Versammlung der Fußball-Bezirksligisten
Geschlechtertrennung war mal: Erwachsene zahlen fünf Euro
Staffelleiter Rüdiger Werling (Büchelberg) bedauert die hohe Fluktuation an Mannschaften, die sich aufgrund der Auf- und Abstiegsregelungen nicht anders regeln ließen. Werling blickte zurück auf die spannenden Relegationsspiele des TuS Knittelsheim, der sich vor 1400 Zuschauern gegen den SV Horchheim durchsetzte und die Bezirksliga zusammen mit Meister SV Geinsheim Richtung Landesliga verlassen hat. Mit dem TuS verlässt auch der Zuschauermagnet die Liga. Durchschnittlich 197 Zuschauer kamen zu den Heimspielen.
Neu in der Bezirksliga Vorderpfalz ist die TSG Deidesheim, die das Relegationsspiel vor 1600 Zuschauern gegen den ASV Heßheim gewann. Weiterhin kommen die Meister TuS Schaidt (Südpfalz), TuS Niederkirchen (Rhein-Mittelhaardt) und SV Obersülzen (Rhein-Pfalz) hinzu. Abgestiegen aus der Landesliga sind der VfB Haßloch, SV Ruchheim und SV Rülzheim. Die Bezirksliga-Absteiger sind Südwest Ludwigshafen, FVP Maximiliansau, SG Edigheim, SV Weisenheim am Sand und VfR Frankenthal.
Reizthema schnell abgehandelt
Reinhold Dausch, Spielleiter der VTG Queichhambach („Mit der letzten Saison sind wir nicht unzufrieden nach den vielen Verletzten. Einzig der Zuschauerzuspruch könnte besser sein“) , gibt einen vorderen Mittelfeldplatz als Saisonziel aus. Heiko Glosinski, Vorstand Sport beim SV Rülzheim, berichtet von einer „jungen, hungrigen Truppe. Den harten Kern aus der ehemaligen zweiten Mannschaft konnten wir in die erste integrieren. Primär wollen wir nicht absteigen und uns in der Klasse etablieren.“ Auch Achim Rinck, Spielleiter beim TuS Schaidt, gibt den Klassenverbleib als Saisonziel aus, nachdem man mit dem direkten Aufstieg gar nicht gerechnet habe: „Wir hatten ja gar keine Abschlussfahrt organisiert, da wir nicht auf dem Schirm hatten, Bellheim noch überholen zu können.“
Das Reizthema Zeitstrafe wurde relativ schnell abgehandelt, da sich herumgesprochen hat, wie es funktionieren soll. Nach einer Gelben Karte folgt die Zeitstrafe, danach die Rote Karte. Die Rote Karte kann aber auch ohne vorherige Zeitstrafe gezückt werden.
Als weitere Rückkehr zur Normalität wird das gemeinsame Einlaufen der Mannschaften mit Shake Hands von Spielern und Schiedsrichtern empfohlen.
Disziplinlosigkeiten nehmen zu
Klaus Karl, Vorsitzender des Fußballkreises Rhein-Mittelhaardt, kritisiert zunehmende Disziplinlosigkeiten: 1169 Gelbe Karten, 54 Gelb-Rote Karten und 40 Rote Karten wurden gezählt. Teamoffizielle fielen mit 33 Verwarnungen, vier Ampelkarten und acht Roten Karten auf. Karl appellierte an die Vereine, das Verhalten von Spielern und Offiziellen im Auge zu behalten. Als weiteren Kritikpunkt brachte er die hohe Zahl an Spielabsagen aufgrund Nichtantretens einer Mannschaft, hauptsächlich in den letzten Zügen der Saison, an. Karl forderte die Vereine, denen Einnahmen entgingen, auf, Schadensersatzsprüche an den absagenden Verein geltend zu machen.
Liveticker und Ticketpreise
Zehn Euro wird zukünftig ein fehlender Liveticker bei fussball.de kosten, was auf Widerstand des FG Mutterstadt stieß: „Wie soll ich einen Liveticker machen, wenn die App ständig abschmiert, da sie sonntags ständig überlastet ist?“
Fünf Euro wird der Eintritt zu den Spielen künftig kosten. Prompte Frage: „Und Frauen?“ Klaus Karl entgegnete: „Es gibt keine Männer und Frauen, nur Erwachsene.“ Unterschiedliche Handhabung, wie in den vergangenen Spielzeiten praktiziert, ist nicht mehr erwünscht. Etwaige Vorschläge konterte der Vertreter der TSG Deidesheim: „Können wir jetzt hier nicht einfach die einheitliche Anwendung festhalten? Gleichberechtigung, gleiche Rechte, gleiche Pflichten.“ Applaus der einzigen Frau in der Versammlung, keine Einwände.