dorfvereins, der 2015 noch in der B-Klasse spielte. Der Sieg war hochverdient, der scheidende TuS-Coach Simon Hartenstein hatte seine Mannschaft vor seinem letzten Spiel glänzend eingestellt. Sie agierte über die komplette Spielzeit mit höchster Konzentration, alle zehn Feldspieler waren permanent in Bewegung. Durch schnelles Spiel nach vorne gelang es ihnen fast immer, das Mittelfeld ohne große Gegenwehr zu überbrücken. In einer sonst fairen Begegnung brachten sich die Rheinhessen durch zwei völlig unnötige Platzverweise frühzeitig um ihre Chancen.

Zwei Platzverweise

Thomas Richter hatte mit 70 Helfern für beste Rahmenbedingungen gesorgt. Feuerwehr und Rotes Kreuz waren vor Ort, zahlreiche Cateringstände aufgebaut. Der TuS-Vorsitzende vor dem Spiel: „Ich bin total nervös. Es ist alles vorbereitet, jetzt muss es die Mannschaft richten.“

Die übernahm von Beginn an die Initiative, hatte in der 5. Minute die erste Chance. Horchheims Keeper Maximilian Schäfer lenkte den Volleyschuss von Kapitän Sven Matic um den Pfosten. Die Gäste standen dicht gestaffelt und ließen zu Beginn wenig zu, ihr Topscorer Lars Freese war bei den wenigen Vorstößen meist auf sich alleine gestellt.

Nach einer halben Stunde warf Florian Richter den Ball in Richtung seines Gegenspielers und wurde verwarnt. Samuel Ohl Cascante schubste ihn am Brustkorb und sah Rot. Dies war hart, aber vertretbar. Der zweite Feldverweis war alternativlos. Fabian Sombetzki trat an der Mittellinie zweimal gegen den ballführenden Richter nach.

1:0 kurz vor der Halbzeit

Zwei Minuten vor der Pause eilte Tim Heene zurück, trennte Freese vom Ball und passte diesen zu Florian Schmidt. Nach dessen Alleingang über das halbe Feld landete sein Zuspiel bei Luca Covello, der flach ins lange Eck zum 1:0 traf. TuS-Teammanager Thorsten Reiter meinte zur Pause: „Die Überzahl spielt uns natürlich in die Karten. Doch das Ding ist noch nicht durch, wir müssen höllisch aufpassen.“

Mit Reiter verlässt eine prägende Persönlichkeit die lokale Fußballbühne. Vor seinen vier Jahren beim TuS war „Torres“ ein Jahrzehnt beim TB Jahn Zeiskam, fädelte dort zahlreiche Transfers ein und organisierte das Hallenturnier, war Mitglied im Kreisausschuss.

Die Entscheidung

Fast hätten sich Reiters Befürchtungen bewahrheitet. Freese verlängerte in der 50. Minute einen Eckball von Oguzhan Levent an den Innenpfosten. Danach ließ Knittelsheim nichts mehr anbrennen. In der 59. Minute sorgte Schmidt für die Entscheidung, nach Vorarbeit von Covello traf er aus 15 Metern zum 2:0. Der agile Richter hätte erhöhen können, er traf den Pfosten (70.) und scheiterte drei Minuten später an Keeper Schäfer.

Nach dem Schlusspfiff lagen sich vor einem schwarz-gelben Fahnenmeer Hartenstein und Reiter weinend in den Armen. Hartenstein rang um Worte: „Ich bin einfach sprachlos, die Jungs haben das im Kollektiv überragend gelöst.“ Matchwinner Schmidt resümierte: „Wir wollten mehr Leidenschaft und Power auf den Platz bringen als der Gegner. Das ist uns gelungen.“ Als fairer Verlierer erwies sich Horchheims Übungsleiter Sascha Löcher: „Nach einer überragenden Saison haben wir in beiden Duellen nicht das Optimum herausholen können. Knittelsheim war vor allem heute besser und steigt verdient auf.“

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