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Seriöser Pokal-Auftritt des FV Neuburg
Die Pokalüberraschung ist an der Scheibenhardter Maxstraße vor 300 Zuschauern ausgeblieben. Die SG Hagenbach/Scheibenhardt unterlag im Achtelfinale um den Südpfalzpokal dem klassenhöheren FV Neuburg aus der A-Klasse mit 1:4 (0:3). Der Erfolg der Gäste war verdient, weil sie vor allem in der ersten Hälfte seriös und dominant auftraten und den Klassenunterschied erkennen ließen.
Hans-Albert Eberle ist ein Hagenbacher Urgestein und spielte auch für den SV Scheibenhardt. Der 58-Jährige war Vorgänger von Mike Kempf im Traineramt beim SV Hagenbach. Beim jüngsten Pokalerfolg des Vereins stand er auf dem Platz. 1983 gewannen die Grün-Weißen gegen den FC Leimersheim nach Elfmeterschießen, Eberle erzielte in der Schlussminute der regulären Spielzeit das 2:2.
„Unterschied doch deutlich“
Nach zwölf Jahren bei der Bundeswehr wechselte Eberle zur Hagenbacher Verbandsgemeindeverwaltung, der Gemeindeinspektor ist Kassenleiter. Sein Tipp vor der Partie: „Neuburg gewinnt 3:1, weil der Unterschied zwischen B- und A-Klasse doch deutlich ist.“
Er sollte Recht behalten. Die Gäste zeigten von Beginn an, warum sie in der A-Klasse Ost ungeschlagen sind. Sie übernahmen das Kommando und kombinierten aus einer gut organisierten Abwehr heraus zielstrebig und ballsicher nach vorne. Bereits in der ersten Minute bekam SG-Keeper Aleks Dibra zu tun, er lenkte einen Schuss von Kevin Pfirrmann an die Latte. Sieben Minuten später traf derselbe Spieler aus 25 Metern erneut das Gebälk. Hagenbach strahlte nur zweimal über die linke Seite durch Daniel Reis Gefahr aus. Einmal erkämpfte er sich den Ball im Mittelfeld (15.), beim zweiten Mal erlief er eine Vorlage von Emre Yilmaz (28.). Doch seine beiden Schüsse gingen am langen Pfosten vorbei.
Das überfällige 0:1
Nach einer halben Stunde fiel das überfällige 0:1: Der quirlige Pedro Hessakker verwertete eine Flanke von Thorsten Syring. Pascal Boudgoust staubte zehn Minuten später aus kurzer Distanz ab, nachdem Hessakker an den Pfosten geköpft hatte. Mit dem Halbzeitpfiff traf Walz zum 3:0 für Neuburg, ein tückisch aufsetzender Distanzschuss. Eberle meinte zur Pause: „Neuburg lässt einfach Ball und Gegner laufen.“
Nach dem Wechsel kam die Kempf-Truppe selbstbewusster aus der Kabine. Sie erarbeitete sich eine Serie von Eckbällen. Einen trat Simon Scherrer, FVN-Keeper Simon lenkte das Leder an die Latte. Die Partie wurde offener, auch weil Neuburg einen Gang zurückschaltete. In der 63. Minute sorgte Reis mit einer tollen Volleyabnahme nach Flanke des eingewechselten Patrick Raveane für den Anschlusstreffer. Doch in der 79. Minute machte Hessakker alles klar. Er schob nach Zuspiel von Felix Wunderlich dem herauseilenden Dibra den Ball durch die Beine.
Was meinte Eberle? „Wir haben ganz kurz an der Sensation gerochen. Doch letztlich geht das Ergebnis auch in dieser Höhe in Ordnung.“
Ausreichend hell
Für den urlaubenden FVN-Coach Frank Wallenwein übernahmen Andre Hessakker und Dominik Huber. Hessakker stellte zufrieden fest: „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns in der Kabine vorgenommen haben.“ SG-Coach Mike Kempf: „Vor der Pause hatten wir einfach zu viel Respekt. Danach haben wir es besser gemacht.“ Referee Johannes Gartner (Rheinzabern) griff mit großzügiger Regelauslegung wenig in den Spielfluss ein.
Da eine Lampe am Sportplatz defekt ist, stellte die Landauer Firmengruppe Gerach eine mobile Flutlichtleuchte zur Verfügung. Sie stand in Höhe der Mittellinie und sorgte für ausreichend Helligkeit, auch am Tisch von Stadionsprecher Andre Kistner.