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Julian Hübner, Baby Anton und der Job beim Hamburger SV
Beim 2:3 gegen den 1. FC Magdeburg war Julian Hübner nicht im Volksparkstadion. Das hatte einen freudigen Grund: Morgens kam Anton auf die Welt. Die vierjährige Leni hat nun einen kleinen Bruder. Gleich hat der Cotrainer des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV ein Gespräch mit Sportvorstand Jonas Boldt. Es geht auch um die Entwicklung der jungen Spieler, die Verzahnung der Nachwuchsabteilung mit dem Profikader.
Erster Ansprechpartner von Hrubesch
Hübner ist im Trainerteam erster Ansprechpartner von HSV-Ikone Horst Hrubesch, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Deshalb weilt er häufig bei Spielen der U21 und U19. Der 38-jährige Südpfälzer erklärt: „Wir gehen den Weg mit jungen Talenten konsequent weiter. Es macht viel Freude, die jungen Fußballer weiterzuentwickeln. Das schafft Identifikation mit dem Verein und den Fans, das Stadion ist immer voll. Zudem hilft es dem Verein mit Blick auf die Marktwerte finanziell weiter.“
Die Erfolge sind da: Flügelstürmer Faride Alidou wechselte im Sommer zu Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt, Tom Sanne (18) ging mit seinem Tor gegen Magdeburg als jüngster Zweitliga-Torschütze in die Vereinsgeschichte ein. Der gleichaltrige William Mikelbrencis bot sich als Option auf der rechten Abwehrseite an. Die jüngste Mannschaft der Zweiten Liga soll den Aufstieg in die Bundesliga schaffen.
„Ich muss nicht mehr alles lesen“
Nach glänzendem Start folgten zuletzt vier sieglose Pflichtspiele, darunter die Derbyniederlage gegen den FC St. Pauli. Der HSV ist auf den dritten Platz zurückgefallen, das mediale Echo in der Hansestadt ist riesig. Hübner sagt: „Ich informiere mich regelmäßig. Doch ich muss nicht mehr alles lesen, damit sorge ich auch für etwas Eigenschutz.“ Den kleinen Rückschritt erklärt er mit dem Ausfall von mehreren Leistungsträgern wie Robert Glatzel oder Sebastian Schonlau, aber auch fehlender Konsequenz vor dem gegnerischen Tor und individuellen Fehlern in der Defensive.
Hübner fühlt sich wohl im Norden, möchte gerne nachhaltig etwas aufbauen. Der Vertrag läuft bis Juni 2023, Gespräche über die weitere Zusammenarbeit stehen in der Winterpause an. Mit Cheftrainer Tim Walter und den beiden anderen Cotrainern arbeitet er akribisch am Erfolg, will Defizite im Training abstellen.
Die Lauterer in Hamburg
Vor dem Spitzenspiel am Sonntag beim Rangzweiten SC Paderborn ist Hübner zuversichtlich, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die enge Freundschaft mit SCP-Trainer Lukas Kwasniok muss für 90 Minuten ruhen. Beide hatten sich beim Karlsruher SC vier Jahre lang ein Zimmer geteilt. Hübner ist nicht der Einzige mit pfälzischer Vergangenheit in der Elbmetropole: Torwarttrainer Sven Höh aus Kaiserslautern kam nach über zehn Jahren auf dem Betzenberg, der frühere FCK-Profi Oliver Kirch trainiert die U19-Junioren. Und natürlich Torhüter Matheo Raab. Er war bis zum Sommer beim FCK Publikumsliebling, jetzt ist er noch Nummer 2 hinter Daniel Heuer Fernandes.
„Matheo ist ein ganz feiner Mensch, der uns in jeder Einheit von seinen Qualitäten überzeugt. Er ist noch jung, seine Zeit wird kommen. Ich weiß, dass beide Seiten den Wechsel noch nicht bereut haben“, sagt Hübner.
Promotiontour
Der Oberotterbacher hat ein breites Aufgabenspektrum. Er erstellt die Wochenpläne für Trainingszeiten und die Abfahrten zu den Auswärtsspielen. Er ist in die Planung einer neuntägigen Promotiontour in die USA während der WM-Pause involviert. Das Team absolviert mehrere Testspiele, unter anderem gegen Orange County SC in Los Angeles.
Sein Eigenheim in Bad Bergzabern ist fast fertig. Sein Schwiegervater und ein befreundeter Architekt kümmern sich darum. Dort verbrachten die Hübners ihren Sommerurlaub. In der Winterpause kommen sie wieder. Zuletzt war Julian Hübner Trauzeuge auf der Hochzeit seines besten Freundes Dieter Andruchowicz in der Südpfalz.
Südpfalz im Blickwinkel
Der 38-Jährige hat die südpfälzische Fußballszene im Blickwinkel, natürlich auch seinen Ex-Club SV Rülzheim und die Trennung von Sahin Pita. Hübner hat mit ihm viele Jahre als spielender Cotrainer beim TB Jahn Zeiskam gearbeitet. „Sahin ist ein absolutes Vorbild. Es gibt keinen Zweiten in der Südpfalz, der so viel Engagement und Herzblut einbringt“, sagt er. Hoffentlich kehrt er bald wieder an die Seitenlinie zurück.“